Stromverbrauch einer Wärmepumpe: So viel Strom braucht Ihr Haus
Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Jahr = Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl: Im Beispielhaus von 1975 sind das bei JAZ 3,3 rund 5.455 kWh Strom und bei 37,3 ct/kWh rund 2.035 € im Jahr. Dazu der Verbrauch an Wintertagen, ein Wärmepumpentarif, der Heizstab und die Prüfung der eigenen JAZ nach einem Jahr.
Den Stromverbrauch einer Wärmepumpe berechnen Sie mit einer einfachen Formel: die Wärme, die Ihr Haus im Jahr braucht, geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ), die angibt, wie viel Wärme das System im Jahr aus 1 kWh Strom macht. Unser Beispielhaus von 1975 braucht 18.000 kWh Wärme; bei einer JAZ von 3,3 sind das rund 5.455 kWh Strom im Jahr, je nach Effizienz 4.500 bis 6.429 kWh. Zum durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 von 37,3 ct/kWh laut BDEW kostet das rund 2.035 € im Jahr, ohne Wartung.
Auf einen Blick
- Formel. Strom (kWh) = Wärme (kWh) ÷ JAZ. Die Wärme leiten Sie aus dem bisherigen Gasverbrauch ab, die JAZ aus der Berechnung des Fachbetriebs.
- Messwerte. In Bestandshäusern erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen in den Feldmessungen des Fraunhofer ISE Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 4,9. Für das Beispielhaus hieße das 3.673 bis 6.923 kWh Strom im Jahr.
- Pro Tag. Im Jahresmittel sind es im Beispielhaus rund 15 kWh am Tag, an kalten Wintertagen deutlich mehr. Ihren eigenen Wert zeigen Zähler und Anzeige der Wärmepumpe.
- Kosten. Bei 37,3 ct/kWh für Strom und 12,23 ct/kWh für Gas (BDEW-Durchschnitt 2026) kostet die Wärme im Beispielhaus bei JAZ 2,8 rund 48 €, bei 3,3 rund 411 € und bei 4,0 rund 767 € weniger im Jahr als heute mit Gas (2.446 €), ohne Wartung.
- Selbst prüfen. Geförderte Wärmepumpen müssen Strom und erzeugte Wärme messen. Nach zwölf Monaten teilen Sie die Wärme durch den Strom und kennen Ihre tatsächliche JAZ.
Stromverbrauch pro Jahr: So berechnen Sie ihn
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und braucht dafür Strom. So entstehen aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme, in Bestandsgebäuden nach Angaben der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zweieinhalb bis viereinhalb. Wie viele es in Ihrem Haus über ein ganzes Jahr sind, beschreibt die Jahresarbeitszahl. Eine JAZ von 3,3 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom im Jahresmittel 3,3 kWh Wärme werden. Daraus folgt die Formel:
Strom im Jahr (kWh) = Wärme im Jahr (kWh) ÷ Jahresarbeitszahl
So setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein:
- Gasverbrauch ermitteln. Nehmen Sie den Verbrauch in kWh aus mehreren Jahresabrechnungen (steht dort nur der Verbrauch in m³, rechnet die Abrechnung ihn in kWh um) und rechnen Sie mit dem Mittelwert, damit ein ungewöhnlich milder oder kalter Winter das Ergebnis nicht verzerrt.
- In Wärme umrechnen. Ziehen Sie die Verluste des Kessels ab. Im Beispielhaus kommen 90 % der Gasenergie als Wärme im Haus an.
- Durch die JAZ teilen. Am besten mit dem Wert, den der Fachbetrieb für Ihr Haus berechnet. Solange es den nicht gibt, rechnen Sie mit mehreren Werten, etwa 2,8, 3,3 und 4,0.
Im Beispielhaus, einem teilsanierten Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m² und Heizkörpern, sieht das so aus: 20.000 kWh Gas × 90 % = 18.000 kWh Wärme. Mit der JAZ 3,3 folgt daraus 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh Strom im Jahr. Bereitet Ihr Kessel heute auch das Warmwasser, steckt es schon im Gasverbrauch; die Rechnung gilt dann für Heizung und Warmwasser zusammen, sofern die Wärmepumpe beides übernimmt.
Kennen Sie den Wärmebedarf Ihres Hauses bereits, lesen Sie den Strombedarf in der Tabelle ab. Rechnen Sie dabei mit Ihrem tatsächlichen Verbrauch und nicht mit der Wohnfläche: Er enthält den Zustand Ihres Hauses und Ihr Heizverhalten.
| Wärme im JahrWärme, die heute im Haus ankommt: Gasverbrauch in kWh mal Nutzungsgrad des Kessels | JAZ 2,8 | JAZ 3,3 | JAZ 4,0 |
|---|---|---|---|
| 10.000 kWh | 3.571 kWh | 3.030 kWh | 2.500 kWh |
| 15.000 kWh | 5.357 kWh | 4.545 kWh | 3.750 kWh |
| 18.000 kWh (Beispielhaus) | 6.429 kWh | 5.455 kWh | 4.500 kWh |
| 20.000 kWh | 7.143 kWh | 6.061 kWh | 5.000 kWh |
| 25.000 kWh | 8.929 kWh | 7.576 kWh | 6.250 kWh |
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?
Im Jahresmittel braucht die Wärmepumpe des Beispielhauses 5.455 kWh ÷ 365 Tage = rund 15 kWh Strom am Tag. An einem Wintertag liegt der Wert darüber, aus zwei Gründen:
- Das Haus braucht mehr Wärme. Je kälter es draußen ist, desto mehr Wärme verliert das Haus. Die Heizkurve der Wärmepumpe gibt deshalb für jede Außentemperatur eine passende Temperatur des Heizungswassers vor, und an kalten Tagen ist diese höher.
- Die Wärmepumpe arbeitet weniger effizient. Ihre Effizienz hängt vom Temperaturunterschied zwischen der Wärmequelle und dem Heizungswasser ab: Je größer er ist, desto mehr Strom braucht sie für dieselbe Wärme. Bei kalter Außenluft und warmem Heizungswasser ist der Unterschied am größten. An besonders kalten Tagen kann zusätzlich der Heizstab einspringen.
Im Sommer ist es umgekehrt: Wenn nicht geheizt wird, braucht die Wärmepumpe nur noch Strom für das Warmwasser, sofern sie es bereitet.
Einen Anhaltspunkt für einen sehr kalten Tag gibt die Heizlast. Sie ist die Wärmeleistung in kW, die Ihr Haus bei der Norm-Außentemperatur braucht, dem kalten Auslegungswert für Ihren Ort; der Wärmebedarf dagegen ist die Energie in kWh über ein ganzes Jahr. Ein Haus mit 8 kW Heizlast braucht an einem Tag mit Norm-Außentemperatur rund 8 kW × 24 h = 192 kWh Wärme für die Heizung; das Warmwasser kommt hinzu, und an noch kälteren Tagen kann es mehr sein.
Wie viel Strom daraus wird, hängt von der Effizienz an diesem Tag ab, und die liegt nach dem oben beschriebenen Prinzip unter der Jahresarbeitszahl. Ein Datenblatt zeigt die Größenordnung: Lambda nennt im Prospekt 2026 für die Luft-Wasser-Wärmepumpe EUREKA EU13L bei −7 °C Außenluft und 55 °C Vorlauftemperatur eine Leistungszahl von 2,62 nach EN 14511. Mit diesem Wert würden aus 192 kWh Wärme 192 ÷ 2,62 = rund 73 kWh Strom, knapp das Fünffache des Jahresmittels von 15 kWh. Das ist eine Orientierung für dieses Gerät an diesem Prüfpunkt, kein Messwert für Ihr Haus. Liegt die Norm-Außentemperatur an Ihrem Ort unter −7 °C, arbeitet die Wärmepumpe an einem solchen Tag mit einer niedrigeren Leistungszahl und braucht entsprechend mehr Strom.

So messen Sie Ihren Tagesverbrauch. Lesen Sie an einem kalten Morgen den Stromzähler der Wärmepumpe oder die Verbrauchsanzeige ihrer Regelung ab und 24 Stunden später noch einmal; die Differenz ist der Strom dieses Tages. Notieren Sie die Außentemperatur dazu. Nach einigen Wochen sehen Sie, wie Ihr Haus auf Frost reagiert. Laufen Haushalt und Wärmepumpe über einen gemeinsamen Zähler, gelingt die Messung nur über die Anzeige der Wärmepumpe.
JAZ, COP und SCOP: welcher Wert in die Rechnung gehört
Im Datenblatt einer Wärmepumpe stehen andere Effizienzwerte als die JAZ. Die Leistungszahl (COP) gilt für einen einzelnen Prüfpunkt, der SCOP für eine Heizperiode unter durchschnittlichen Klimaverhältnissen. Beide beschreiben das Gerät unter Normbedingungen, nicht Ihr Haus. In die Rechnung gehört die JAZ, und für sie gibt es zwei Quellen:
- Die geplante JAZ. Für die KfW-Förderung muss die Wärmepumpe so ausgelegt sein, dass sie eine JAZ von mindestens 3,0 erreicht; der Nachweis ist eine Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1. Diese Berechnung gilt für Ihr Haus und ist deshalb die wichtigste Grundlage für Ihre Schätzung. Lassen Sie sie sich mit dem Angebot geben.
- Die gemessene JAZ. Wie weit reale Anlagen auseinanderliegen, zeigen Messungen des Fraunhofer ISE an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern der Baujahre 1826 bis 2001: Bei den Luft-Wasser-Geräten reichte die JAZ von 2,6 bis 4,9, der Mittelwert lag bei 3,4. Erdwärmepumpen kamen auf 3,6 bis 5,4, im Mittel auf 4,3.
Messwerte weichen vom Datenblatt ab, weil Wetter, Temperaturen im Heizsystem, Warmwasseranteil, Betriebsweise und Qualität der Installation eingehen (Bundesverband Wärmepumpe). Die JAZ ist ein Ergebnis der ganzen Anlage, keine Eigenschaft des Geräts. Derselbe Prospekt von Lambda nennt für die EUREKA EU13L einen SCOP von 6,10 bei 35 °C und 4,57 bei 55 °C, jeweils für ein mittleres Klima. Das ist eine Normeinstufung des Geräts und nicht die JAZ, die es in Ihrem Haus erreicht; dafür zählen die Auslegung des Fachbetriebs und nach dem ersten Jahr Ihre eigene Messung. Im Beispielhaus rechnen wir mit 3,3, etwas vorsichtiger als der Mittelwert der Feldmessung, und zeigen 2,8 und 4,0 als Spanne. Wie Sie Datenblattwerte lesen und vergleichen, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl, COP und SCOP.
Stromkosten und Betriebskosten: Was der Strom im Jahr kostet
Die Stromkosten sind der Stromverbrauch mal Strompreis. Wir rechnen mit 37,3 ct/kWh, dem durchschnittlichen Strompreis für Haushalte 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse. Er gilt für 3.500 kWh im Jahr, enthält den Grundpreis anteilig und lässt Wärmepumpentarife außen vor. Weil solche Sonderverträge nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz einige Cent unter dem Haushaltsstrompreis liegen, ist die Rechnung eher vorsichtig. Gas kostet im Einfamilienhaus laut BDEW 2026 im Schnitt 12,23 ct/kWh, ebenfalls mit anteiligem Grundpreis, gerechnet für 20.000 kWh im Jahr, also genau den Verbrauch des Beispielhauses.
Für das Beispielhaus mit JAZ 3,3:
- Wärmepumpe: 5.455 kWh × 0,373 €/kWh = 2.035 € im Jahr, im Mittel rund 170 € im Monat.
- Gaskessel heute: 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 € im Jahr.
So verändert die Effizienz das Ergebnis:
| JAZ | BedeutungWoher der Wert kommt: Messwerte des Fraunhofer ISE in Bestandshäusern, Mindestwert der Planung für die KfW-Förderung oder unsere Annahmen | Strom im Jahr | StromkostenStrom mal 0,373 €/kWh, BDEW-Durchschnitt 2026 mit anteiligem Grundpreis; ohne Wartung | Vergleich GasGaskessel heute: 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 € |
|---|---|---|---|---|
| 2,6 | niedrigster Messwert der Feldmessung | 6.923 kWh | 2.582 € | 136 € mehr |
| 2,8 | untere Annahme | 6.429 kWh | 2.398 € | 48 € weniger |
| 3,0 | Mindestwert der Planung für die Förderung | 6.000 kWh | 2.238 € | 208 € weniger |
| 3,3 | unsere zentrale Annahme | 5.455 kWh | 2.035 € | 411 € weniger |
| 3,4 | Mittelwert der Feldmessung | 5.294 kWh | 1.975 € | 471 € weniger |
| 4,0 | obere Annahme | 4.500 kWh | 1.679 € | 767 € weniger |
| 4,9 | höchster Messwert der Feldmessung | 3.673 kWh | 1.370 € | 1.076 € weniger |
Gaskessel heute: 2.446 € im Jahr
Stromkosten der Wärmepumpe im Jahr
| Jahresarbeitszahl | Wärmepumpe im Beispielhaus |
|---|---|
| JAZ 2,6 | 2.582 € |
| JAZ 2,8 | 2.398 € |
| JAZ 3,0 | 2.238 € |
| JAZ 3,3 | 2.035 € |
| JAZ 3,4 | 1.975 € |
| JAZ 4,0 | 1.679 € |
| JAZ 4,9 | 1.370 € |
Was das für das Beispielhaus heißt:
- Bei einer JAZ um 2,7 kosten Gas und Strom im Beispielhaus gleich viel. Genau liegt die Grenze bei 18.000 kWh × 0,373 €/kWh ÷ 2.446 € ≈ 2,745, also bei etwa 2,75. Darüber sind die Energiekosten der Wärmepumpe niedriger, darunter höher.
- Die Messwerte zeigen beide Seiten. Die schwächste Luft-Wasser-Wärmepumpe in der Feldmessung hätte im Beispielhaus 136 € mehr Energiekosten verursacht als der Gaskessel, eine Anlage mit dem Mittelwert 471 € weniger.
- Was fehlt. Wartung und Schornsteinfeger sind nicht eingerechnet. Für die Wartung der Wärmepumpe nannten 22 der 160 Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, einen Preis, im Median 360 € je Wartung. Beim Gaskessel fallen Wartung und Schornsteinfeger an.
Was die Anlage selbst kostet und wie sich die Preise zusammensetzen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Netzentgelt und Wärmepumpentarif
Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind, sind nach § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes steuerbar: Der Netzbetreiber darf ihre Leistung zeitweise drosseln, wenn eine Beschädigung oder Überlastung des örtlichen Netzes droht, übergangsweise auch vorbeugend, mindestens 4,2 kW bleiben ihr aber immer, und im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. Mit den Durchschnittspreisen für Wärmepumpenstrom aus dem Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt (27,44 ct/kWh mit getrennter, 31,70 ct/kWh mit gemeinsamer Messung, Preisstand 1. April 2025) käme das Beispielhaus auf rund 1.497 € beziehungsweise 1.729 € statt 2.035 € im Jahr; welche Module, Zähler und Tarife infrage kommen, vergleicht der Ratgeber Wärmepumpentarif und § 14a EnWG.
Heizstab: wann er Strom kostet
Der Heizstab ist eine elektrische Zusatzheizung, die die Wärmepumpe bei besonders kalten Temperaturen unterstützt. Nach Einschätzung des Bundesverbands Wärmepumpe reicht ein System mit integriertem Elektroheizstab in der Regel aus, um die wenigen Tage mit hohen Minusgraden auszugleichen.

Wie wenig er in der Praxis ausmachen kann, zeigt die Feldmessung des Fraunhofer ISE: Bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen entfielen nur 1,3 % des Stroms auf die Heizstäbe, bei den Erdwärmepumpen nahezu nichts. Die Forscher führen das auch auf die vergleichsweise milden Winter im Messzeitraum zurück. Übertragen auf das Beispielhaus wären 1,3 % von 5.455 kWh rund 71 kWh oder 26 € im Jahr; in einem strengen Winter kann es mehr sein.
Teurer wird es, wenn der Heizstab regelmäßig mitläuft. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Jahresarbeitszahl sinkt, wenn ein Heizstab eingesetzt wird oder die Wärmepumpe einen hohen Temperaturhub leisten muss, etwa für heißes Warmwasser.
Manchmal ist ein größerer Anteil gewollt. Für Häuser mit hohem Verbrauch nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz als Option, eine etwas zu klein ausgelegte Wärmepumpe einzubauen und den Spitzenbedarf an kalten Tagen vom Heizstab oder der alten Heizung decken zu lassen. Das gilt, bis die Sanierungsschritte eines Modernisierungsplans für die nächsten fünf bis zehn Jahre den Bedarf senken. Rechnen Sie dann mit einem höheren Heizstab-Anteil. Für die KfW-Förderung muss die Auslegung trotzdem auf der raumweisen Heizlastberechnung beruhen und die JAZ von 3,0 erreichen; bleibt die alte Heizung in Betrieb, gelten weitere Förderbedingungen, und der Klimageschwindigkeits-Bonus entfällt in der Regel. Klären Sie das vor dem Auftrag mit dem Fachbetrieb oder einem Energieeffizienz-Experten.
Fragen Sie den Fachbetrieb, wann der Heizstab zugeschaltet wird und ob die Regelung seinen Strom getrennt ausweist. Läuft er auch an milden Tagen, lassen Sie die Einstellung prüfen.
Für § 14a EnWG zählt der Heizstab zur Wärmepumpe: Die Bundesnetzagentur rechnet Zusatz- und Notheizungen wie Heizstäbe mit. Das entscheidet mit, ob eine seit 1. Januar 2024 in Betrieb genommene Anlage über 4,2 kW liegt. Dann darf der Netzbetreiber ihre Leistung zeitweise drosseln, wenn eine Beschädigung oder Überlastung des Netzes droht, übergangsweise auch vorbeugend, wobei ihr mindestens 4,2 kW bleiben.
Eigenen Verbrauch messen und die JAZ prüfen
Ob Ihre Wärmepumpe so sparsam läuft wie geplant, zeigt erst der Betrieb. Bei geförderten Anlagen sind die Messgeräte dafür vorgeschrieben: Nach der Förderrichtlinie müssen alle Energieverbräuche und alle erzeugten Wärmemengen der Wärmepumpe messtechnisch erfasst werden, und die Heizung braucht eine Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige. Lesen Sie Wärme und Strom über zwölf Monate ab und teilen Sie die Wärme durch den Strom: Zeigt die Anzeige im Beispielhaus nach einem Jahr 18.000 kWh Wärme und 6.429 kWh Strom, liegt die JAZ bei 2,8 und damit unter dem Mittelwert der Feldmessung von 3,4. Wie Sie richtig ablesen, was das Wetter ausmacht und was Sie bei einem zu niedrigen Wert tun, zeigt der Ratgeber Jahresarbeitszahl.

Weniger Strom verbrauchen: sechs Stellschrauben
Bei gleichem Haus entscheidet die Effizienz der Anlage über den Stromverbrauch. Die ersten Punkte gehören in die Planung, die letzten in den Betrieb.
| Stellschraube | Was sie bewirkt | WannWann Sie den Punkt angehen: bei der Planung, im Betrieb oder bei einer Sanierung |
|---|---|---|
| Passende Leistung | Eine zu große Wärmepumpe schaltet häufig ein und aus; Sicherheitszuschläge machen sie teurer und senken die Effizienz | Planung, mit raumweiser Heizlastberechnung |
| Niedrige Vorlauftemperatur | Jedes Grad weniger macht die Wärmepumpe einige Prozent effizienter | Planung und Betrieb |
| Hydraulischer Abgleich | Alle Heizkörper erhalten die passende Wassermenge; ohne ihn wird oft die Vorlauftemperatur erhöht, was nur den Verbrauch steigert | Planung, Bedingung für die KfW-Förderung |
| Warmwasser im Blick | Höhere Warmwassertemperaturen senken die Effizienz; Heizung und Warmwasser sollten sauber getrennt arbeiten | Planung und Betrieb |
| Heizstab nur für Spitzen | Er soll an wenigen sehr kalten Tagen helfen, nicht regelmäßig mitlaufen | Betrieb |
| Weniger Wärmebedarf | Dämmung senkt den Wärmebedarf und erlaubt eine niedrigere Vorlauftemperatur | bei einer Sanierung |
Vorlauftemperatur und Heizkurve. Als Mindestziel empfiehlt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, das Heizungswasser auf höchstens 55 °C zu begrenzen; weniger ist besser. Die Heizkurve, die für jede Außentemperatur die Vorlauftemperatur festlegt, muss in jedem Fall an das Haus angepasst werden; für die Förderung ist das ohnehin Bedingung. Wie Sie sie einstellen und prüfen, erklärt der Ratgeber Vorlauftemperatur und Heizkurve.
Hydraulischer Abgleich. Ohne ihn wird oft die Pumpenleistung oder die Vorlauftemperatur erhöht, was nach Erfahrung der Verbraucherzentrale nur den Verbrauch steigert; wie der Abgleich nach Verfahren B abläuft, den die KfW-Förderung verlangt, erklärt der Ratgeber Hydraulischer Abgleich.
Warmwasser. Wie viel Temperatur und Zirkulation ausmachen, zeigt eine Beispielrechnung, die das Umweltbundesamt anführt: Wird in einem typischen Einfamilienhaus das Warmwasser von 48 auf 60 °C angehoben und zugleich eine Zirkulation betrieben, sinkt die Jahresarbeitszahl der Warmwasserbereitung von 3,22 auf 2,19; mit den Verlusten der Zirkulation steigen Energiebedarf und Energiekosten dort um rund 15 %. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine feste Vorschrift, empfohlen werden mindestens 55 bis 60 °C. Sparen Sie deshalb nicht an der Temperatur, sondern achten Sie darauf, dass die Temperaturniveaus von Heizung und Warmwasser zuverlässig getrennt sind: In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE stellte ein Teil der Anlagen mit Kombispeicher unnötig Wärme auf Warmwasser-Niveau bereit, weil diese Trennung fehlte.
Weniger Wärmebedarf. Bei gleicher JAZ sinkt der Strom im selben Verhältnis wie die Wärme. Angenommen, Dämmung senkt den Wärmebedarf des Beispielhauses um 10 %: Dann sind das 1.800 kWh ÷ 3,3 = 545 kWh Strom weniger, also 545 kWh × 0,373 €/kWh = 203 € im Jahr. Zusätzlich kann die Vorlauftemperatur sinken, weil das Haus dann weniger Heizleistung braucht; das verbessert die JAZ.
Checkliste: Stromverbrauch planen und im Blick behalten
Die ersten Punkte klären Sie vor dem Auftrag, die letzten im ersten Betriebsjahr.
- Verbrauch. Mittelwert mehrerer Gasabrechnungen in kWh, mit dem Nutzungsgrad des Kessels in Wärme umgerechnet.
- Geplante JAZ. Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1 für Ihr Haus; für die Förderung mindestens 3,0.
- Erwarteter Strom. Wärme ÷ geplante JAZ, zur Sicherheit auch mit einer niedrigeren JAZ gerechnet.
- Heizstab. Wann er zugeschaltet wird und ob die Regelung seinen Strom getrennt anzeigt.
- Warmwasser. Temperatur und Trennung von Heizung und Warmwasser im Angebot beschrieben.
- Zählerkonzept. Gemeinsamer oder eigener Zähler für die Wärmepumpe, schriftlich im Angebot.
- Netzentgelt. Bei einer steuerbaren Wärmepumpe (über 4,2 kW, seit 1. Januar 2024 in Betrieb; der Netzbetreiber darf bei drohender Beschädigung oder Überlastung des Netzes, übergangsweise auch vorbeugend, zeitweise bis auf 4,2 kW drosseln) Modul 1 oder Modul 2 bewusst wählen und Wärmepumpentarife vergleichen.
- Messung. Wärmemenge und Strom werden erfasst, die Anzeige zeigt Verbrauch und Effizienz; Startwerte notiert.
- Nach zwölf Monaten. JAZ aus Wärme und Strom berechnen, mit der Planung vergleichen, bei Abweichung Heizkurve und Einstellungen prüfen lassen.
Werte, die sich ändern
| Was | Wert | gilt |
|---|---|---|
| Strompreis Haushalte | 37,3 ct/kWh | BDEW-Durchschnitt 2026, Neukundentarife, 3.500 kWh im Jahr, Grundpreis anteilig enthalten, ohne Wärmepumpentarife |
| Gaspreis Einfamilienhaus | 12,23 ct/kWh | BDEW-Durchschnitt 2026, 20.000 kWh im Jahr, Grundpreis anteilig enthalten |
| Wärmepumpentarif | 27,44 ct/kWh getrennte Messung, 31,70 ct/kWh gemeinsame Messung | Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt, Preisstand 1. April 2025, 7.500 kWh im Jahr, brutto |
| Wartung der Wärmepumpe | 360 € je Wartung (Median) | 22 von 160 Angeboten, Rheinland-Pfalz, September 2025 bis April 2026 |
| JAZ in der Feldmessung | 3,4 (2,6–4,9) | Fraunhofer ISE, Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern, Ergebnisse von 2025 |
| Mindest-JAZ für die KfW-Förderung | 3,0 | Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1, Förderrichtlinie BEG EM bis 31. Dezember 2030 |
So haben wir gerechnet
Alle Beispiele gehören zu unserem Beispielhaus, einer Annahme: Baujahr 1975, 140 m², Heizkörper, 20.000 kWh Gas bei 90 % Nutzungsgrad, also 18.000 kWh Wärme, eine JAZ von 3,3 (Spanne 2,8 bis 4,0) und die BDEW-Durchschnittspreise 2026 mit anteiligem Grundpreis. Wärmepumpentarife zeigen wir nur als zweiten Fall mit eigenem Preisstand; Wartung, Schornsteinfeger und Photovoltaik sind nicht eingerechnet. Es ist eine Modellrechnung, keine Prognose für Ihr Haus. Wie wir rechnen, steht in unserer redaktionellen Methode.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Tag im Winter?
Eine feste Zahl gibt es nicht, denn der Tagesverbrauch folgt der Außentemperatur, dem Haus und der Vorlauftemperatur. Über das Jahr gerechnet kommt das Beispielhaus auf rund 15 kWh Strom täglich. An sehr kalten Tagen ist es deutlich mehr als im Jahresmittel, weil das Haus mehr Wärme verliert und die Wärmepumpe zugleich weniger effizient arbeitet: Für ein Haus mit 8 kW Heizlast ergibt die Leistungszahl aus einem Herstellerdatenblatt bei −7 °C zur Orientierung rund 73 kWh an einem solchen Tag; ist es kälter als −7 °C, wird es mehr. Den Wert Ihrer Anlage erhalten Sie, wenn Sie Zähler oder Verbrauchsanzeige an zwei Morgen nacheinander ablesen.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr im Einfamilienhaus?
So viel, wie das Haus an Wärme braucht, geteilt durch die JAZ. Je nach Haus liegt der Strombedarf bei JAZ 3,3 zwischen rund 3.000 kWh (10.000 kWh Wärme) und rund 7.600 kWh (25.000 kWh Wärme); unser Beispielhaus braucht 5.455 kWh.
Wie berechne ich den Stromverbrauch meiner Wärmepumpe?
Vor dem Kauf schätzen Sie ihn aus dem bisherigen Verbrauch: Gas in kWh mal Nutzungsgrad des Kessels ergibt die Wärme, diese geteilt durch die geplante JAZ den Strom. Im Betrieb geht es genauer. Geförderte Anlagen messen Strom und erzeugte Wärme, sodass Sie den tatsächlichen Verbrauch ablesen und daraus Ihre JAZ berechnen können.
Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?
Multiplizieren Sie den Stromverbrauch mit Ihrem Strompreis je kWh. Für das Beispielhaus ergeben 5.455 kWh zum BDEW-Haushaltsdurchschnitt von 0,373 €/kWh 2.035 € im Jahr. Zu den Durchschnittspreisen für Wärmepumpentarife aus dem Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt (Preise vom 1. April 2025) wären es rund 1.500 bis 1.730 €. Die Wartung kommt in beiden Fällen hinzu.
Wie viel Strom verbraucht der Heizstab einer Wärmepumpe?
In den Messungen des Fraunhofer ISE wenig: Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen gingen 1,3 % des Stroms an die Heizstäbe, allerdings in eher milden Wintern. Für das Beispielhaus entspräche das gut 70 kWh im Jahr. Mehr wird es, wenn der Heizstab bei einer knapp ausgelegten Wärmepumpe bewusst die Spitzen an kalten Tagen übernimmt.
Braucht eine Wärmepumpe im Altbau mehr Strom?
Nicht wegen des Baujahrs: In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE zeigte sich keine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz. Mehr Strom braucht ein Haus mit hohem Wärmebedarf oder hoher Vorlauftemperatur. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht einen wirtschaftlichen Betrieb vor allem bis etwa 150 kWh Energiebedarf pro m² und Jahr, einschließlich Warmwasser; das Beispielhaus liegt mit 20.000 kWh ÷ 140 m² bei rund 143 kWh. Wie Sie Ihr Haus prüfen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Woran erkenne ich, dass meine Wärmepumpe zu viel Strom verbraucht?
Am verlässlichsten an der Jahresarbeitszahl eines ganzen Jahres, nicht am Strom eines kalten Monats. Liegt sie spürbar unter dem Wert aus der Planung nach VDI 4650, lohnt ein Termin mit dem Fachbetrieb. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE fielen unter anderem zu groß ausgelegte Geräte auf, die sehr häufig takteten, und Kombispeicher, die Wärme unnötig auf Warmwasser-Temperaturniveau bereitstellten.