Heizlast berechnen und Wärmepumpe dimensionieren

Die Heizlast entscheidet, wie groß Ihre Wärmepumpe sein muss. Hier lesen Sie, wie Sie sie aus dem bisherigen Verbrauch grob schätzen, was eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 enthält und warum eine knappe Auslegung besser ist als eine großzügige.

Wer die Heizlast berechnen will, hat zwei Wege: eine schnelle Schätzung aus dem bisherigen Verbrauch und die raumweise Rechnung nach DIN EN 12831, die für die Auslegung maßgeblich und für den KfW-Zuschuss vorgeschrieben ist. Die Faustformel des Bundesverbands Wärmepumpe teilt den Jahresverbrauch in Litern Heizöl oder Kubikmetern Gas durch 250 und ergibt grob die Heizlast in kW. Unser Beispielhaus mit 20.000 kWh Gas im Jahr kommt umgerechnet auf 6,7 bis 8 kW; in einer Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wurden am häufigsten Geräte mit 10 bis 12 kW angeboten.

Auf einen Blick

  • Leistung, nicht Verbrauch. Die Heizlast in kW beschreibt den kalten Auslegungstag, der Wärmebedarf in kWh das ganze Jahr.
  • Faustformel. Liter Öl oder Kubikmeter Gas pro Jahr ÷ 250, mit Warmwasser nach der Schweizer Formel ÷ 300. Sie taugt zum Einordnen von Angeboten, nicht zur Auslegung.
  • Raumweise Rechnung. Die KfW verlangt sie nach DIN EN 12831; sie liefert die Heizlast jedes Raums.
  • Ihr Ort. Gerechnet wird mit der Norm-Außentemperatur Ihrer Postleitzahl; jedes Kelvin kälter erhöht die Heizlast um rund 2,5 bis 3,3 %.
  • Knapp auslegen. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE waren viele Wärmepumpen gemessen am Verbrauch zu groß.

Heizlast und Wärmebedarf: zwei verschiedene Zahlen

Die Heizlast ist eine Leistung in Kilowatt (kW): die Wärme, die in jedem Moment nötig ist, um die Räume bei der Norm-Außentemperatur, dem kalten Auslegungswert für Ihren Ort, warm zu halten. Der Wärmebedarf ist eine Energiemenge in Kilowattstunden (kWh): die Wärme, die Ihr Haus in einem ganzen Jahr verbraucht. Ausgelegt wird für die Norm-Außentemperatur; an milderen Tagen braucht das Haus weniger Leistung.

Die Norm rechnet in zwei Stufen. Für jeden Raum ergibt sich eine Raumheizlast, nach der die Heizflächen bemessen werden, für das ganze Haus eine Gebäudeheizlast, nach der der Wärmeerzeuger ausgewählt wird. In beide Werte gehen zwei Arten von Verlusten ein: die Transmission, also Wärme, die durch Wände, Fenster, Dach und Boden nach draußen, ins Erdreich oder in kühlere Nachbarräume abfließt, und die Lüftungsverluste durch Undichtheiten und Luftwechsel.

Heizlast grob schätzen: die Faustformel aus dem Verbrauch

Für einen ersten Überschlag nennt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) in seinem Praxisratgeber für Fachbetriebe eine Einstiegsrechnung:

Heizöl: Liter pro Jahr ÷ 250 = Heizlast in kW

Erdgas: Kubikmeter pro Jahr ÷ 250 = Heizlast in kW

Nach der sogenannten Schweizer Formel, die auch das Warmwasser berücksichtigt, beträgt der Divisor 300. Der Verband versteht die Formel als Einstieg: Eine gründliche Heizlastermittlung sollte später unbedingt Teil des Angebots sein.

  1. Mehrere Jahre nehmen. Ein milder oder strenger Winter verschiebt das Ergebnis; der Heizlastrechner des BWP rechnet Verbrauchsdaten deshalb mit Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes auf ein langjähriges Mittel um. Für die Faustformel genügt der Durchschnitt mehrerer Abrechnungen.
  2. Auf die Einheit achten. Ein Liter Heizöl hat nach der Heizkostenverordnung einen Heizwert von rund 10 kWh, ein Kubikmeter Erdgas H ebenfalls. Kennen Sie nur Kilowattstunden, gilt deshalb: Verbrauch in kWh ÷ 2.500 = Heizlast in kW, mit Warmwasser ÷ 3.000 (unsere Umrechnung). Steht auf der Abrechnung der Brennwert, ist die kWh-Zahl höher als der Heizwert; das Ergebnis fällt dann etwas höher aus als mit Kubikmetern.
  3. Sanierung einrechnen. Kommen neue Fenster, eine Dämmung oder ein Dachausbau, gehört der neue Bedarf in die Rechnung.

Die Formel kennt weder Ihre Räume noch Ihre Heizkörper, und Ihr Heizverhalten steckt im Verbrauch: Wer sparsam heizt oder einzelne Räume kühl lässt, bekommt eine kleinere Zahl, als die Norm-Rechnung mit 20 °C in jedem Wohnraum ergibt.

Rechenbeispiel: die Heizlast unseres Beispielhauses

Für das Beispiel nehmen wir ein angenommenes Einfamilienhaus von 1975: teilweise saniert, 140 m² beheizte Fläche, Heizkörper, ein Gaskessel, der seit mindestens 20 Jahren läuft, und 20.000 kWh Gas im Jahr. Ob darin Warmwasser steckt, hängt davon ab, ob der Kessel auch das Wasser erwärmt; wir rechnen deshalb beide Varianten.

RechenwegRechnungErgebnis
Faustformel, in kWh umgerechnet20.000 kWh ÷ 2.5008,0 kW
Schweizer Formel, mit Warmwasser20.000 kWh ÷ 3.0006,7 kW
Häufigste Angebotsklasse60 von 156 Angeboten10–12 kW

Was das Ergebnis bedeutet: 6,7 bis 8 kW entsprechen etwa der Klasse 7 bis 9 kW, die am zweithäufigsten vorkam. Das beweist nicht, dass 10 bis 12 kW für dieses Haus zu viel wären, denn die Angebote stammen aus anderen Häusern; es ist aber ein Grund, sich die Rechnung hinter der angebotenen Leistung zeigen zu lassen.

Liegt ein Angebot deutlich über Ihrer Schätzung, fragen Sie nach der Heizlastberechnung, auf der die Geräteleistung beruht. Worauf Sie sonst achten, erklärt der Ratgeber Wärmepumpen-Angebot prüfen.

Drei Wege, die Heizlast zu ermitteln

Die Normenreihe kennt neben dem ausführlichen Standardverfahren vereinfachte Verfahren für Wohngebäude im Bestand und ein Verbrauchsverfahren, das die Heizlast aus Verbrauchsdaten schätzt. Der Heizlastrechner des BWP rechnet wahlweise nach Baualtersklasse, Jahresverbrauch, Volllaststunden oder Hüllfläche; die ausführliche Berechnung ersetzt er nach Angabe des Verbands nicht.

MethodeErgebnisWer rechnetReicht für
Faustformel (÷ 250, mit Warmwasser ÷ 300)eine Zahl für das ganze HausSie selbstEinordnung von Angeboten
Überschlägige RechnungGebäudeheizlast aus witterungsbereinigtem Verbrauch oder GebäudedatenSie selbst online oder der Fachbetrieberste Einordnung und erstes Angebot; nicht für Anlagen ab 30 kW
Raumweise Berechnung nach DIN EN 12831-1 mit DIN/TS 12831-1Heizlast jedes Raums und des ganzen HausesHeizungsbauer, Fachplaner oder EnergieberaterWahl des Geräts, Heizkörper, hydraulischer Abgleich, KfW-Zuschuss

Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831

Als geltende Regeln der Technik gelten DIN EN 12831-1 von 2017 und ihr nationaler Anhang DIN/TS 12831-1 von 2020, der unter anderem Klimadaten und Norm-Innentemperaturen für Deutschland enthält. Der Fachbetrieb geht Raum für Raum vor:

  1. Raumdaten aufnehmen. Flächen und Aufbau aller Außenbauteile, dazu die Nachbarräume und ihre Temperaturen.
  2. Innentemperaturen festlegen. Die Norm rechnet für Wohn- und Schlafräume mit 20 °C, für Bäder mit 24 °C. Höhere Werte können Sie mit dem Planer vereinbaren und dokumentieren lassen.
  3. Norm-Außentemperatur einsetzen. Sie gilt je Postleitzahl (nächster Abschnitt).
  4. Verluste berechnen. Transmission über jedes Bauteil, dazu die Lüftungsverluste.
  5. Ergebnis. Eine Raumheizlast in Watt für jeden Raum und die Gebäudeheizlast in kW.
Schnitt durch einen Raum mit Heizkörper; Pfeile zeigen Wärme, die über Fenster, Wände und Boden entweicht, und Luft, die am Fenster ausgetauscht wird
Für jeden Raum rechnet die Norm zwei Verluste zusammen: Wärme, die durch Wände, Fenster, Decke und Boden abfließt, und Wärme, die mit der Lüftung verloren geht.

Für die KfW-Förderung muss die Anlage anhand dieser raumweisen Heizlastermittlung dimensioniert werden, ausdrücklich um über- und unterdimensionierte Anlagen zu vermeiden. Zwei Vereinfachungen erlauben die technischen FAQ der Förderung: Bauteilflächen zählen nur bei mehr als 4 Kelvin Temperaturunterschied zur Umgebung im Auslegungsfall, und die U-Werte alter Außenbauteile, also ihr Wärmedurchgang, dürfen aus einer Gebäudetypologie stammen. Geometrische Vereinfachungen wie die Ermittlung der Bauteilflächen über die Raumfläche sind nicht zulässig; die Flächen müssen tatsächlich aufgenommen werden.

Rechnen kann der Heizungsbauer oder ein Fachplaner oder Energieberater, den Sie beauftragen. Für den Zuschuss bestätigt ein Fachunternehmer oder Energieeffizienz-Experte in der Bestätigung zum Antrag (BzA), dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten sind; Teilleistungen Dritter, etwa eine von einem Planer erstellte Heizlastberechnung, prüft dabei der Fachunternehmer oder Experte, der die BzA ausstellt.

Die Raumheizlasten brauchen Sie danach zweimal: für den Vergleich jedes Raums mit seinem Heizkörper bei der geplanten Vorlauftemperatur und für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B, der die raumweise Berechnung voraussetzt. Welche Heizkörper genügen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern, Ablauf und Nachweis des Abgleichs der Ratgeber Hydraulischer Abgleich.

Gesetzlich verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) den hydraulischen Abgleich mit raumweiser Heizlastberechnung nur in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen (§ 60c GModG). Für diese Heizlastberechnung schreibt § 60c Absatz 2 schon heute das Verfahren nach DIN EN 12831-1 von September 2017 in Verbindung mit DIN/TS 12831-1 von April 2020 vor; ab 1. Januar 2027 lässt er auch ein gleichwertiges Verfahren zu. Im Ein- oder Zweifamilienhaus ist die raumweise Rechnung eine Bedingung der Förderung, keine gesetzliche Pflicht.

Norm-Außentemperatur: der kalte Tag, für den gerechnet wird

Die Norm-Außentemperatur ist die tiefe Außentemperatur, für die die Heizung ausgelegt wird. Früher stand sie in einer Ortsliste mit rund 500 Städten; DIN/TS 12831-1 nennt sie je Postleitzahlbereich, in 8.199 Einträgen. Wie viel das ausmacht, zeigt ein Vortrag von Prof. Bert Oschatz (ITG Dresden) am Beispiel Nürnbergs: Die alte Liste gab für die ganze Stadt −16 °C vor, nach Postleitzahl reichen die Werte von −11,2 °C im Stadtkern bis −13,7 °C am Stadtrand. Derselbe Vortrag nennt außerdem Hamburg mit −10,5 bis −8,2 °C und Oberstdorf mit −16,7 °C; im Mittel über Deutschland sind es −11,5 °C.

Ihren Wert zeigt die Klimakarte des BWP je Postleitzahl. Liegt Ihr Haus mindestens 200 m über der Referenzhöhe seines Postleitzahlbereichs, wird die Temperatur im Standardverfahren um 1 K je 100 m Höhenunterschied abgesenkt.

Jedes Kelvin zählt: Bei 20 °C Innentemperatur ändert sich die Heizlast je Kelvin Außentemperatur um rund 2,5 bis 3,3 %. Ein Haus 200 m über der Referenzhöhe wird mit 2 K tieferer Temperatur gerechnet; bei der mittleren Norm-Außentemperatur steigt die Heizlast laut diesem Vortrag dadurch um 6,3 %. Aus berechneten 8,0 kW würden rund 8,5 kW. Für die Faustformel spielt das keine Rolle, denn Ihr Verbrauch enthält das Klima Ihres Orts bereits.

Warum eine knappe Auslegung besser ist

Eine zu große Wärmepumpe ist kein Polster, sondern ein Nachteil. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen: Bezogen auf den Verbrauch waren viele zu groß, einige schalteten sehr häufig ein und aus. Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt eine eher knappe Leistung: Dieses Takten kostet Lebensdauer, und jeder Sicherheitszuschlag verteuert die Anlage und senkt ihre Effizienz.

Fragen Sie nach jedem Zuschlag in der Rechnung: Innentemperaturen über den Normwerten, ein pauschaler Aufschlag auf das Ergebnis oder eine Geräteklasse oberhalb der berechneten Heizlast. Wie schnell sich das summiert, zeigt eine Beispielrechnung im selben Fachvortrag: Werden die Räume mit 23 statt 20 °C angesetzt, wächst die Heizlast bei der mittleren Norm-Außentemperatur von −11,5 °C um rund 9,5 %, auf 8,0 kW gerechnet um etwa 0,8 kW.

Zur Heizlast kommt das Warmwasser: Ein Wärmeerzeuger, der das Haus allein versorgt, muss laut den technischen FAQ der Förderung bei Norm-Außentemperatur die Gebäudeheizlast und die Leistung für die Trinkwarmwasserbereitung vollständig decken.

Bivalenzpunkt und Heizstab: wann die Wärmepumpe Hilfe bekommt

Arbeitet die Wärmepumpe mit einer elektrischen Nachheizung wie einem Heizstab und bivalent-parallel, beide also zeitweise gleichzeitig, darf ihre Leistung im Auslegungsfall unter der Gebäudeheizlast liegen. Unterhalb einer bestimmten Außentemperatur, dem Bivalenzpunkt, decken dann Wärmepumpe und Nachheizung die Heizlast gemeinsam. Der Bivalenzpunkt wird bei der Auslegung ermittelt und geht in die Berechnung der Jahresarbeitszahl ein, die für den Zuschuss mindestens 3,0 erreichen muss; wie diese Zahl entsteht, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl.

Der Bivalenzpunkt ist ein Kompromiss: Ein Heizstab macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme; die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme deutlich weniger Strom. Lassen Sie sich zeigen, welche Leistung das Gerät bei Ihrer Norm-Außentemperatur und der geplanten Vorlauftemperatur bringt und ab welcher Außentemperatur die Nachheizung einspringen soll.

Wann im Beispielhaus der Heizstab hilft, zeigt die Grafik für einen Frosttag und einen milden Wintertag.

3. Januar in Potsdam: -9 °C bis -6 °C

07:00
Wärme am Tag
146 kWh
Strom am Tag
70 kWh
Wärme je kWh Strom
2,1
Heizstab
10 Stunden
Beispielhaus von 1975 mit 140 m², 18.000 kWh Heizwärme im Jahr, verteilt nach der Außentemperatur (innen 20 °C, Heizgrenze 15 °C). Wetter: typisches Jahr für Potsdam aus PVGIS. Ein Rechenbeispiel, keine Aussage über Ihr Haus. Vorlauf nach einer Heizkurve von 55 °C / -10 °C – 35 °C / 15 °C (unsere Annahme). Gerät: Viessmann Vitocal 250-A 08; Leistungszahl und Höchstleistung aus den Prüfwerten des Herstellers. Wo die Wärmepumpe nicht reicht, hilft der Heizstab: 1 kWh Strom gibt 1 kWh Wärme. PVGIS © European Union, 2001–2026 (European Commission, Joint Research Centre); reuse authorised, source acknowledged.

Ein Wintertag im Beispielhaus Stunde für Stunde: Außentemperatur, Wärmebedarf des Hauses, Leistung und Leistungszahl der Wärmepumpe, Strom hinein und Wärme heraus.

  • Frosttag (3. Januar in Potsdam: -9 °C bis -6 °C): 146 kWh Wärme aus 70 kWh Strom, im Mittel 2,1 kWh Wärme je kWh Strom; Heizstab: 10 Stunden.
  • Milder Wintertag (6. Dezember in Potsdam: 2 °C bis 5 °C): 91 kWh Wärme aus 28 kWh Strom, im Mittel 3,3 kWh Wärme je kWh Strom; Heizstab: nicht nötig.

07:00 Uhr, -7 °C: das Haus braucht 6,1 kW, die Wärmepumpe arbeitet mit COP 2,1, 2,9 kW Strom und 3,2 kW Umweltwärme. Der Heizstab gibt 0,0 kW dazu.

Eine bewusst kleinere Wärmepumpe kann bei einem Haus mit hohem Wärmebedarf ein Zwischenschritt sein: Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät dann zuerst zu einem Modernisierungsplan, und bis der Bedarf sinkt, decken ein Heizstab oder die vorhandene Heizung die Spitzen an kalten Tagen. Ab welchem Verbrauch pro m² das gilt und ob Ihr Haus darunter liegt, klärt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Bleibt der alte Kessel für die Spitzen, gibt es keinen Klimageschwindigkeits-Bonus, denn er setzt die fachgerechte Demontage der alten Heizung voraus; außerdem verlangt der Zuschuss, dass das Haus danach zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt wird. Einzelheiten stehen im Ratgeber Wärmepumpe Förderung.

Was eine Heizlastberechnung kostet

Einen Richtpreis für die Heizlastberechnung nennen wir nicht: Die Angebotsauswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz führt sie nicht als eigenen Posten. Fragen Sie im Angebot, wo sie steckt; naheliegend ist der hydraulische Abgleich, weil Verfahren B sie voraussetzt. Zwei Regeln der Förderung helfen:

  • Planung vor dem Antrag. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen vor dem KfW-Antrag erbracht werden und gelten für sich genommen nicht als Vorhabenbeginn; die Heizlast kann also vor dem Angebotsvergleich berechnet werden.
  • Kosten im Zuschuss. Beim Heizungstausch über die KfW gehören Planung und Beratung zu den förderfähigen Kosten (Umfeldmaßnahmen). Sie werden mit dem Fördersatz der Wärmepumpe gefördert, innerhalb derselben Höchstgrenze, sofern die Rechnung sie getrennt ausweist. Ein eigener BAFA-Antrag für die Fachplanung ist dann nicht möglich.

Checkliste: Das muss eine Heizlastberechnung enthalten

Lassen Sie sich die Berechnung schriftlich geben und prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie ein Angebot annehmen.

  • Norm-Außentemperatur. Wert mit Postleitzahl und Referenzhöhe, ab 200 m Höhenunterschied mit Korrektur.
  • Innentemperaturen. Ein Wert je Raum; Abweichungen von 20 °C (Bad 24 °C) mit Ihnen vereinbart.
  • Bauteile. Gemessene Flächen je Raum und U-Werte, mit Hinweis, ob sie aus einer Typologie stammen.
  • Ergebnisse. Transmissions- und Lüftungsverluste, Raumheizlast jedes Raums in Watt, Gebäudeheizlast in kW.
  • Sanierung. Ob geplante Fenster, Dämmung oder ein Dachausbau eingerechnet sind.
  • Warmwasser. Zusätzliche Leistung und Speichergröße.
  • Gerät. Heizleistung bei Ihrer Norm-Außentemperatur und Vorlauftemperatur, Bivalenzpunkt, Leistung der Nachheizung.
  • Heizkörper. Leistung jedes Heizkörpers bei der geplanten Vorlauftemperatur neben der Raumheizlast.
  • Zuschläge. Eine Begründung für jede Differenz zwischen Gebäudeheizlast und Geräteleistung.
  • Rechnung. Wo die Heizlastberechnung im Angebot steht: im hydraulischen Abgleich oder als eigener Posten. Eine gesonderte Planungsleistung zählt für den Zuschuss nur, wenn sie in der Rechnung getrennt ausgewiesen ist.

Werte, die sich ändern

WasWertgilt
Häufigste Leistungsklasse in Angeboten10–12 kW (60 von 156)Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Angebote September 2025 bis April 2026
KfW-Bedingung zur Auslegungraumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831, Vereinfachungen laut technischen FAQFörderrichtlinie BEG EM vom 17. August 2026; technische FAQ in der beim Antrag gültigen Fassung
§ 60c Absatz 2 GModGHeizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 mit DIN/TS 12831-1; ab 1. Januar 2027 auch ein gleichwertiges Verfahrenfür Gebäude ab sechs Wohnungen

So haben wir gerechnet

Das Rechenbeispiel nutzt unser Beispielhaus, eine Annahme: Einfamilienhaus von 1975, 140 m², 20.000 kWh Gas im Jahr. Geschätzt ist mit der Einstiegsformel des Bundesverbands Wärmepumpe, umgerechnet mit dem Hilfswert der Heizkostenverordnung von rund 10 kWh je Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas H; die Angebotsklassen stammen von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Das Ergebnis ist eine Schätzung, keine Heizlastberechnung. Wie wir Quellen auswählen und rechnen, beschreibt unsere redaktionelle Methode.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Heizlast aus dem Gasverbrauch?

Teilen Sie den Jahresverbrauch in Kubikmetern durch 250, mit Warmwasser durch 300. Steht auf der Abrechnung nur eine kWh-Zahl, teilen Sie durch 2.500, mit Warmwasser durch 3.000 (unsere Umrechnung). Für unser Beispielhaus heißt das: 20.000 kWh ÷ 2.500 = 8,0 kW, mit Warmwasser 20.000 kWh ÷ 3.000 = 6,7 kW. Das ist ein grober Anhaltspunkt; die Größe des Geräts legt erst die raumweise Berechnung fest.

Wie hoch ist die Heizlast pro m² nach Baujahr?

Eine Pauschaltabelle nach Baujahr führt in die Irre, weil sich Häuser gleichen Alters je nach Fenstern, Dämmung und Lage stark unterscheiden. Rechnen Sie umgekehrt: Heizlast in Watt geteilt durch die beheizte Fläche. Im Beispielhaus ergibt die Faustformel rund 6.700 bis 8.000 W ÷ 140 m², also rund 48 bis 57 W/m²; das gilt nur für dieses Haus.

Wie groß muss meine Wärmepumpe sein?

So groß, dass sie bei Ihrer Norm-Außentemperatur die Gebäudeheizlast deckt und, wenn sie allein heizt, auch das Warmwasser. Mit eingeplanter elektrischer Nachheizung im bivalent-parallelen Betrieb darf ihre Leistung darunter liegen. Wohnfläche oder Leistung des alten Kessels sind kein Maßstab.

Kann ich die Heizlast selbst berechnen?

Schätzen ja, mit der Faustformel oder dem Heizlastrechner des Bundesverbands Wärmepumpe im Internet. Für den KfW-Zuschuss reicht das nicht: Dort muss die Auslegung auf einer raumweisen Ermittlung nach DIN EN 12831 beruhen, deren Einhaltung ein Fachunternehmer oder Energieeffizienz-Experte bestätigt.

Was passiert, wenn die Wärmepumpe zu klein ist?

An den kältesten Tagen springt die elektrische Nachheizung ein, die aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme macht; die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme deutlich weniger Strom. Bei einer bivalenten Auslegung ist das unterhalb des Bivalenzpunkts so geplant. Fehlt eine Nachheizung oder reicht sie nicht, werden die Räume an sehr kalten Tagen nicht mehr warm.