Lohnt sich eine Wärmepumpe? Was sie spart und wann sie sich bezahlt macht

Was eine Wärmepumpe gegenüber Gas im Jahr spart, nach wie vielen Jahren sie ihre Mehrkosten einspielt und wie Jahresarbeitszahl, Strom-, Gas- und CO2-Preis das Ergebnis verschieben: am Beispielhaus Schritt für Schritt gerechnet.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Vergleich zu Ihrer Gasheizung? Ja, wenn ohnehin eine neue Heizung fällig ist und die Anlage effizient arbeitet; läuft die alte Gasheizung einfach weiter, rechnet sich der Tausch über die Energiekosten allein nicht. In unserem Beispielhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch kostet der Wärmepumpenstrom 411 € im Jahr weniger als das Gas, bei einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,3, unserer Annahme, und BDEW-Durchschnittspreisen 2026. Gegenüber einer neuen Gasheizung sind die Mehrkosten nach dem KfW-Zuschuss mit Klimageschwindigkeitsbonus für den Tausch der noch funktionierenden, mindestens 20 Jahre alten Gasheizung in gut 17 Jahren eingespielt, bei JAZ 4,0 in gut 9 (Anträge bis 31. Dezember 2026, Durchschnittspreise der Verbraucherzentrale).

Auf einen Blick

  • Energiekosten. Im Beispielhaus 2.035 € Strom statt 2.446 € Gas im Jahr, bei JAZ 3,3, 37,3 ct/kWh Strom und 12,23 ct/kWh Gas (BDEW, Durchschnitt 2026). Günstiger als Gas ist die Wärmepumpe dort ab einer JAZ von knapp 2,75.
  • Mehrkosten. Gegenüber einer neuen Gasheizung kostet die Wärmepumpe nach 12.880 € KfW-Zuschuss mit Klimageschwindigkeitsbonus (Antrag bis 31. Dezember 2026; ohne Bonus 8.400 €) 7.120 € mehr, gerechnet mit Durchschnittspreisen der Energieberatung der Verbraucherzentrale.
  • Amortisation. Gut 17 Jahre bei JAZ 3,3, gut 9 Jahre bei 4,0; bei 2,8 nicht innerhalb der rund 20 Jahre, die man für einen Wärmeerzeuger ansetzt (Orientierungswert nach VDI 2067).
  • Größter Hebel. Die Effizienz: Zwischen JAZ 2,8 und 4,0 liegen im Beispielhaus 719 € Energiekosten im Jahr.

Was die Wärmepumpe im Beispielhaus spart

Unser Beispielhaus ist ein teilweise saniertes Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m² und Heizkörpern. Die Eigentümer wohnen selbst darin; ihre funktionierende Gasheizung ging vor mindestens 20 Jahren in Betrieb und verbraucht 20.000 kWh Gas im Jahr. Das Haus ist ein Rechenbeispiel, keine Aussage über Ihr Haus. Die Rechnung:

  1. Wärme: 20.000 kWh Gas × 90 % Nutzungsgrad = 18.000 kWh Heizwärme. Die 90 % sind unsere Annahme, für einen alten Kessel eher großzügig.
  2. Strom: 18.000 kWh ÷ JAZ 3,3 = 5.455 kWh.
  3. Kosten: 5.455 kWh × 0,373 €/kWh = 2.035 € im Jahr. Das Gas kostet 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 €.

Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viel Wärme die Anlage im Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Mit 3,3 rechnen wir etwas vorsichtiger als gemessen: Im Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern erreichten die Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel 3,4, bei einer Spanne von 2,6 bis 4,9. Die Preise sind Durchschnittswerte 2026 laut BDEW, beide mit anteiligem Grundpreis: 37,3 ct/kWh für Haushaltsstrom (3.500 kWh im Jahr, ohne Wärmepumpentarife) und 12,23 ct/kWh für Gas im Einfamilienhaus (20.000 kWh im Jahr).

Heizung im BeispielhausEnergie im JahrKosten im JahrErsparnis
Gasheizung20.000 kWh Gas2.446 €–
Wärmepumpe, JAZ 2,86.429 kWh Strom2.398 €48 €
Wärmepumpe, JAZ 3,06.000 kWh Strom2.238 €208 €
Wärmepumpe, JAZ 3,35.455 kWh Strom2.035 €411 €
Wärmepumpe, JAZ 4,04.500 kWh Strom1.679 €767 €

Gleich teuer wie Gas ist die Wärmepumpe hier bei einer JAZ von knapp 2,75 (18.000 kWh × 0,373 €/kWh ÷ 2.446 € ≈ 2,745). Die Zeile mit 3,0 zeigt den Mindestwert der Förderung: Die KfW fördert nur Anlagen, die nach VDI 4650 auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 ausgelegt sind. Die Zeile mit 2,8 steht deshalb nicht für eine förderfähige Auslegung, sondern für eine Anlage, die im Betrieb hinter ihrer Auslegung zurückbleibt.

Dem steht die Anschaffung gegenüber. 160 Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in ihrem Land ausgewertet hat (September 2025 bis April 2026), lagen im Median bei 34.898 € vor Förderung; was darin steckt, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten. Für einen Antrag bis 31. Dezember 2026 zahlt die KfW im Beispielhaus 12.880 € (30 % Grundförderung plus 16 Prozentpunkte Klimageschwindigkeitsbonus für den Tausch der funktionierenden, mindestens 20 Jahre alten Gasheizung, auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten), es bleiben 22.018 € Eigenanteil; die Bedingungen stehen im Ratgeber Wärmepumpe Förderung.

Beim Öl hängt das Ergebnis stärker am Brennstoffpreis: In unserem zweiten Beispielhaus (Einfamilienhaus von 1965, 150 m², 2.000 Liter Heizöl im Jahr, 85 % Nutzungsgrad; alles unsere Annahmen) kostet die Wärmepumpe bei JAZ 3,3 1.922 € im Jahr. Das Öl kostete nach der Preisreihe des Verbands en2x (3.000 Liter, inkl. MwSt.) im Mittel von 2025 1.884 € und im Mittel von Januar bis September 2026 2.543 €; gegenüber dem ersten Wert ist die Wärmepumpe damit 38 € teurer, gegenüber dem zweiten 621 € günstiger. Mehr im Ratgeber Ölheizung durch Wärmepumpe ersetzen.

Amortisation: Gegen welche Heizung rechnen Sie?

Die Amortisationszeit sagt, nach wie vielen Jahren die Ersparnis die Mehrkosten eingespielt hat:

Amortisation in Jahren = Mehrkosten nach Zuschuss ÷ Ersparnis im Jahr

Welche Mehrkosten Sie ansetzen, hängt an der Alternative.

Fall 1: Die alte Gasheizung läuft weiter. Dann sind die Mehrkosten der ganze Eigenanteil: 22.018 € ÷ 411 € = rund 54 Jahre. In Wirtschaftlichkeitsrechnungen setzt man für Wärmeerzeuger rund 20 Jahre an (Orientierungswert nach VDI 2067). Die Ersparnis allein macht den Tausch einer funktionierenden Heizung also nicht wett. Der Kessel im Beispielhaus hat diesen Orientierungswert aber schon erreicht; realistischer ist deshalb Fall 2.

Fall 2: Statt der Wärmepumpe käme eine neue Gasheizung. Dann zählt nur der Unterschied. Damit beide Heizungen auf derselben Grundlage stehen, nehmen wir beide Preise aus einer Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale: im Durchschnitt 36.000 € für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und 16.000 € für eine Gasheizung, jeweils mit Entsorgung der alten Heizung und betriebsfertigem Anschluss, ohne neue Heizleitungen und Heizflächen. Der Zuschuss bleibt bei 12.880 €, weil auch dieser Preis über dem Höchstbetrag liegt. Eine gewöhnliche Gasheizung fördert die KfW nicht. So bleiben 36.000 € − 12.880 € − 16.000 € = 7.120 € Mehrkosten. Für die neue Gasheizung rechnen wir mit demselben Gasverbrauch von 20.000 kWh wie heute (unsere Annahme); verbraucht ein neuer Kessel weniger, schrumpft die Ersparnis und die Amortisation dauert länger.

VergleichMehrkostenErsparnis im JahrAmortisation
Alte Gasheizung bleibt, JAZ 3,322.018 €411 €rund 54 Jahre
Neue Gasheizung, JAZ 2,87.120 €48 €über 100 Jahre
Neue Gasheizung, JAZ 3,37.120 €411 €gut 17 Jahre
Neue Gasheizung, JAZ 4,07.120 €767 €gut 9 Jahre
Neue Gasheizung, Modul 1, JAZ 3,37.120 €521–601 €rund 12–14 Jahre

Zur letzten Zeile: Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, die ab dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen werden, sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug drosseln, wenn eine Beschädigung oder Überlastung des Netzes droht, in einer Übergangszeit von höchstens 24 Monaten auch vorbeugend bis zu zwei Stunden am Tag, aber nie unter 4,2 kW. Im Gegenzug sinkt Ihr Netzentgelt, im Modul 1, das ohne andere Wahl gilt, laut Bundesnetzagentur je nach Netzgebiet um 110 bis 190 € im Jahr (Spanne von 2023; Ihren Betrag nennt das Preisblatt Ihres Netzbetreibers). Die Stromkosten im Beispielhaus sinken damit auf rund 1.845 bis 1.925 €. Zähler, Module und Tarifwahl erklärt der Ratgeber Wärmepumpentarif und § 14a EnWG.

20 Jahre im Vergleich: Gasheizung und Wärmepumpe

So sieht Fall 2 über rund 20 Jahre aus, mit gleichbleibenden Preisen von 2026: zum Start die Investition nach Zuschuss (Wärmepumpe 36.000 € − 12.880 € = 23.120 €, Gasheizung 16.000 €, Preise der Energieberatung der Verbraucherzentrale), danach jedes Jahr die Energiekosten, ohne Modul 1.

Der Mehrpreis ist nach 17,3 Jahren wieder drin

Mehrpreis gegenüber einer neuen Gasheizung 7.120 €, Ersparnis 411 € im Jahr

12,23 ct/kWh
37,30 ct/kWh
3,3
46 % · 12.880 €
Zuschuss
12.880 €
Mehrpreis
7.120 €
Ersparnis im Jahr
411 €
Vorteil der Wärmepumpe nach 20 Jahren
1.100 €
Beispielhaus von 1975 mit 140 m², 20.000 kWh Gas im Jahr, davon 18.000 kWh Heizwärme. Durchschnittspreise laut Energieberatung der Verbraucherzentrale: Luft-Wasser-Wärmepumpe 36.000 €, Gasheizung 16.000 €. KfW-Zuschuss auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten, Sätze für Anträge bis 31. Dezember 2026. Mit Klimageschwindigkeitsbonus, wie im Beispielhaus, sind es 46 %; mit Einkommensbonus bis zu 70 %, bei niedrigstem Einkommen 80 %. Gleichbleibende Preise über 20 Jahre, ohne Wartung und Schornsteinfeger.

Wärmepumpe gegen neue Gasheizung im Beispielhaus über 20 Jahre: Kaufpreis nach Zuschuss plus Energiekosten, bei gleichbleibenden Preisen.

Zuschuss 12.880 €, Mehrpreis 7.120 €. Gas kostet 2.446 € im Jahr, Strom für die Wärmepumpe 2.035 €: 411 € Ersparnis. Der Mehrpreis ist nach 17,3 Jahren wieder drin. Nach 20 Jahren: Gasheizung 64.920 €, Wärmepumpe 63.820 €.

Nach 20 Jahren liegt die Wärmepumpe bei JAZ 3,3 nur 1.100 € unter der neuen Gasheizung, bei 4,0 um 8.220 €; bei 2,8 kostet sie 6.160 € mehr. Über diese Zeit entscheidet also weniger der Kaufpreis als die Effizienz.

Bewusst nicht eingerechnet:

  • Wartung und Schornsteinfeger. Für die Wärmepumpe nannten 22 der 160 ausgewerteten Angebote im Median 360 € je Wartung; die Gasheizung braucht ebenfalls Wartung und je nach Gerät jährlich bis alle drei Jahre den Schornsteinfeger. Einen vergleichbaren Jahreswert für beide Seiten gibt es nicht.
  • Pflichtanteil für neue Gasheizungen. Wird nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Haus eingebaut, muss der Eigentümer nach § 43 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) sicherstellen, dass ab 2029 mindestens 10 % der Wärme aus Biomethan, Wasserstoff oder ähnlichen Brennstoffen stammen, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Erfüllen lässt sich die Pflicht auch mit einer passenden Wärmepumpen-Hybridheizung und von 2029 bis 2034 mit einer ausreichend großen Solarthermieanlage oder einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung; was sie kostet, hängt vom gewählten Weg und vom Angebot Ihres Gaslieferanten ab.

Vorgeschrieben ist die Wärmepumpe nicht: § 42 GModG nennt zehn Optionen für den Heizungstausch, darunter Gas und Wärmepumpe. Mehr im Ratgeber Heizungsgesetz.

Was das Ergebnis verschiebt: JAZ, Strom- und Gaspreis

So ändert sich die Ersparnis von 411 €, wenn sich eine Größe bewegt und alles andere bleibt wie im Beispielhaus:

GrößeÄnderungWirkung im Jahr
Jahresarbeitszahl3,4 statt 3,3 (Mittel im Feldtest)Wärmepumpe 60 € günstiger
Strompreis1 ct/kWh mehrWärmepumpe 55 € teurer (JAZ 3,3)
Gaspreis1 ct/kWh mehrGasheizung 200 € teurer
CO2-Preis10 € je Tonne mehrGasheizung rund 43 € teurer, bei voller Weitergabe

Die Gasrechnung reagiert auf jeden Cent rund 3,7-mal so stark wie die Stromrechnung der Wärmepumpe, weil das Haus 20.000 kWh Gas, aber nur 5.455 kWh Strom braucht.

Den größten Einfluss haben Sie über die Effizienz. Sie hängt vor allem an der Vorlauftemperatur, der Temperatur des Heizungswassers: Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt höchstens 55 °C als Mindestziel, und jedes Grad weniger macht die Wärmepumpe nach ihren Angaben einige Prozent effizienter. Dazu gehört eine Leistung, die zur Heizlast passt.

CO2-Preis: was im Gaspreis steckt und was beschlossen ist

Im Gaspreis steckt der CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz, für 2026 ein Korridor von 55 bis 65 € je Tonne. Der Bundestag hat beschlossen, dass der CO2-Preis auch 2027 zwischen 55 und 65 Euro je Tonne liegen soll, weil der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) auf 2028 verschoben wurde. Wie hoch der Preis ab 2028 liegt, steht nicht fest.

Die Gasheizung im Beispielhaus stößt rund 3,6 t CO2 im Jahr aus: 20.000 kWh × rund 0,181 kg, der Standardwert der Emissionsberichterstattungsverordnung je abgerechneter Kilowattstunde Erdgas. Wird der CO2-Preis voll weitergegeben, wie wir annehmen, stecken davon in den 2.446 € rund 240 € (bei 55 € je Tonne) bis 280 € (bei 65 €), inklusive Mehrwertsteuer.

Zum Vergleich: Die Wärmepumpe verbrennt im Haus nichts, ihr Strom hat aber einen CO2-Faktor. Mit 344 g je kWh, der Schätzung des Umweltbundesamts für den Strommix 2025, kommt sie bei JAZ 3,3 auf rund 1,9 t im Jahr, bei JAZ 2,8 auf rund 2,2 t und bei 4,0 auf rund 1,5 t; beide Seiten zeigen direkte Emissionen, ohne Förderung und Transport der Energieträger.

Wann eine Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll ist und wann nicht

Wirtschaftlich sinnvoll ist eine Wärmepumpe vor allem, wenn ohnehin eine neue Heizung fällig ist, das Haus mit höchstens 55 °C Vorlauftemperatur warm wird und der Zuschuss mit Bonus greift. Schwer oder gar nicht rechnet sich die Wärmepumpe in diesen Fällen:

  • Die Effizienz bleibt unter etwa 2,75. Dann heizt die Wärmepumpe bei den Preisen von 2026 teurer als Gas. Das Risiko steigt, wenn einzelne Räume an kalten Tagen mehr als 55 °C brauchen.
  • Der Verbrauch je Quadratmeter ist sehr hoch. Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz läuft eine Wärmepumpe vor allem bis etwa 150 kWh je m² und Jahr wirtschaftlich, Warmwasser eingerechnet; darüber sind die Betriebskosten relativ hoch. Das Beispielhaus liegt bei 20.000 kWh ÷ 140 m² = rund 143 kWh.
  • Der Bonus fällt weg. Den Klimageschwindigkeitsbonus zahlt die KfW nur Eigentümern, die selbst im Haus wohnen und eine funktionierende fossile Heizung ersetzen, eine Gasheizung wie im Beispielhaus nur, wenn ihre Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegt; Öl-, Kohle- und Gas-Etagenheizungen zählen wie Nachtspeicherheizungen unabhängig vom Alter. Die alte Heizung muss fachgerecht ausgebaut und entsorgt werden, danach darf im Gebäude oder gebäudenah keine fossile oder mit Gas betriebene Heizung mehr die Wohnung versorgen. Fällt der Kessel vor dem Antrag aus, bleiben 30 % von 28.000 €, also 8.400 €. Die Mehrkosten gegenüber einer neuen Gasheizung steigen dann auf 11.600 €, die Amortisation auf gut 28 Jahre bei JAZ 3,3 und gut 15 Jahre bei 4,0.

Ob ein Bonus in Ihrem Fall greift, bestätigen die KfW oder ein Energieeffizienz-Experte. Den praktischen Umstieg vom Gasanschluss bis zum Schornstein beschreibt der Ratgeber Gasheizung durch Wärmepumpe ersetzen.

Checkliste: So rechnen Sie Ihr eigenes Haus durch

  • Verbrauch. Notieren Sie die Kilowattstunden Gas aus der Jahresabrechnung und den Betrag dafür.
  • Wärme. Multiplizieren Sie den Verbrauch mit dem Nutzungsgrad Ihres Kessels; ohne genaueren Wert rechnen Sie wie wir mit 90 %.
  • Jahresarbeitszahl. Nehmen Sie die JAZ aus der Berechnung nach VDI 4650 zum Angebot und rechnen Sie zur Sicherheit auch mit einem halben Punkt weniger.
  • Stromkosten. Teilen Sie die Wärme durch die JAZ und multiplizieren Sie mit Ihrem Strompreis.
  • Mehrkosten. Ziehen Sie vom Angebotspreis den Zuschuss ab und, wenn ohnehin eine neue Heizung ansteht, den Preis einer neuen Gasheizung.
  • Amortisation. Teilen Sie die Mehrkosten durch die Differenz aus Gas- und Stromkosten und vergleichen Sie mit rund 20 Jahren.

Werte, die sich ändern

WasWertgilt
EnergiepreiseHaushaltsstrom 37,3 ct/kWh, Gas im Einfamilienhaus 12,23 ct/kWhDurchschnitt 2026 laut BDEW
Angebotspreis Luft-Wasser-WärmepumpeMedian 34.898 € vor Förderung160 Angebote aus Rheinland-Pfalz, September 2025 bis April 2026
DurchschnittspreiseLuft-Wasser-Wärmepumpe 36.000 €, Gasheizung 16.000 €Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale, 2026
KfW-Grundförderung30 % auf höchstens 28.000 € förderfähige KostenAntrag bis 31. Dezember 2026; Höchstbetrag in dieser Höhe bis 31. Januar 2027
Klimageschwindigkeitsbonus16 Prozentpunkte zusätzlich, im Beispielhaus zusammen 12.880 €; für Selbstnutzer beim Tausch einer funktionierenden Gasheizung ab 20 Jahren oder einer Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung jeden AltersAnträge bis 31. Januar 2027
CO2-Preis55 bis 65 € je Tonne2026; für 2027 vom Bundestag beschlossen
Netzentgelt-Rabatt Modul 1110 bis 190 € im JahrSpanne der Bundesnetzagentur von 2023

So haben wir gerechnet

Beispielhaus (eine Annahme): Einfamilienhaus von 1975, 140 m², Heizkörper, 20.000 kWh Gas im Jahr, 90 % Nutzungsgrad (auch für eine neue Gasheizung) und eine Jahresarbeitszahl von 3,3 mit 2,8 und 4,0 als Spanne, beides unsere Annahmen; Preise laut BDEW und Verbraucherzentrale, Förderung für einen Antrag bis 31. Dezember 2026, wo kein anderer Zeitraum genannt ist, ohne Einkommensbonus, Wartung, Schornsteinfeger und Finanzierung; das zweite Beispielhaus mit Heizöl steht im Abschnitt „Ersparnis“. Mehr in unserer redaktionellen Methode.

Häufige Fragen

Nach wie vielen Jahren amortisiert sich eine Wärmepumpe?

Im Beispielhaus nach gut 17 Jahren, wenn eine neue Gasheizung die Alternative ist und der Klimageschwindigkeitsbonus greift. Als Faustregel für Ihr Haus: Jede 1.000 € weniger Mehrkosten verkürzen die Amortisation bei 411 € Ersparnis um knapp zweieinhalb Jahre, und 100 € mehr Ersparnis im Jahr drücken sie von gut 17 auf knapp 14 Jahre. Liegt Ihr zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei höchstens 50.000 € im Jahr (mit Kind unter 18 Jahren 60.000 €), kommt der Einkommensbonus der KfW hinzu und die Mehrkosten sinken deutlich; Zuschuss und Bonus sind zusammen auf 70 % gedeckelt, bei sehr niedrigem Einkommen auf 80 % (Ratgeber Wärmepumpe Förderung).

Lohnt sich eine Wärmepumpe ohne Förderung?

Im Beispielhaus nicht innerhalb der rund 20 Jahre. Ohne Zuschuss betragen die Mehrkosten gegenüber einer neuen Gasheizung die vollen 20.000 € (36.000 € minus 16.000 €, Preise der Energieberatung der Verbraucherzentrale); das sind bei JAZ 3,3 knapp 49 Jahre und selbst bei JAZ 4,0 gut 26 Jahre.

Wie viel spart eine Wärmepumpe im Monat?

Im Beispielhaus rund 34 € bei JAZ 3,3, also 411 € geteilt durch zwölf; bei JAZ 4,0 rund 64 €, bei 2,8 nur rund 4 €.

Was passiert, wenn der Strompreis steigt?

Dann schrumpft die Ersparnis, aber langsam. Solange Gas im BDEW-Durchschnitt 2026 12,23 ct/kWh kostet, wäre die Wärmepumpe im Beispielhaus bei JAZ 3,3 erst bei rund 44,8 ct/kWh Strom so teuer wie die Gasheizung, 7,5 ct mehr als der Durchschnitt 2026.

Lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?

Eine eigene Solaranlage kann einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern: In Simulationen der HTW Berlin für ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 127 m² und einer 7-kWp-Anlage ließ sich rund ein Drittel des Netzstroms der Wärmepumpe vermeiden. Im Winter kommt laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aber fast der gesamte Heizstrom aus dem Netz. Rechnen Sie die Wärmepumpe deshalb zuerst ohne Solarstrom durch.