Luft-Wasser-Wärmepumpe: Funktion, Bauarten, Kosten und Eignung

Wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe arbeitet, worin sich Monoblock und Split unterscheiden, ob sie zu Ihrem Haus passt und was Kauf und Betrieb an einem Beispielhaus kosten.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, oft kurz Luftwärmepumpe genannt, entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie an das Wasser Ihrer Heizung und Ihres Warmwasserspeichers ab. Luft ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Wärmequelle für Heizungswärmepumpen: Von 299.000 Geräten, die 2025 verkauft wurden, waren laut Bundesverband Wärmepumpe 283.000 Luftwärmepumpen. In Bestandshäusern lieferten Luft-Wasser-Geräte im Feldtest des Fraunhofer ISE im Mittel 3,4 kWh Wärme je kWh Strom. Ein Angebot für den Einbau kostete in einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Median 34.898 € vor Förderung.

Auf einen Blick

  • Effizienz. In Häusern der Baujahre 1826 bis 2001 erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Feldtest eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,6 bis 4,9, im Mittel 3,4: Aus 1 kWh Strom wurden im Mittel 3,4 kWh Wärme.
  • Bauart und Kältemittel. Beim Monoblock bleibt der Kältekreis im Außengerät, ins Haus führen nur Wasserleitungen; beim Split verbindet eine Fachkraft mit Sachkundebescheinigung die Kältemittelleitungen. Ab 1. Januar 2028 fördert die KfW nur noch Geräte mit natürlichem Kältemittel wie Propan (R290).
  • Eignung. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fand das Fraunhofer ISE nicht; entscheidend sind die Heizlast und eine Vorlauftemperatur von höchstens 55 °C an kalten Tagen.
  • Kosten. 160 Angebote aus Rheinland-Pfalz, ausgewertet von der Verbraucherzentrale, lagen zwischen 21.099 und 54.168 € vor Förderung. Wie viel die KfW dazugibt, hängt vom Antragsdatum, vom alten Kessel und vom Einkommen ab.
  • Betrieb. In unserem Beispielhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf kostet die Wärmepumpe bei einer JAZ von 3,3 rund 2.035 € Strom im Jahr, der Gaskessel 2.446 €, gerechnet mit BDEW-Durchschnittspreisen 2026.

So funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe

Das Prinzip kennen Sie vom Kühlschrank, nur wird hier die warme Seite genutzt. Im Außengerät nimmt ein Kältemittel im Verdampfer die Wärme der Außenluft auf und verdampft, ein elektrisch angetriebener Verdichter presst den Dampf zusammen und hebt dabei Druck und Temperatur, und im Verflüssiger gibt das Kältemittel die Wärme an das Heizungswasser ab. Ein Expansionsventil senkt danach den Druck, und der Kreislauf beginnt von vorn. Wie jeder dieser Schritte arbeitet, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert eine Wärmepumpe?.

Das warme Heizungswasser versorgt Ihre Heizkörper oder die Fußbodenheizung und den Warmwasserspeicher, genau wie beim alten Kessel. Der Strom treibt den Verdichter an, der größte Teil der Wärme stammt aus der Luft. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 heißt das: Von 3,4 kWh Wärme stammt 1 kWh aus dem Stromnetz und 2,4 kWh stammen aus der Außenluft, also gut 70 %.

Monoblock oder Split: die zwei Bauarten

Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es in zwei Bauarten, und der Unterschied liegt darin, was durch die Hauswand geht. Beim Monoblock steckt der ganze Kältekreis im Außengerät, ins Haus führen nur die Leitungen mit Heizungswasser. Beim Split-Gerät steht ein Teil der Technik in einer Inneneinheit, und zwischen Außen- und Inneneinheit verlaufen Kältemittelleitungen, die vor Ort verbunden werden.

Zwei Hauswände: links Außengerät und Inneneinheit mit roten und blauen Wasserleitungen, rechts Außengerät und wandhängende Inneneinheit mit grauen Kältemittelleitungen
Monoblock (links): Ins Haus führen nur Leitungen mit Heizungswasser. Split (rechts): Kältemittelleitungen verbinden Außen- und Inneneinheit.
MerkmalMonoblockSplit
Durch die WandHeizungswasserKältemittel
Kältekreisim Außengerät geschlossenwird vor Ort verbunden
AnschlussSHK-Fachbetrieb, laut Herstellerangabe (LG) ohne F-Gas-Zertifikatnur mit Sachkundebescheinigung
Übliches KältemittelPropan (R290)meist R32, einige Baureihen R410A
KfW ab 2028R290 erfüllt die VorgabeR32 und R410A erfüllen sie nicht
BeispieleStiebel Eltron WPL-A Plus, Vaillant aroTHERM plusVaillant aroTHERM Split plus (R32)

Was das für Sie heißt: Beim Monoblock muss niemand am Kältekreis arbeiten. Der Hersteller LG schreibt zu seinem Monoblock-Gerät, dass das Kältemittel im Außengerät hermetisch versiegelt ist und deshalb kein F-Gas-Zertifikat nötig ist. Beim Split dürfen die Kältemittelleitungen nur Personen anschließen, die eine Sachkundebescheinigung nach § 5 der Chemikalien-Klimaschutzverordnung haben. Fragen Sie bei einem Split-Angebot deshalb ausdrücklich, wer diese Arbeit übernimmt.

Kältemittel: Propan (R290) und die KfW-Regel ab 2028

Die großen Hersteller bieten ihre aktuellen Luft-Wasser-Geräte für Einfamilienhäuser überwiegend als Monoblock mit Propan (R290) an. Stiebel Eltron nennt R290 für die WPL-A Plus, Vaillant für die aroTHERM plus und Bosch für die Compress 8800i AW. Split-Geräte arbeiten meist mit R32, die aroTHERM Split plus von Vaillant zum Beispiel. Einige Baureihen mit R410A stehen noch im Programm, etwa die Compress 7400i AW von Bosch.

Für Ihre Förderung zählt ein Datum: Ab 1. Januar 2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Die Förderrichtlinie nennt als Beispiele Propan (R290), Isobutan (R600a), Propen (R1270), Ammoniak (R717), Wasser (R718) und Kohlendioxid (R744). R32 und R410A gehören nicht dazu. Bis dahin empfiehlt die Richtlinie natürliche Kältemittel nur, schreibt sie aber noch nicht vor. Wer die Förderung erst 2028 oder später nutzen will, braucht also ein Gerät mit natürlichem Kältemittel.

Außen- oder Innenaufstellung

Ein Außengerät braucht einen festen Stand neben dem Haus, oft ein eigenes Fundament: In 64 der 160 Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, stand das Fundament als eigener Posten, im Median mit 1.399 €. Daneben gibt es Geräte zur Innenaufstellung, etwa die Baureihen LI und LIK von Dimplex und die Logatherm WLW196i IR von Buderus; die Compress 7400i AW von Bosch gibt es sowohl als Außen- als auch als Innengerät. Dimplex nennt für seine Innengeräte den Heizungskeller oder Hauswirtschaftsraum als Aufstellort; die Außenluft gelangt je nach Baureihe über Luftkanäle oder über eine im Gerät eingebaute Luftführung zum Gerät, das dann an einer Wand oder in einer Ecke steht.

Zeichnung eines Innengeräts in einem Raum; zwei Luftschläuche führen zu Öffnungen in der Außenwand, Pfeile zeigen die angesaugte und die ausgeblasene Luft
Ein Innengerät steht im Haus; die Außenluft gelangt über Luftkanäle durch die Außenwand zum Gerät und wieder hinaus.

Achten Sie bei Innengeräten auf das Kältemittel: Die Compress 7400i AW und die Logatherm WLW196i IR arbeiten mit R410A. Nach der Regel oben fallen solche Geräte ab 1. Januar 2028 aus der KfW-Förderung. Welche Aufstellung in Ihrem Haus passt, hängt von Grundstück, Nachbarn und Platz im Keller ab; das klärt der Fachbetrieb beim Vor-Ort-Termin.

Schall: worauf es beim Aufstellort ankommt

Der Schallleistungspegel im Datenblatt und auf dem Energielabel beschreibt das Gerät selbst. Für Ihre Nachbarn zählt dagegen der Pegel 0,5 m vor ihrem am stärksten betroffenen Fenster. Dort gelten die Richtwerte der TA Lärm für das jeweilige Gebiet; welches Gebiet für Ihr Grundstück gilt, steht im Bebauungsplan, oder Sie fragen beim Bauamt.

Wie viel Abstand das Gerät zum Nachbarfenster braucht, lässt sich mit dem Leitfaden der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) abschätzen. Für ein Gerät mit 55 dB(A) Schallleistung, frei im Garten aufgestellt, mit direkter Sicht auf das Nachbarfenster und ohne hörbare Einzeltöne, empfiehlt der Leitfaden mindestens etwa 7,6 m Abstand im reinen und 3,9 m im allgemeinen Wohngebiet. Steht es vor einer Hauswand und ist über Töne nichts bekannt, rechnet der Leitfaden mit je 3 dB Zuschlag für die Wand und für mögliche Töne; dann sind es etwa 15,6 m und 8,6 m. Das ist eine vorsichtige Schätzung für ein Gerät, kein Gutachten. Die Rechenschritte, die Richtwerte und die Abstände für weitere Gebiete erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Lautstärke.

Für die KfW-Förderung muss das Außengerät mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung 813/2013 liegen. Das entspricht einem Schallleistungspegel außen von höchstens 55 dB(A) bei Geräten bis 6 kW und 60 dB(A) bei mehr als 6 bis 12 kW Wärmenennleistung.

Eignung: Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau?

Im Altbau und in vielen anderen Bestandshäusern ja, wenn Heizlast und Heizkörper stimmen. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen, 61 davon Luft-Wasser-Geräte, in Gebäuden der Baujahre 1826 bis 2001. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht. Ausreichend große Heizkörper liefen im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Fußboden- oder Wandheizungen.

Drei Punkte entscheiden:

  1. Heizlast. Für die KfW-Förderung muss der Fachbetrieb die Heizlast Raum für Raum nach DIN EN 12831 berechnen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät, die Leistung eher knapp auszulegen, damit das Gerät nicht ständig ein- und ausschaltet (Takten); Sicherheitszuschläge machen die Wärmepumpe unnötig teuer und senken die Effizienz. Im Feldtest waren viele Geräte, gemessen am Verbrauch, überdimensioniert.
  2. Vorlauftemperatur. Je wärmer das Heizungswasser sein muss, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe. Ziel sollten höchstens 55 °C an kalten Tagen sein, weniger ist besser; jedes Grad weniger spart einige Prozent Strom.
  3. Heizkörper. Für eine erste Orientierung empfiehlt die Verbraucherzentrale einen Praxistest: An einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur der alten Heizung auf 55 °C begrenzen und alle Thermostate auf „3“ stellen. Werden alle Räume warm, spricht von den Heizkörpern her nichts gegen eine Wärmepumpe. Bleiben einzelne Räume kalt, reichen dort vermutlich größere Heizkörper. Bleibt es überall zu kühl, sollten Sie zuerst dämmen.

Der Test ist eine praktische erste Prüfung und ersetzt keine Planung: Verbindlich ist der Vergleich der Heizlast jedes Raums mit der Leistung seines Heizkörpers bei 55 °C. Wie Sie Ihr Haus Schritt für Schritt prüfen, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Effizienz: was COP, SCOP und Jahresarbeitszahl bedeuten

Drei Kennzahlen begegnen Ihnen in Datenblatt und Angebot, und nur eine beschreibt Ihr Haus:

  • Leistungszahl (COP): Wärme geteilt durch Strom an einem einzigen Prüfpunkt nach EN 14511, also bei einer festen Luft- und Wassertemperatur.
  • SCOP: die jahreszeitbedingte Leistungszahl, ein Mittelwert über eine genormte Heizperiode bei durchschnittlichem Klima nach EN 14825. Die KfW knüpft an die verwandte Kennzahl ηs an, die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz in Prozent: Luft-Wasser-Geräte brauchen mindestens 150 % bei 35 °C und 125 % bei 55 °C Vorlauftemperatur; Niedertemperatur-Wärmepumpen nur den Wert bei 35 °C.
  • Jahresarbeitszahl (JAZ): Wärme geteilt durch Strom über ein ganzes Jahr in einem echten Haus. Für die Förderung muss die Anlage nach VDI 4650 Blatt 1 auf eine JAZ von mindestens 3,0 ausgelegt sein.

Wie weit Datenblatt und Haus auseinanderliegen können, zeigt ein Beispiel. Stiebel Eltron nennt für die WPL-A 07.2 Plus einen SCOP von 5,09 bei 35 °C und 4,02 bei 55 °C. Die Luft-Wasser-Geräte im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten in echten Häusern im Mittel eine JAZ von 3,4; die effizienteste Anlage kam auf 4,9, die am wenigsten effiziente auf 2,6. Rechnen Sie deshalb mit der Jahresarbeitszahl aus der Auslegung Ihres Fachbetriebs, nicht mit dem SCOP aus dem Prospekt. Die zwei SCOP-Werte zeigen zugleich, warum die Vorlauftemperatur so wichtig ist: Dasselbe Gerät liefert bei 35 °C deutlich mehr Wärme je kWh Strom als bei 55 °C.

Und bei Frost?

Die Normwerte gelten für ein durchschnittliches Klima. Bis zu welcher Außentemperatur ein Gerät heizt, steht im Datenblatt: Stiebel Eltron gibt für die WPL-A Plus einen Heizbetrieb bis −25 °C Außentemperatur und Vorlauftemperaturen bis 75 °C an. An sehr kalten Tagen hilft ein elektrischer Heizstab aus. Im Feldtest des Fraunhofer ISE spielte er eine kleine Rolle: Bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen entfielen auf ihn 1,3 % der elektrischen Arbeit, was die Forscher auch mit der vergleichsweise milden Witterung im Messzeitraum erklären.

Wie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe einen Wintertag Stunde für Stunde bewältigt, zeigt die Grafik für unser Beispielhaus.

3. Januar in Potsdam: -9 °C bis -6 °C

07:00
Wärme am Tag
146 kWh
Strom am Tag
70 kWh
Wärme je kWh Strom
2,1
Heizstab
10 Stunden
Beispielhaus von 1975 mit 140 m², 18.000 kWh Heizwärme im Jahr, verteilt nach der Außentemperatur (innen 20 °C, Heizgrenze 15 °C). Wetter: typisches Jahr für Potsdam aus PVGIS. Ein Rechenbeispiel, keine Aussage über Ihr Haus. Vorlauf nach einer Heizkurve von 55 °C / -10 °C – 35 °C / 15 °C (unsere Annahme). Gerät: Viessmann Vitocal 250-A 08; Leistungszahl und Höchstleistung aus den Prüfwerten des Herstellers. Wo die Wärmepumpe nicht reicht, hilft der Heizstab: 1 kWh Strom gibt 1 kWh Wärme. PVGIS © European Union, 2001–2026 (European Commission, Joint Research Centre); reuse authorised, source acknowledged.

Ein Wintertag im Beispielhaus Stunde für Stunde: Außentemperatur, Wärmebedarf des Hauses, Leistung und Leistungszahl der Wärmepumpe, Strom hinein und Wärme heraus.

  • Frosttag (3. Januar in Potsdam: -9 °C bis -6 °C): 146 kWh Wärme aus 70 kWh Strom, im Mittel 2,1 kWh Wärme je kWh Strom; Heizstab: 10 Stunden.
  • Milder Wintertag (6. Dezember in Potsdam: 2 °C bis 5 °C): 91 kWh Wärme aus 28 kWh Strom, im Mittel 3,3 kWh Wärme je kWh Strom; Heizstab: nicht nötig.

07:00 Uhr, -7 °C: das Haus braucht 6,1 kW, die Wärmepumpe arbeitet mit COP 2,1, 2,9 kW Strom und 3,2 kW Umweltwärme. Der Heizstab gibt 0,0 kW dazu.

Rechenbeispiel: was der Betrieb im Beispielhaus kostet

Unser Beispielhaus ist ein Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m², teilweise saniert, mit Heizkörpern und einem funktionierenden, mehr als 20 Jahre alten Gaskessel. Es verbraucht 20.000 kWh Gas im Jahr. Das Haus ist eine Annahme, die Preise sind es nicht: Wir rechnen mit den Durchschnittspreisen 2026 aus den Analysen des Energieverbands BDEW, 12,23 ct/kWh (0,1223 €/kWh) für Gas im Einfamilienhaus und 37,3 ct/kWh (0,373 €/kWh) für Haushaltsstrom. Wärmepumpentarife sind im Strompreis nicht enthalten; er ist für die Wärmepumpe also eher vorsichtig angesetzt.

So geht die Rechnung:

  1. Nutzwärme: 20.000 kWh Gas × 90 % Kesselwirkungsgrad = 18.000 kWh Wärme im Jahr.
  2. Strom der Wärmepumpe: 18.000 kWh ÷ JAZ 3,3 = 5.455 kWh.
  3. Stromkosten: 5.455 kWh × 0,373 €/kWh = 2.035 €.
  4. Gaskosten: 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 €.

Mit einer JAZ von 3,3 rechnen wir etwas vorsichtiger als das Feldtest-Mittel von 3,4. Wie stark die Effizienz das Ergebnis bewegt, zeigt die Tabelle:

HeizungRechnungEnergiekosten im Jahr
Gaskessel20.000 kWh × 0,1223 €/kWh2.446 €
Wärmepumpe, JAZ 2,818.000 kWh ÷ 2,8 = 6.429 kWh × 0,373 €/kWh2.398 €
Wärmepumpe, JAZ 3,318.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh × 0,373 €/kWh2.035 €
Wärmepumpe, JAZ 4,018.000 kWh ÷ 4,0 = 4.500 kWh × 0,373 €/kWh1.679 €

Energiekosten im Jahr

HeizungGasWärmepumpe
Gaskessel2.446 €
JAZ 2,82.398 €
JAZ 3,32.035 €
JAZ 4,01.679 €
Energiekosten des Beispielhauses im Jahr: Gaskessel und Wärmepumpe bei drei Jahresarbeitszahlen, mit 12,23 ct/kWh für Gas und 37,3 ct/kWh für Strom (BDEW, Durchschnitt 2026).

Die Rechnung kippt bei einer JAZ von etwa 2,75: Schon bei 2,8 kostet die Wärmepumpe im Beispielhaus 48 € im Jahr weniger als das Gas, bei 3,3 sind es 411 € weniger, bei 4,0 sogar 767 € weniger. Eine gut ausgelegte Anlage mit niedriger Vorlauftemperatur macht also den Unterschied. Etwas günstiger wird es über § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes: Bei Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise drosseln, mindestens 4,2 kW stehen aber immer zur Verfügung. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt im Grundmodul (Modul 1) pauschal um 110 bis 190 € im Jahr, je nach Netzgebiet (Werte der Bundesnetzagentur von 2023). Im Beispielhaus wären es dann etwa 1.845 bis 1.925 € statt 2.035 €.

Nicht eingerechnet sind die Wartung der Wärmepumpe, die in den Angeboten, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, im Median 360 € je Wartung kostete, sowie Schornsteinfeger und Wartung beim Gaskessel. Für Ihr eigenes Haus setzen Sie Ihren Wärmebedarf und die JAZ aus der Auslegung Ihres Fachbetriebs in dieselbe Rechnung ein.

Was eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet, erstellt zwischen September 2025 und April 2026. Die Angebotspreise vor Förderung lagen zwischen 21.099 und 54.168 €, im Mittel bei 36.397 € und im Median bei 34.898 €. Gegenüber der ersten Auswertung vom Juni 2025 hat sich das Preisniveau kaum bewegt. Am häufigsten angeboten wurden Geräte mit 10–12 kW. Die Zahlen stammen aus einer Region und sind eine Orientierung, kein Marktpreis.

Wichtiger als die Summe ist, was im Angebot steht. Den Umbau des Zählerschranks nannten nur 31 % der Angebote ausdrücklich. Wo er nötig ist und fehlt, kommen laut Verbraucherzentrale schnell mehrere Tausend Euro dazu; in den 34 ausgewerteten Angeboten mit eigenem Preis für den Zählerschrank lag der Median bei 2.966 €. Preisspannen für Geräte und einzelne Posten finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Kosten.

Die KfW bezuschusst den Einbau über das Programm 458 bei Antrag bis 31. Dezember 2026 mit 30 % Grundförderung; selbstnutzende Eigentümer bekommen je nach altem Kessel und Einkommen Boni dazu. Zusammen sind höchstens 70 % möglich, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € (mit Kind im Haushalt bis 40.000 €) 80 %, jeweils von höchstens 28.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohnung. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen sich die Sätze für Wärmepumpen ändern; ein Startdatum steht noch nicht fest. Deshalb rechnen wir mit einem Antrag bis Ende 2026. Für unser Beispielhaus mit mehr als 20 Jahre altem Gaskessel ergibt das, wenn alle Kosten förderfähig sind und kein Einkommensbonus dazukommt:

PostenRechnungBetrag
AngebotspreisMedian, vor Förderung34.898 €
KfW-Zuschuss(30 % + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus) × 28.000 €12.880 €
Eigenanteil34.898 € − 12.880 €22.018 €

Den Bonus von 16 % gibt es nur, wenn Ihnen das Haus gehört und Sie selbst darin wohnen, der alte Gaskessel noch funktioniert und bei Antragstellung vor mindestens 20 Jahren in Betrieb ging, Sie ihn fachgerecht entsorgen lassen und danach in der Regel keine fossile oder mit Gas betriebene Heizung im Gebäude oder gebäudenah mehr die Wohnung versorgt. Ob Ihr Vorhaben die Bedingungen erfüllt, klären Sie vor dem Vertrag mit der KfW oder einem Energieeffizienz-Experten. Alle Boni, Höchstbeträge und die geplanten Änderungen erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung.

Erst der Vertrag mit Bedingung, dann der Antrag

Die KfW verlangt vor dem Antrag einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. Ein Vertrag ohne diese Bedingung oder der Baubeginn vor dem Antrag gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. In der Auswertung der Verbraucherzentrale enthielten nur 33 % der Angebote eine solche Klausel.

Kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kühlen?

Viele aktuelle Geräte können es, weil sich der Kältekreis umkehren lässt. Stiebel Eltron nennt für die WPL-A Plus das Kühlen durch Kreislaufumkehr als Funktion. Vaillant gibt für die aroTHERM plus eine Kühlleistung von 4,89 bis 11,66 kW an, gemessen bei 35 °C Außenluft und 18 °C Wassertemperatur. Das ist die Leistung des Geräts an einem Prüfpunkt, nicht die Kühlwirkung in Ihren Räumen. Ob sich Ihre Heizflächen zum Kühlen eignen, klärt der Fachbetrieb bei der Planung. Wenn Sie kühlen möchten, lassen Sie sich im Angebot bestätigen, dass die Funktion enthalten ist und eingerichtet wird.

Luft-Wasser, Luft-Luft oder Erdwärme?

Für ein Einfamilienhaus kommen drei Bauarten infrage. Diese Kriterien unterscheiden sie:

MerkmalLuft-WasserLuft-LuftErdwärme (Sole-Wasser)
WärmequelleAußenluftAußenluftErdreich
Heizt überHeizungswasserRaumluftHeizungswasser
Warmwasserjanein, eigene Lösung nötigja
JAZ im Feldtest3,4 (2,6–4,9)nicht gemessen4,3 (3,6–5,4)
KfW-Mindesteffizienz150 % bei 35 °C, 125 % bei 55 °C181 % und Klasse A++ oder A+++ (bis 12 kW)180 % bei 35 °C, 140 % bei 55 °C
Zusätzlich nötigPlatz für das AußengerätLösung für Warmwasserfür die KfW: neue Sondenbohrung nur durch zertifizierte, versicherte Bohrfirma

Wann passt welche Bauart? Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der übliche Weg: Sie braucht keine Bohrung, nur Platz für das Außengerät, und sie versorgt Heizung und Warmwasser. Erdwärme erreicht im Feldtest die höheren Jahresarbeitszahlen, braucht aber eine Wärmequelle im Erdreich und ist seltener: 2025 wurden laut Bundesverband Wärmepumpe 16.000 Erdwärmepumpen verkauft. Werden für die Anlage neue Erdwärmesonden gebohrt, muss die Bohrfirma für die KfW-Förderung nach DVGW W 120-2 zertifiziert und die Bohrung verschuldensunabhängig versichert sein. Luft-Luft-Geräte heizen nur die Raumluft und liefern kein warmes Wasser; wofür sie sich eignen, erklärt der Ratgeber Luft-Luft-Wärmepumpe.

Wer den Gaskessel für die kältesten Tage behalten möchte, kann ihn mit einer Wärmepumpe zur Hybridheizung kombinieren. Die KfW fördert dann nur die Wärmepumpe, nicht den Kessel, und den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nicht, solange der alte Kessel die Wohnung mitversorgt.

Bevor Sie ein Angebot unterschreiben

Diese Punkte entscheiden über Effizienz, Kosten und Förderung.

  • Heizlast Raum für Raum. Lassen Sie die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnen und die Geräteleistung daraus ableiten, nicht aus der Leistung des alten Kessels.
  • Jahresarbeitszahl. Fragen Sie, mit welcher Vorlauftemperatur die Anlage an kalten Tagen auskommt, und lassen Sie sich die berechnete JAZ nach VDI 4650 zeigen. Für die Förderung muss sie mindestens 3,0 betragen.
  • Gerät auf der BAFA-Liste. Gefördert wird nur ein Modell, das in der Wärmeerzeugerliste „Wärmepumpen“ des BAFA steht.
  • Kältemittel und Bauart. Ab 1. Januar 2028 fördert die KfW nur Geräte mit natürlichem Kältemittel wie R290. Bei einem Split-Gerät: Wer schließt die Kältemittelleitungen an, und liegt eine Sachkundebescheinigung vor?
  • Aufstellort und Schall. Lassen Sie sich den höchsten Schallleistungspegel im Nachtbetrieb aus dem Datenblatt nennen und den Abstand zum nächsten Nachbarfenster nach dem LAI-Leitfaden abschätzen. Für die KfW darf der Schallleistungspegel außen nach Ökodesign-Angabe höchstens 55 dB(A) bis 6 kW und 60 dB(A) über 6 bis 12 kW betragen.
  • Vollständiges Angebot. Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, Zählerschrank, Elektroarbeiten, Fundament und Warmwasserspeicher sollten als eigene Posten im Angebot stehen.
  • Vertrag mit Bedingung. Erst einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung schließen, dann den KfW-Antrag stellen, dann mit den Arbeiten beginnen.
  • Nach der Inbetriebnahme. Bestellen Sie beim Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung, falls Ihr Hausanschluss noch keines hat. Das ist eine Förderbedingung.

Werte, die sich ändern

WasWertgilt
KfW-Grundförderung Wärmepumpe30 %Anträge bis 31. Dezember 2026
KfW-Grundförderung Wärmepumpe ab dem ersten Quartal 2027 (geplant)15 %, plus 15 Prozentpunkte Wertschöpfungs-Bonus für Geräte mit Ursprung in der EUStartdatum und Ursprungsregeln noch nicht veröffentlicht
Klimageschwindigkeitsbonus16 %Anträge bis 31. Dezember 2026
Höchstfördersatz70 %, 80 % bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000 € (mit Kind im Haushalt bis 40.000 €)Anträge bis 31. Dezember 2026, je Wohnung
Förderfähige Kosten, erste Wohnung28.000 €Anträge bis 31. Dezember 2026
Natürliches KältemittelFörderbedingungab 1. Januar 2028
Steuerschnittstelle im Code-of-Conduct-Format, zum Beispiel EEBUSFörderbedingungab 1. Juli 2027
Strompreis Haushalte37,3 ct/kWhBDEW, Durchschnitt 2026
Gaspreis Einfamilienhaus12,23 ct/kWhBDEW, Durchschnitt 2026
Angebotspreis (Median)34.898 €Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Angebote September 2025 bis April 2026
§ 14a EnWG, Grundmodul110–190 € im Jahr weniger NetzentgeltWärmepumpen über 4,2 kW, in Betrieb seit 1. Januar 2024; dafür darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise drosseln; je Netzgebiet, Werte von 2023

So haben wir gerechnet

Das Beispielhaus (Baujahr 1975, 140 m², 20.000 kWh Gas, Kesselwirkungsgrad 90 %, JAZ 3,3) ist unsere Annahme; die Preise sind BDEW-Durchschnitte 2026 und der Median der 160 Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat. Wartung, Schornsteinfeger und Wärmepumpentarife sind nicht eingerechnet; mehr in unserer redaktionellen Methode.

Häufige Fragen

Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine elektrisch angetriebene Heizung, die der Außenluft Wärme entzieht und damit das Wasser für Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser erwärmt. Feldmessungen des Fraunhofer ISE in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern ergaben für diese Bauart eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4.

Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

In 160 Angeboten aus Rheinland-Pfalz, die die Verbraucherzentrale ausgewertet hat, lagen die Preise vor Förderung zwischen 21.099 und 54.168 €, im Median bei 34.898 €. Für Anträge bis 31. Dezember 2026 zahlt die KfW 30 % Zuschuss auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten. Wem das Haus gehört und wer selbst darin wohnt, kann je nach altem Kessel und Einkommen Boni bekommen; zusammen sind es höchstens 70 %, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € (mit Kind bis 40.000 €) höchstens 80 %.

Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?

Ja, wenn die Heizkörper groß genug sind. Im Feldtest des Fraunhofer ISE kamen ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen aus wie Flächenheizungen, und ältere Häuser schnitten nicht schlechter ab als jüngere. Ob Ihre Heizkörper reichen, zeigt erst die Berechnung Raum für Raum bei 55 °C Vorlauf.

Braucht der Fachbetrieb für eine Monoblock-Wärmepumpe einen Kälteschein?

Der „Kälteschein“ ist die Sachkundebescheinigung für Arbeiten am Kältekreis. LG etwa schreibt zu seinem Monoblock-Gerät, dass kein F-Gas-Zertifikat nötig ist, weil das Kältemittel im Außengerät versiegelt bleibt; am Kältekreis arbeitet beim Einbau niemand. Bei Split-Geräten dürfen nur Fachkräfte mit dieser Bescheinigung die Kältemittelleitungen anschließen.

Kann man eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Haus aufstellen?

Ja, einige Hersteller bieten Geräte zur Innenaufstellung an, zum Beispiel Dimplex mit den Baureihen LI und LIK oder Buderus mit der Logatherm WLW196i IR. Prüfen Sie das Kältemittel: Die Buderus-Baureihe arbeitet mit R410A und erfüllt damit die KfW-Vorgabe ab 1. Januar 2028 nicht. Ob ein Innengerät in Ihren Keller oder Hauswirtschaftsraum passt, klärt der Fachbetrieb vor Ort.

Wie kalt darf es für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe werden?

Das steht im Datenblatt des Modells: Für die WPL-A Plus nennt Stiebel Eltron zum Beispiel −25 °C als untere Einsatzgrenze im Heizbetrieb. Der elektrische Heizstab leistete im Feldtest des Fraunhofer ISE nur 1,3 % der elektrischen Arbeit der Luft-Wasser-Geräte, allerdings in einem eher milden Messzeitraum.

Wie viel Strom verbraucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Das hängt von Ihrem Wärmebedarf und der Jahresarbeitszahl ab: Wärme geteilt durch JAZ ergibt den Strom. Unser Beispielhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf braucht bei einer JAZ von 3,3 rund 5.455 kWh Strom im Jahr.

Ist eine Wärmepumpe Pflicht?

Nein. Die Regel, dass eine neue Heizung zu 65 % mit erneuerbarer Energie heizen muss, galt bis 28. Juli 2026. Seitdem nennt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) zehn Optionen für den Heizungstausch, darunter die Wärmepumpe. Für Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, gelten ab 2029 steigende Mindestanteile an Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder bestimmten Arten von Wasserstoff.