Gasheizung durch Wärmepumpe ersetzen: Was sich ändert und was es kostet

Was der Umstieg von Gas auf eine Wärmepumpe im Beispielhaus an Heizkosten bringt, wie Sie den Gasanschluss stilllegen lassen, was mit Schornstein, Warmwasser und Zählerschrank geschieht und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen.

Wer eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, zahlt in unserem Beispielhaus mit 20.000 kWh Gasverbrauch rund 2.035 € im Jahr für Strom statt 2.446 € für Gas. Das gilt bei den BDEW-Durchschnittspreisen 2026 und einer Jahresarbeitszahl von 3,3, unserer vorsichtigen Annahme. Zum Umstieg gehören neben dem Gerät die Stilllegung des Gasanschlusses, die Meldung an den Schornsteinfeger, die Umstellung der Warmwasserbereitung und oft ein Umbau des Zählerschranks. Ihre funktionierende Gasheizung darf weiterlaufen; Sie können den Wechsel also planen, statt auf einen Ausfall zu warten.

Auf einen Blick

  • Heizkosten. Im Beispielhaus ist die Wärmepumpe ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 2,75 günstiger als Gas, bei 4,0 um 767 € im Jahr (BDEW-Preise 2026).
  • Anschaffung. Der Median von 160 Angeboten aus Rheinland-Pfalz, die die dortige Verbraucherzentrale ausgewertet hat, liegt bei 34.898 € vor Förderung; beim Gas kommen Demontage, Gasanschluss und Zählerschrank als eigene Posten dazu.
  • Gasanschluss. Zwei Drittel der Netzbetreiber, die der Verbraucherzentrale NRW geantwortet haben, legen ihn kostenlos still, die übrigen für im Schnitt 930 €.
  • Schornstein. Eine elektrische Wärmepumpe braucht keinen Schornsteinfeger; den stillgelegten Schornstein melden Sie dem Bezirksschornsteinfeger.
  • Reihenfolge. Erst Vertrag mit Förderbedingung und KfW-Antrag, dann Einbau; den Gasanschluss kündigen Sie, wenn die Wärmepumpe heizt.

Wann der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe sinnvoll ist

Mit der Reform zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) wurde das frühere Betriebsverbot für alte Heizkessel (§ 72 des alten Gesetzes) zum 29. Juli 2026 gestrichen. Wer danach statt einer Wärmepumpe eine neue Gasheizung in ein bestehendes Haus einbaut, muss nach § 43 GModG einen wachsenden Anteil Biomethan, Wasserstoff und ähnliche Brennstoffe einsetzen: 10 % der Wärme ab 2029, 60 % ab 2040. Was das Gesetz sonst regelt, erklärt der Ratgeber Heizungsgesetz.

Zwei Gründe sprechen dafür, den Zeitpunkt für den Wechsel selbst zu wählen:

  • Der Zuschuss. Für Anträge bis 31. Dezember 2026 gibt die KfW 30 % Grundförderung plus 16 Prozentpunkte Klimageschwindigkeitsbonus, beides auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten. Den Bonus gibt es, wenn Sie selbst im Haus wohnen, die Inbetriebnahme Ihrer funktionierenden Gasheizung bei Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegt, die alte Heizung fachgerecht ausgebaut und entsorgt wird und danach keine fossile oder mit Gas betriebene Heizung im Gebäude oder gebäudenah Ihre Wohnung versorgt; die Einzelheiten stehen im Ratgeber Wärmepumpe Förderung. Ob Ihr Fall die Bedingungen erfüllt, klären Sie vor dem Vertrag mit dem Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten, der die Bestätigung zum Antrag erstellt.
  • Die Planung. Ein Tausch nach einem Defekt lässt wenig Zeit für Heizlastberechnung, Vergleichsangebote und den KfW-Antrag, der vor Beginn der Arbeiten gestellt sein muss.

Passt Ihr Haus? Zwei Prüfungen mit der Gasheizung

Verbrauch je Quadratmeter. Teilen Sie den Jahresgasverbrauch durch die Wohnfläche: im Beispielhaus 20.000 kWh ÷ 140 m² = rund 143 kWh je m² und Jahr. Nach Erfahrung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz laufen Wärmepumpen vor allem bis etwa 150 kWh je m² und Jahr wirtschaftlich, Warmwasser eingerechnet. Darüber sind die Betriebskosten relativ hoch.

Heizkörpertest. Begrenzen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur der Gasheizung auf 55 °C und drehen Sie alle Thermostatköpfe auf Stufe 3. Werden alle Räume warm, ist eine Wärmepumpe gut möglich; bleiben einzelne kalt, reichen dort vermutlich größere Heizkörper; bleibt es überall zu kühl, rät die Energieberatung der Verbraucherzentrale zuerst zur Dämmung.

Verbindlich ist erst die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die die KfW für die Förderung verlangt. Was bei kalten Räumen hilft, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Heizkosten: Gas und Wärmepumpe im Beispielhaus

Unser Beispielhaus von 1975 hat 140 m², Heizkörper und eine Gasheizung, die 20.000 kWh Gas im Jahr verbraucht. Mit einem Nutzungsgrad von 90 %, unserer Annahme, werden daraus 18.000 kWh Wärme, die künftig die Wärmepumpe liefern muss. Gerechnet wird mit den Durchschnittspreisen 2026 laut BDEW: 12,23 ct/kWh für Gas im Einfamilienhaus, 37,3 ct/kWh für Haushaltsstrom.

  • Gas: 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 €
  • Wärme: 20.000 kWh × 90 % = 18.000 kWh
  • Strom der Wärmepumpe: 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh
  • Stromkosten: 5.455 kWh × 0,373 €/kWh = 2.035 €
HeizungEnergie im JahrKosten im JahrGegenüber Gas
Gasheizung20.000 kWh Gas2.446 €–
Wärmepumpe, JAZ 2,86.429 kWh Strom2.398 €−48 €
Wärmepumpe, JAZ 3,35.455 kWh Strom2.035 €−411 €
Wärmepumpe, JAZ 4,04.500 kWh Strom1.679 €−767 €

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viel Wärme die Wärmepumpe übers Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen; die Luft-Wasser-Wärmepumpen darunter kamen im Mittel auf 3,4, mit einer Spanne von 2,6 bis 4,9. Gleichstand mit Gas erreicht die Wärmepumpe im Beispielhaus bei einer JAZ von etwa 2,75 (18.000 kWh × 0,373 €/kWh ÷ 2.446 € ≈ 2,745); bei 2,6 kostet der Strom 2.582 €, also 136 € mehr als Gas.

Der BDEW-Gaspreis enthält den Grundpreis anteilig; mit der Kündigung entfällt also die gesamte Gasrechnung samt Grundpreis. Der Strompreis gilt für einen Haushalt mit 3.500 kWh, dessen Grundpreis Sie ohnehin zahlen, und ist für die zusätzlichen Kilowattstunden vorsichtig angesetzt. Nicht enthalten ist die Wartung: 22 von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertete Angebote nannten für die Wärmepumpe im Median 360 € je Wartung; beim Gas kommen Wartung und Schornsteinfeger hinzu.

Wann sich der Mehrpreis gegenüber einer neuen Gasheizung zurückverdient, spielen Sie mit Gas- und Strompreis, Jahresarbeitszahl und Zuschuss in der Grafik selbst durch.

Der Mehrpreis ist nach 17,3 Jahren wieder drin

Mehrpreis gegenüber einer neuen Gasheizung 7.120 €, Ersparnis 411 € im Jahr

12,23 ct/kWh
37,30 ct/kWh
3,3
46 % · 12.880 €
Zuschuss
12.880 €
Mehrpreis
7.120 €
Ersparnis im Jahr
411 €
Vorteil der Wärmepumpe nach 20 Jahren
1.100 €
Beispielhaus von 1975 mit 140 m², 20.000 kWh Gas im Jahr, davon 18.000 kWh Heizwärme. Durchschnittspreise laut Energieberatung der Verbraucherzentrale: Luft-Wasser-Wärmepumpe 36.000 €, Gasheizung 16.000 €. KfW-Zuschuss auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten, Sätze für Anträge bis 31. Dezember 2026. Mit Klimageschwindigkeitsbonus, wie im Beispielhaus, sind es 46 %; mit Einkommensbonus bis zu 70 %, bei niedrigstem Einkommen 80 %. Gleichbleibende Preise über 20 Jahre, ohne Wartung und Schornsteinfeger.

Wärmepumpe gegen neue Gasheizung im Beispielhaus über 20 Jahre: Kaufpreis nach Zuschuss plus Energiekosten, bei gleichbleibenden Preisen.

Zuschuss 12.880 €, Mehrpreis 7.120 €. Gas kostet 2.446 € im Jahr, Strom für die Wärmepumpe 2.035 €: 411 € Ersparnis. Der Mehrpreis ist nach 17,3 Jahren wieder drin. Nach 20 Jahren: Gasheizung 64.920 €, Wärmepumpe 63.820 €.

CO2-Preis: was im Gaspreis steckt und was beschlossen ist

Im Gaspreis steckt der nationale CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz; für 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne. Der Bundestag hat beschlossen, dass der CO2-Preis auch 2027 zwischen 55 und 65 Euro je Tonne liegen soll, weil der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) auf 2028 verschoben wurde. Einen festgelegten Preis für die Jahre danach gibt es nicht.

Gibt der Lieferant ihn voll weiter, macht der CO2-Preis beim Gas nach unserer Rechnung 1,19 ct/kWh (bei 55 €) bis 1,40 ct/kWh (bei 65 €) aus, inklusive Mehrwertsteuer; von den 2.446 € des Beispielhauses sind das 237 bis 280 €. Grundlage sind 3,62 t direkte CO2-Emissionen der Gasheizung im Jahr (20.000 kWh × 0,181 kg je kWh, Standardfaktor der Emissionsberichterstattungsverordnung); jede 10 € mehr je Tonne kosten also rund 43 € (3,62 t × 10 €/t × 1,19). Die Wärmepumpe kommt bei einer JAZ von 3,3 mit dem Strommix 2025, den das Umweltbundesamt auf 344 g CO2 je kWh schätzt, auf rund 1,9 t (5.455 kWh × 0,344 kg).

Was das Umrüsten kostet: die Posten beim Gas

Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Ein- oder Zweifamilienhaus lagen 160 Angebote aus Rheinland-Pfalz, die die dortige Verbraucherzentrale ausgewertet hat (September 2025 bis April 2026), vor Förderung zwischen 21.099 und 54.168 €, im Median bei 34.898 €; das ist eine Orientierung, kein Preis für Ihr Haus. Was darin steckt und was nach dem KfW-Zuschuss bleibt, rechnet der Ratgeber Wärmepumpe Kosten vor. Beim Abschied vom Gas gehören diese Posten zusätzlich in die Planung:

PostenRichtwertHinweisQuelle
Demontage Gasheizungkein Richtwerteigene Position im Angebot; Ausbau und Entsorgung sind förderfähigKfW-Infoblatt
Warmwasserbereitung2.106 € (Median, 43 Angebote)in 85 % der Angebote enthaltenVerbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Umbau Zählerschrank2.966 € (Median, 34 Angebote)nur in 31 % der Angebote ausdrücklich enthaltenVerbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Stilllegung Gasanschlusskostenlos oder im Schnitt 930 €je nach Netzbetreiber in NRWVerbraucherzentrale NRW, 2025
Rückbau Gasanschlussim Schnitt 1.750 €endgültigVerbraucherzentrale NRW, 2025
Schornsteinkein RichtwertAnschlüsse dicht verschließen, Stilllegung melden§ 1 Abs. 3 KÜO
Heizungskeller mit einem Gas-Standkessel, dessen Abgasrohr in den Schornstein führt, daneben ein Warmwasserspeicher, an den Wänden Gaszähler, Zählerschrank und ein Heizkörper
Was beim Abschied vom Gas angefasst wird: Gaskessel, Abgasrohr zum Schornstein, Warmwasserspeicher, Gaszähler und Zählerschrank, jedes davon ein Posten in der Tabelle.

Gasanschluss kündigen: Stilllegung oder Rückbau

Beim Gas kündigen Sie zweimal: den Liefervertrag beim Gaslieferanten und den Netzanschluss beim Gasnetzbetreiber.

Liefervertrag. Laut Verbraucherzentrale laufen Verträge oft bis zu 24 Monate, und der Heizungswechsel allein begründet grundsätzlich kein Sonderkündigungsrecht. Prüfen Sie deshalb früh die Kündigungsfrist, damit der Vertrag nach der Inbetriebnahme der Wärmepumpe endet.

Netzanschluss. Für das Ende des Anschlusses gibt es zwei Wege:

  • Stilllegung: Der Netzbetreiber unterbricht den Anschluss und baut den Gaszähler aus; die Leitung bleibt im Boden, ein späterer Wiederanschluss kann möglich bleiben.
  • Rückbau: Gasleitung und alle Anlagenteile werden vollständig entfernt. Das ist endgültig; Gas gäbe es danach nur über einen neuen Anschluss.
Zwei Ansichten eines Hausanschlusses: links liegt die Gasleitung noch im Boden, rechts ist sie aus einem offenen Graben entfernt
Stilllegung (links): Der Anschluss ist unterbrochen, die Leitung bleibt im Boden. Rückbau (rechts): Gasleitung und Anlagenteile werden vollständig entfernt.

Die Verbraucherzentrale NRW hat im März 2025 alle 115 Gasnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen befragt, 37 haben geantwortet. Zwei Drittel davon legen einen Anschluss kostenlos still, die übrigen verlangen im Schnitt 930 €; ein Rückbau kostet im Schnitt 1.750 €. Ob Netzbetreiber für die Stilllegung überhaupt Geld verlangen dürfen, ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt; entscheiden muss der Bundesgerichtshof.

Die Verbraucherzentrale rät, nach der Kündigung dem Netzbetreiber die Wahl zwischen Stilllegung und Rückbau zu überlassen, keine Kostenzusage vorschnell zu unterschreiben und eine Forderung nur mit Begründung und unter Vorbehalt zu zahlen.

Die Stilllegung des Gasanschlusses fehlt in der Liste förderfähiger Demontagearbeiten des KfW-Infoblatts; planen Sie die Anschlusskosten deshalb vorsichtshalber ohne Zuschuss ein.

Schornstein und Schornsteinfeger nach dem Umstieg

Eine elektrische Wärmepumpe hat keine Feuerstätte und keine Abgasanlage; für sie entfällt der Schornsteinfeger. Der alte Schornstein fällt nach § 1 Abs. 3 der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) aus der Kehr- und Überprüfungspflicht, wenn er dauerhaft stillgelegt ist und drei Bedingungen erfüllt:

  • Die Anschlussöffnungen für Feuerstätten sind dicht mit nicht brennbarem Material verschlossen.
  • Die Gaszufuhr ist durch Verschluss der Gasleitungen dauerhaft unterbunden.
  • Die Stilllegung ist dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger schriftlich oder elektronisch mitgeteilt.

Nutzt ein Kaminofen weiter einen Zug des Schornsteins, bleibt diese Abgasanlage kehr- und überprüfungspflichtig.

Mit der Gasheizung entfällt die Feuerstättenschau, die im Abstand von drei bis fünf Jahren ansteht. Der Bezirksschornsteinfeger berechnet sie nach § 6 KÜO in Arbeitswerten zu je 1,40 € zuzüglich Mehrwertsteuer; in unserem Beispiel mit einem Gaskessel und 10 m Schornstein sind das 11,7 + 6,0 + 10 × 1,0 = 27,7 Arbeitswerte, rund 46 € inklusive Mehrwertsteuer. Ebenfalls weg fallen die Überprüfungen, die der Feuerstättenbescheid je nach Gerät jährlich, alle zwei oder alle drei Jahre vorsieht; ihr Preis ist gesetzlich nicht festgelegt.

Warmwasser, Platz und Strom: was sich im Haus ändert

Warmwasser. Die Wärmepumpe erwärmt auch das Trinkwasser, je nach System über einen Trinkwasserspeicher oder einen Pufferspeicher mit Frischwasserstation. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine feste Temperaturvorschrift; das Umweltbundesamt empfiehlt durchgängig über 55 °C. Heißeres Wasser und eine Zirkulationsleitung kosten Effizienz: In einem Typhaus, das das Umweltbundesamt zitiert, sinkt die Jahresarbeitszahl für das Warmwasser von 3,22 (48 °C, ohne Zirkulation) auf 2,19 (60 °C, mit Zirkulation).

Platz. Die Außeneinheit braucht einen festen Stand, etwa ein Fundament, die Speicher brauchen Platz im Haus; lassen Sie sich Maße und Aufstellort im Angebot nennen.

Zwei aufgeschnittene Räume nebeneinander: links eine Gas-Wandtherme mit Abgasrohr durch die Decke und Gaszähler, rechts eine Inneneinheit mit Speicher, Regelung und Elektrik an der Wand und draußen die Außeneinheit einer Wärmepumpe auf einem Gestell
Vorher und nachher: Abgasrohr und Gaszähler fallen weg, dafür brauchen Speicher und Inneneinheit Platz im Haus und die Außeneinheit einen festen Stand im Freien.

Zählerschrank. Entspricht er nicht den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers oder fehlt Platz für zusätzliche Technik, muss er angepasst oder erneuert werden. Laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist ein gemeinsamer Zähler für Haus und Wärmepumpe einfach und kostengünstig; mit einem zweiten Zähler nur für die Wärmepumpe können Sie einen Wärmepumpentarif wählen, der Einbau ist dafür aufwendiger.

Steuerbare Wärmepumpe (§ 14a EnWG). Hat die Wärmepumpe mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung (ein Heizstab zählt mit) und wird sie ab dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen, ist sie eine steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug dann bei drohender Beschädigung oder Überlastung des Netzes drosseln, übergangsweise auch vorbeugend, und nie unter 4,2 kW; der übrige Haushaltsstrom ist nicht betroffen. Im Gegenzug zahlen Sie ein niedrigeres Netzentgelt, und den Anschluss darf der Netzbetreiber nicht wegen fehlender Netzkapazität ablehnen oder verzögern. Für den Standardfall (Modul 1) nennt die Bundesnetzagentur eine Spanne von 110 bis 190 € im Jahr aus dem Jahr 2023; den aktuellen Betrag nennt das Preisblatt Ihres Netzbetreibers. Mit dieser Spanne sänken die Stromkosten im Beispielhaus von 2.035 € auf etwa 1.845 bis 1.925 €.

Der Ablauf: in acht Schritten von Gas zur Wärmepumpe

  1. Unterlagen. Gasabrechnungen, Wohnfläche, Baujahr und Belege zur Inbetriebnahme der Gasheizung.
  2. Angebote. Leistung aus einer raumweisen Heizlastberechnung, jeder Posten mit Preis; wie Sie vergleichen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpen-Angebot prüfen.
  3. Bestätigung und Vertrag. Ein Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experte erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA); Ihr Liefer- oder Leistungsvertrag bekommt eine aufschiebende oder auflösende Bedingung, die ihn an die Zusage der KfW knüpft, und nennt das voraussichtliche Datum der Umsetzung.
  4. KfW-Antrag. Sie stellen ihn in „Meine KfW“ vor Vorhabenbeginn; ein Vertrag ohne diese Bedingung oder der Start der Arbeiten vor Ort schließt die Förderung aus (KfW-Antrag für die Wärmepumpe).
  5. Netzbetreiber und Messsystem. Die Wärmepumpe wird vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber angemeldet; das kann der Elektrobetrieb übernehmen. Für den Zuschuss bestellen Sie beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem, bei einer steuerbaren Wärmepumpe samt Steuerungseinrichtung, spätestens bis zur Inbetriebnahme oder Abnahme.
  6. Einbau. Die Gasheizung wird fachgerecht ausgebaut und entsorgt; zur Inbetriebnahme gehören der hydraulische Abgleich nach Verfahren B und die Heizkurve.
  7. Gas abmelden. Netzanschluss und Liefervertrag kündigen, die Stilllegung des Schornsteins dem Bezirksschornsteinfeger melden.
  8. Nachweise. Rechnungen und Bestätigungen fristgerecht einreichen; danach zahlt die KfW aus, und die Wärmepumpe nutzen Sie zehn Jahre zweckentsprechend.

So wird die Wärmepumpe eingebaut: zehn Schritte im Bild

Die zehn Bilder zeigen an einem Haus mit Heizkörpern, was dabei im Haus geschieht: von der Bestandsaufnahme bis zur Inbetriebnahme.

  1. Schnittbild eines zweigeschossigen Hauses mit Heizkörpern; im Hauswirtschaftsraum stehen der alte Kessel und sein Speicher, an einem Heizkörper wird gemessen

    Bestandsaufnahme

    Der Fachbetrieb nimmt Räume, Heizkörper und Zählerschrank auf, solange die alte Heizung noch läuft.

  2. Dasselbe Haus: Kessel und Speicher sind nur noch blass angedeutet, ein Pfeil zeigt ihren Abtransport

    Altanlage raus

    Der alte Kessel und sein Warmwasserspeicher werden abgeklemmt und aus dem Haus gebracht.

  3. Neben dem Haus zwei Streifenfundamente auf Kies mit einer Kiesgrube darunter; der Hauswirtschaftsraum ist leer

    Fundament

    Neben dem Haus entsteht der feste Stand für die Außeneinheit.

  4. Die Außeneinheit steht auf dem Fundament neben dem Haus

    Außeneinheit

    Das Gerät wird auf das Fundament gesetzt.

  5. Kernbohrgerät im Hauswirtschaftsraum; rote und blaue Leitungen führen von der Außeneinheit durch die Wand

    Wanddurchführung

    Eine Kernbohrung durch die Außenwand nimmt die Leitungen und das Kabel zur Außeneinheit auf.

  6. Inneneinheit und Warmwasserspeicher stehen im Hauswirtschaftsraum, verbunden mit den Leitungen der Außeneinheit

    Innengeräte

    Inneneinheit und Warmwasserspeicher kommen an den Platz der alten Heizung.

  7. Rote und blaue Leitungen verbinden Inneneinheit, Speicher und die Heizkörperleitungen des Hauses

    Hydraulik

    Die Inneneinheit wird an die vorhandenen Heizkörperleitungen angeschlossen, der Speicher an Kalt- und Warmwasser.

  8. Erweiterter Zählerschrank mit zusätzlichen Geräten, Kabel führen zur Inneneinheit und zur Außeneinheit

    Elektrik

    Im Zählerschrank kommt die Technik für die Wärmepumpe dazu, Innen- und Außeneinheit werden angeschlossen.

  9. Befüllgerät mit Schläuchen am Speicher, Ventile an den Heizkörpern

    Befüllen und Abgleich

    Die Anlage wird befüllt und entlüftet, an den Heizkörperventilen wird der hydraulische Abgleich eingestellt.

  10. Die fertige Anlage in Betrieb: Wärme steigt von den Heizkörpern auf, Luft strömt in die Außeneinheit

    Inbetriebnahme

    Die Heizkurve ist eingestellt, die Wärmepumpe läuft, Heizkörper und Warmwasser werden warm.

Vereinfachte Darstellung an einem Beispielhaus. Welche Schritte bei Ihnen anfallen, legt der Fachbetrieb nach der Bestandsaufnahme fest.

Checkliste: Vor dem Umstieg von Gas auf Wärmepumpe

  • Angebot. Demontage, Warmwasser, Zählerschrank und Förderbedingung stehen mit Preis darin oder sind ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Messsystem. Die Bestellung liegt vor und ist dem Fachbetrieb gezeigt.
  • Liefervertrag. Laufzeit und Kündigungsfrist sind notiert, das Vertragsende liegt nach der Inbetriebnahme.
  • Netzbetreiber. Der Anschluss wird erst nach der Inbetriebnahme gekündigt, schriftlich und ohne vorschnelle Kostenzusage.
  • Gemeinde. Sie wissen, ob ein Anschluss Ihres Grundstücks an ein Wärmenetz beschlossen ist; dann fördert die KfW nur diesen Anschluss.

Werte, die sich ändern

WasWertgilt
KfW-Grundförderung30 %, auf höchstens 28.000 € förderfähige KostenAnträge bis 31. Dezember 2026
Klimageschwindigkeitsbonus16 Prozentpunkte, auf höchstens 28.000 € förderfähige KostenAnträge bis 31. Januar 2027; die Stufen danach nennt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung
Gaspreis Einfamilienhaus12,23 ct/kWhDurchschnitt 2026 laut BDEW
Strompreis Haushalte37,3 ct/kWhDurchschnitt 2026 laut BDEW
CO2-Preis55 bis 65 € je Tonne2026 nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz; für 2027 vom Bundestag beschlossen
Netzentgelt-Rabatt Modul 1110 bis 190 € im Jahr, im Gegenzug für die SteuerbarkeitWärmepumpen über 4,2 kW, in Betrieb ab 1. Januar 2024; Spanne der Bundesnetzagentur von 2023
Arbeitswert Schornsteinfeger1,40 € zuzüglich Mehrwertsteuerseit 21. Januar 2025 (§ 6 KÜO)

So haben wir gerechnet

Beispielhaus (eine Annahme): Einfamilienhaus von 1975, 140 m², Heizkörper, 20.000 kWh Gas im Jahr, 90 % Nutzungsgrad und eine Jahresarbeitszahl von 3,3 mit 2,8 und 4,0 als Spanne, beides unsere Annahmen. Energiepreise: BDEW-Durchschnitte 2026 mit anteiligem Grundpreis, ohne Wartung, Schornsteinfeger, Anschaffung und Zuschuss. Förderangaben gelten, wo kein anderer Zeitraum genannt ist, für einen Antrag bis 31. Dezember 2026. Mehr in unserer redaktionellen Methode.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen?

Laut Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale unter ihren Energieberatern kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 2026 im Durchschnitt 36.000 €, eine neue Gasheizung 16.000 €. Beide Werte gelten vor Förderung und enthalten die Entsorgung der alten Heizung und den betriebsfertigen Anschluss, aber keine neuen Heizleitungen oder Heizkörper.

Lohnt sich der Tausch, wenn die Gasheizung erst zehn Jahre alt ist?

Für den Heizkostenvergleich zählt Ihr Gasverbrauch, nicht das Alter des Kessels. Wirtschaftlichkeitsrechnungen setzen für Wärmeerzeuger rund 20 Jahre an, ein Orientierungswert nach VDI 2067 und keine Garantie; ein zehn Jahre alter Kessel hat rechnerisch also noch etwa die Hälfte vor sich. Für den Klimageschwindigkeitsbonus ist er zu jung; es bleiben die Grundförderung und, je nach Haushaltseinkommen, der Einkommensbonus.

Kann ich die Gasheizung behalten und eine Wärmepumpe ergänzen?

Ja, als Wärmepumpen-Hybridheizung. Für Häuser mit hohem Verbrauch beschreibt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz einen Zwischenweg: eine etwas kleinere Wärmepumpe, bei der ein Heizstab oder der vorhandene Kessel an kalten Tagen die Spitzen übernimmt, bis Dämmung den Bedarf senkt. Für die KfW-Förderung müssen die Wohnungen danach zu mindestens 65 % erneuerbar beheizt werden, eine Bedingung des Förderprogramms, und den Bonus für den Austausch der alten Heizung gibt es nicht, solange der Gaskessel die Wohnung mitversorgt.

Wie lange dauert der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe?

Planen Sie vor allem die Wartezeit auf einen Fachbetrieb ein: Im SHK-Handwerk insgesamt stieg der durchschnittliche Auftragsbestand laut Herbstumfrage 2026 des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima unter rund 1.980 Innungsbetrieben von 10,1 auf 15,1 Wochen. Mit Förderung muss das Vorhaben binnen 36 Monaten nach der KfW-Zusage abgeschlossen sein, die Nachweise folgen innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Rechnung.

Funktioniert die Wärmepumpe mit den Heizkörpern der Gasheizung?

Oft ja. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE kamen ausreichend dimensionierte Heizkörper im Schnitt mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Fußboden- oder Wandheizungen. Heizkörper in Altbauten sind laut Energieberatung der Verbraucherzentrale überraschend oft überdimensioniert, sodass häufig nur einzelne getauscht werden müssen. In einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Angebote von Oktober 2024 bis Mai 2025) kostete das 326 bis 1.207 € je Heizkörper, im Median 642 €.