Vorlauftemperatur und Heizkurve: So läuft Ihre Wärmepumpe effizient

Die Vorlauftemperatur hat den größten Einfluss darauf, wie viel Strom eine Wärmepumpe braucht. Hier lesen Sie, welche Temperatur Ihr Haus braucht, was 35 oder 55 °C laut Datenblatt ausmachen, wie Sie die Heizkurve einstellen und was hilft, wenn 55 °C nicht reichen.

Die Vorlauftemperatur Ihrer Wärmepumpe sollte auch an den kältesten Tagen höchstens 55 °C betragen, und weniger ist besser: Jedes Grad weniger spart einige Prozent Strom. Wie viel das ausmacht, zeigen die Herstellerangaben: Bei vier Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt die jahreszeitbedingte Leistungszahl (SCOP) für 55 °C um 21 bis 27 % unter dem Wert für 35 °C. Welche Temperatur die Anlage an welchem Tag liefert, legt die Heizkurve in der Regelung fest; der Fachbetrieb stellt sie ein, danach lässt sie sich in kleinen Schritten nachjustieren.

Auf einen Blick

  • Zielwert. Höchstens 55 °C an kalten Tagen, weniger ist besser. Mit Fußbodenheizung genügt weniger, weil die Heizfläche größer ist.
  • Strom. Mit 55 °C statt 35 °C bräuchte die Viessmann Vitocal 250-A im Beispielhaus nach Normwerten rund 29 % mehr Strom für dieselbe Wärme.
  • Heizkurve. Sie ordnet jeder Außentemperatur eine Vorlauftemperatur zu. Die Neigung liegt laut Vaillant bei 0,2 bis 0,5 für Fußbodenheizungen und bei 0,5 bis 1,0 für Heizkörper.
  • Einstellen. Thermostate in den Haupträumen ganz öffnen, in kleinen Schritten senken, durchheizen statt Nachtabsenkung.
  • Förderung. Für den KfW-Zuschuss zur Wärmepumpe muss die Heizkurve an das Haus angepasst sein.

Welche Vorlauftemperatur braucht eine Wärmepumpe?

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das von der Wärmepumpe zu den Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung fließt. Nach der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat sie bei einer Wärmepumpe den größten Einfluss auf Effizienz und Stromverbrauch. Der Grund: Die Wärmepumpe hebt die Wärme der Außenluft auf die Temperatur des Heizungswassers, und je kleiner dieser Abstand ist, desto weniger Strom braucht sie.

Als Mindestziel nennt die Verbraucherzentrale höchstens 55 °C im Winter; weniger ist besser. Auch der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) setzt 55 °C als Höchstwert an und stellt fest, dass vorhandene Heizkörper dafür häufig schon groß genug sind. Wie hoch die Vorlauftemperatur Ihres Hauses sein muss, hängt vom Dämmstand ab und vor allem von Größe und Art der Heizflächen: Je größer die Fläche, desto kühler darf das Wasser sein. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern kamen ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen aus wie Flächenheizungen.

HeizflächeVorlauf im WinterHeizkurveWas folgt
Fußboden- oder Wandheizungniedriger als mit Heizkörpern; als BAFA-Heizungsoptimierung wird der Ersteinbau nur bis 35 °C Systemvorlauf gefördert0,2–0,5Wärmepumpe laut BWP immer möglich; reagiert träge
Heizkörper, groß genughöchstens 55 °C0,5–1,0ältere Heizkörper oft größer als nötig
Heizkörper, zu kleinmehr als 55 °C–tauschen, dämmen, Hochtemperatur oder Hybrid

Warum jedes Grad zählt: Effizienz bei 35, 45 und 55 °C

Wie stark die Effizienz von der Vorlauftemperatur abhängt, zeigen die technischen Daten der Hersteller. Die Leistungszahl (COP) gibt an, wie viel Wärme ein Gerät an einem Prüfpunkt nach EN 14511 aus 1 kWh Strom macht. Die Grafik zeigt die Werte, die Vaillant für die Luft-Wasser-Wärmepumpe aroTHERM plus VWL 75/8.1 nennt; mit dem Schieberegler wählen Sie die Vorlauftemperatur.

2 °C

1 kWh Strom → 3,1–3,2 kWh Wärme

bei 2 °C draußen und 45 °C Vorlauftemperatur

Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1
COP 3,23,2 kWh Wärme je kWh Strom
Viessmann Vitocal 250-A 08
COP 3,13,1 kWh Wärme je kWh Strom
Leistungszahl (COP) nach EN 14511 aus den Unterlagen der Hersteller, gemessen an den Prüfpunkten -7 °C, 2 °C, 7 °C; dazwischen verbinden wir sie geradlinig. Die Prüfpunkte gelten bei unterschiedlicher Heizleistung. Über das Jahr zählt die Jahresarbeitszahl der ganzen Anlage.

Wie viel Wärme drei Wärmepumpen aus einer Kilowattstunde Strom machen, je nach Außentemperatur und Vorlauftemperatur, nach den Prüfwerten der Hersteller (EN 14511).

  • Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 bei 35 °C Vorlauf: COP 2,94 bei -7 °C, COP 4,10 bei 2 °C, COP 4,94 bei 7 °C.
  • Viessmann Vitocal 250-A 08 bei 35 °C Vorlauf: COP 2,11 bei -20 °C, COP 2,31 bei -15 °C, COP 2,70 bei -7 °C, COP 3,70 bei 2 °C, COP 4,90 bei 7 °C, COP 5,09 bei 10 °C.
  • Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 bei 45 °C Vorlauf: COP 2,29 bei -7 °C, COP 3,17 bei 2 °C, COP 3,54 bei 7 °C.
  • Viessmann Vitocal 250-A 08 bei 45 °C Vorlauf: COP 1,84 bei -20 °C, COP 2,04 bei -15 °C, COP 2,37 bei -7 °C, COP 3,12 bei 2 °C, COP 3,73 bei 7 °C, COP 4,05 bei 10 °C.
  • Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 bei 55 °C Vorlauf: COP 2,13 bei -7 °C, COP 2,52 bei 2 °C, COP 2,93 bei 7 °C.
  • Viessmann Vitocal 250-A 08 bei 55 °C Vorlauf: COP 1,64 bei -20 °C, COP 1,79 bei -15 °C, COP 2,08 bei -7 °C, COP 2,74 bei 2 °C, COP 3,14 bei 7 °C, COP 3,41 bei 10 °C.

Bei 2 °C und 45 °C Vorlauf: Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 COP 3,2, Viessmann Vitocal 250-A 08 COP 3,1.

  • Kühleres Wasser, mehr Wärme. Bei 2 °C Außenluft macht das Gerät mit 35 °C Vorlauf aus 1 kWh Strom 4,10 kWh Wärme, mit 55 °C nur 2,52 kWh.
  • Heizleistung beachten. Jeder Prüfpunkt gilt für eine andere Heizleistung, bei 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf etwa 2,67 kW, bei −7 °C 6,94 kW. Mit anderen Geräten vergleichen Sie deshalb nur Werte bei gleicher Außen- und Vorlauftemperatur.

Für eine ganze Heizperiode steht der SCOP, den Hersteller für 35 °C (Niedertemperaturanwendung) und 55 °C (Mitteltemperaturanwendung) angeben, jeweils für ein durchschnittliches Klima nach der EU-Verordnung 813/2013. Was ihn von der Jahresarbeitszahl Ihres Hauses unterscheidet, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl, COP und SCOP.

Vorlauftemperatur

SCOP (jahreszeitbedingte Leistungszahl)

Gerät35 °C Vorlauf55 °C Vorlauf
Lambda EU13L6,104,57
Stiebel WPL-A 07.2 Plus5,094,02
Vaillant VWL 75/8.14,983,62
Viessmann 250-A, Größe 105,013,87
SCOP für ein durchschnittliches Klima bei 35 und 55 °C, laut Datenblättern und Prospekt der Hersteller. Normwerte der Geräte, keine Jahresarbeitszahl eines Hauses.

Bei 55 °C liegt der SCOP der vier Geräte 21 bis 27 % unter dem Wert bei 35 °C. Die Grafik vergleicht jedes Gerät mit sich selbst, nicht die Geräte untereinander, denn sie sind verschieden groß.

Auch die Förderung setzt an beiden Temperaturen an: Für den KfW-Zuschuss muss eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei 35 °C einen ηs von mindestens 150 % und bei 55 °C von mindestens 125 % erreichen. Was ηs bedeutet und welche Ausnahme für Niedertemperatur-Wärmepumpen gilt, steht im Ratgeber zur Jahresarbeitszahl.

Rechenbeispiel: 35 oder 55 °C im Beispielhaus

Unser Beispielhaus ist eine Annahme: ein teilsaniertes Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m² und Heizkörpern, das 20.000 kWh Gas im Jahr verbraucht; bei angenommenen 90 % Nutzungsgrad des Kessels kommen 18.000 kWh als Wärme an. Nach der Formel Strom = Wärme ÷ SCOP bräuchte die Viessmann Vitocal 250-A in Baugröße 10 mit ihren Normwerten dafür:

VorlaufRechnungStrom im Jahr
35 °C (SCOP 5,01)18.000 kWh ÷ 5,013.593 kWh
55 °C (SCOP 3,87)18.000 kWh ÷ 3,874.651 kWh
Unterschied4.651 kWh − 3.593 kWh1.058 kWh
  • Rund 29 % mehr Strom. Dieselbe Wärme kostet mit 55 °C nach Normwerten 1.058 kWh Strom mehr als mit 35 °C (4.651 ÷ 3.593 = 1,29).
  • Normwerte, keine Prognose. Der SCOP gilt für das Klima am Referenzort Straßburg und nur für die Raumheizung; Warmwasser und Ihr Wetter fehlen. In bewohnten Häusern maß das Fraunhofer ISE bei Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 4,9; für das Beispielhaus rechnen wir vorsichtig mit JAZ 3,3, also 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh Strom.

Was die Kilowattstunden in Euro bedeuten, zeigt der Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe.

Heizkurve der Wärmepumpe: So wählt die Regelung die Vorlauftemperatur

Eine Wärmepumpe heizt nicht den ganzen Winter mit 55 °C. Bei der witterungsgeführten Regelung meldet ein Fühler an der Außenwand die Außentemperatur, und die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur dazu gehört: Je kälter es draußen ist, desto wärmer das Heizungswasser. Richtig eingestellt ist sie laut Verbraucherzentrale, wenn die Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen gerade noch warm genug werden.

Zwei Räume mit Heizkörpern, Inneneinheit und Außeneinheit; an der Außenwand ein Temperaturfühler, dessen Leitung zur Regelung führt
Witterungsgeführte Regelung: Ein Fühler an der Außenwand meldet die Außentemperatur, und die Regelung wählt nach der Heizkurve die Vorlauftemperatur.

Zwei Größen bestimmen die Kurve:

  • Neigung (auch Steilheit). Sie legt fest, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Gut gedämmte Häuser brauchen laut Viessmann eine flachere Kurve, schlecht gedämmte eine steilere.
  • Niveau (Parallelverschiebung). Es schiebt die ganze Kurve gleichmäßig nach oben oder unten und dient der Feineinstellung, wenn die Neigung passt.

Ein Beispiel aus der Anleitung des Vaillant-Reglers sensoCOMFORT VRC 720/3: Mit der Heizkurve 0,4 und einer Raumsolltemperatur von 20 °C regelt er bei −15 °C Außentemperatur auf 40 °C Vorlauf. Wird die Raumsolltemperatur auf 21 °C erhöht, verschiebt sich die Kurve parallel, und bei −15 °C sind es 45 °C. Bei diesem Regler und dieser Kurve verlangt ein Grad mehr im Wohnzimmer an einem solchen Frosttag also 5 Grad mehr Vorlauftemperatur.

Dass eine Wärmepumpe anders eingestellt wird als ein Kessel, zeigen die Werkseinstellungen desselben Reglers:

WerkseinstellungKesselWärmepumpe
Heizkurve1,200,60
Höchste Vorlauf-Solltemperatur90 °C55 °C

Die Werkseinstellung ist nur ein Startwert: Laut Vaillant muss die Heizkurve für jedes Gebäude einzeln eingestellt werden, und für den KfW-Zuschuss ist ihre Anpassung an das Gebäude ausdrücklich Bedingung. Bezeichnungen und Skalen unterscheiden sich je nach Hersteller; maßgeblich ist die Anleitung Ihres Reglers.

Wandregler mit Anzeige, vier Tasten und einer Leuchtenreihe, daneben ein kleiner Außenfühler in einem weißen Gehäuse
Regler und Außenfühler: Der Fühler meldet die Außentemperatur, und der Regler gibt nach der eingestellten Heizkurve die Vorlauftemperatur vor.

Heizkurve einstellen: Schritt für Schritt zur niedrigsten Temperatur

Die Grundeinstellung macht der Fachbetrieb bei der Inbetriebnahme. Beim sensoCOMFORT von Vaillant etwa liegt die Heizkurve in der Fachhandwerkerebene, die nur mit einem Zugangscode erreichbar ist. Wie Sie selbst nachjustieren, zeigt Ihnen der Fachbetrieb bei der Einweisung. Der BWP und Viessmann beschreiben dafür dieses Vorgehen:

  1. Vorbereiten. In Wohnzimmer, Esszimmer, Küche und den anderen täglich genutzten Räumen alle Thermostate ganz öffnen, die Schlafzimmer ausgenommen. Den hydraulischen Abgleich vorher prüfen lassen.
  2. Protokoll führen. Datum, Außentemperatur, die eingestellten Werte und das Raumgefühl notieren, auch den Ausgangszustand.
  3. In kleinen Schritten ändern. Ist es zu warm, die Vorlauftemperatur schrittweise senken, bis der ungünstigste Raum gerade noch warm genug ist: der Raum mit der kleinsten Heizfläche im Verhältnis zu seiner Größe. Ist es zu kalt, in Schritten von etwa 0,5 °C erhöhen.
  4. Warten. Viessmann nennt nach jeder Änderung mindestens 12 bis 24 Stunden, bei Fußbodenheizungen mindestens 24 Stunden. Für nass verlegte Fußbodenheizungen, die am trägsten reagieren, rät der BWP zu rund 36 Stunden.
  5. Wiederholen. Viessmann empfiehlt, unter 5 °C Außentemperatur die Neigung anzupassen, zwischen 5 und 15 °C das Niveau. Der BWP rät, den Vorgang etwa bei −10, 0 und 10 °C zu wiederholen; die Optimierung dauert eine Heizperiode.

Ist der Wert gefunden, regeln Sie die übrigen Räume wieder über ihre Thermostate.

Nachtabsenkung und Thermostate: durchheizen statt absenken

Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen bringt eine starke Absenkung oder Abschaltung laut Verbraucherzentrale wenig: Die längere Aufheizzeit kostet Komfort und schadet meist sogar der Effizienz. Der BWP rät Betreibern ganz davon ab, und Vaillant empfiehlt in der Anleitung seines Reglers keine Zeitprogramme für Systeme mit Fußbodenheizung, weil sie zu träge auf Temperaturänderungen reagieren.

So nutzen Sie die Thermostate:

  • Haupträume offen lassen. Auf Wohnzimmer, Esszimmer und Küche ist die zentrale Einstellung abgestimmt. Dort bleiben die Thermostate offen, auch wenn Sie den Raum verlassen; wird es zu warm, senken Sie die Vorlauftemperatur.
  • Selten genutzte Räume. Schlaf-, Arbeits- oder Gästezimmer müssen nicht ständig warm sein: Türen schließen, das Thermostat etwa eine Stunde vor der Nutzung aufdrehen. Unter 16 °C sollte kein Raum fallen, sonst steigt laut Verbraucherzentrale das Schimmelrisiko.
  • Bad. Soll es dort zeitweise wärmer als 20 bis 21 °C sein, kann laut BWP ein elektrischer Badheizkörper helfen; so leidet die Effizienz der ganzen Anlage nicht.

Vorlauftemperatur senken: Was hilft, wenn 55 °C nicht reichen

Ob 55 °C bei Ihnen reichen, zeigt vor dem Kauf der Heizkörpertest der Verbraucherzentrale; wie er abläuft und wie Sie das Ergebnis lesen, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Reicht die Temperatur nicht, gibt es drei Hebel:

  • Kritische Heizkörper tauschen. Werden einige zu kleine, „kritische“ Heizkörper durch größere ersetzt, lässt sich die Temperatur im ganzen Heizkreis laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz oft merklich senken. Wie Sie die Kandidaten finden, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern.
  • Hydraulisch abgleichen. Ohne Abgleich bekommen Heizkörper nahe der Wärmepumpe zu viel und entfernte zu wenig Wasser. Wer dann die Vorlauftemperatur anhebt, erhöht nur den Verbrauch, nicht den Komfort. Der Abgleich ermittelt laut Verbraucherzentrale die kleinstmögliche Vorlauftemperatur und ist nach Verfahren B Bedingung für den KfW-Zuschuss; mehr im Ratgeber Hydraulischer Abgleich.
  • Dämmen. Nach einzelnen oder umfassenden Dämmmaßnahmen braucht das Haus weniger Heizleistung, und die Vorlauftemperatur kann sinken.

Förderung. Kommt die Wärmepumpe neu, zählen Abgleich, Einstellung der Heizkurve sowie neue Heizkörper oder Flächenheizungen zu den förderfähigen Kosten des KfW-Zuschusses; Sätze und Höchstgrenzen erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung. An einer bestehenden Heizung kann das BAFA die Einstellung der Heizkurve zusammen mit einem hydraulischen Abgleich als Heizungsoptimierung fördern; Bedingungen und Antragsregeln stehen in der Tabelle „Werte, die sich ändern“ weiter unten und im selben Ratgeber, und ob Ihre Anlage sie erfüllt, klären Sie vorher mit dem BAFA oder Ihrem Fachbetrieb.

Wärmepumpe mit 70 Grad: wenn das Haus mehr als 55 °C braucht

Einige Wärmepumpen schaffen Vorlauftemperaturen bis 70 °C, die Stiebel Eltron WPL-A Plus laut Datenblatt sogar 75 °C. Das geht laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aber immer zulasten der Effizienz. Bei −7 °C Außenluft nennt Stiebel Eltron für die WPL-A 07.2 Plus eine Leistungszahl von 3,25 mit 35 °C Vorlauf, 2,58 mit 55 °C und 1,58 mit 75 °C. Bei −7 °C Außenluft und 75 °C Vorlauf braucht das Gerät also rund doppelt so viel Strom für dieselbe Wärme wie mit 35 °C (3,25 ÷ 1,58 = 2,06).

Für Häuser, die tatsächlich mehr als 55 °C brauchen, nennt der BWP zwei Wege:

  • Hochtemperatur-Wärmepumpe. Auch sie muss für den KfW-Zuschuss so ausgelegt sein, dass sie rechnerisch eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreicht. In diese Berechnung gehören die tatsächlichen Vor- und Rücklauftemperaturen Ihres Hauses, und je höher die Vorlauftemperatur, desto kleiner die Arbeitszahl.
  • Hybrid. Die Wärmepumpe heizt, ein Gaskessel schaltet sich laut BWP nur bei stark erhöhtem Wärmebedarf dazu; was das für die KfW-Förderung bedeutet, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Für die wenigen Tage mit starkem Frost genügt laut BWP in der Regel ein eingebauter Elektroheizstab. Er macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme; die Wärmepumpe braucht für dieselbe Wärme laut Verbraucherzentrale etwa ein Viertel des Stroms, bei −7 °C Außenluft mit den Leistungszahlen aus der Grafik oben (2,13 bis 2,94) rund ein Drittel bis knapp die Hälfte. Wie viel Strom Heizstäbe in der Praxis brauchen, steht im Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe.

Checkliste: Vorlauftemperatur einstellen und senken

  • Zielwert. Vom Fachbetrieb nennen lassen, welche Vorlauftemperatur Ihr Haus am kältesten Tag braucht; höchstens 55 °C.
  • Heizkurve. An das Haus angepasst statt Werkseinstellung; Werte notieren, Bedienung bei der Einweisung zeigen lassen.
  • Thermostate. In den Haupträumen ganz offen, keine Nachtabsenkung; kein Raum unter 16 °C.
  • Feinjustieren. In kleinen Schritten senken, 12 bis 36 Stunden warten, Protokoll führen, bei −10, 0 und 10 °C wiederholen.
  • Abgleich. Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, die Einstellwerte jedes Ventils in den Unterlagen.
  • Kalter Raum. Heizkörper und Abgleich dieses Raums prüfen lassen, statt die Kurve für das ganze Haus anzuheben.

Werte, die sich ändern

WasWertQuelle und Bedingung
ηs-Mindestwerte für den KfW-Zuschuss, Luft-Wasser150 % bei 35 °C, 125 % bei 55 °CFörderrichtlinie BEG EM vom 17. August 2026; Niedertemperatur-Wärmepumpen nur 35 °C
Jahresarbeitszahl für den KfW-Zuschussmindestens 3,0, berechnetFörderrichtlinie BEG EM vom 17. August 2026
BAFA-Heizungsoptimierung15 % der förderfähigen Kosten; förderfähig ohne Sanierungsfahrplan höchstens 30.000 € im Kalenderjahr (erste Wohnung), also höchstens 4.500 € Zuschuss; Mindestkosten 300 €bis fünf Wohnungen; Wärmeerzeuger mindestens 2, bei Gas oder Öl höchstens 20 Jahre alt; Abgleich nach Verfahren B; Antrag vor Vorhabenbeginn, Vertrag mit Bedingung der Förderzusage (BEG EM Nr. 9.2.1)

So haben wir gerechnet

Das Rechenbeispiel nutzt unser angenommenes Beispielhaus von 1975 (18.000 kWh Wärme im Jahr) und die SCOP-Werte der Viessmann Vitocal 250-A in Baugröße 10; alle Gerätewerte stammen aus Herstellerunterlagen, die Geräte sind Beispiele, keine Empfehlung. Mehr in unserer redaktionellen Methode.

Häufige Fragen

Welche Vorlauftemperatur ist bei einer Wärmepumpe ideal?

Die niedrigste, mit der Ihre Räume bei offenen Thermostaten noch behaglich warm werden. An den kältesten Tagen sollten das höchstens 55 °C sein, an milden Tagen senkt die Heizkurve den Wert von selbst.

Schafft eine Wärmepumpe 70 Grad Vorlauftemperatur?

Einige Modelle ja: Lambda nennt für die EUREKA-Reihe Vorlauftemperaturen bis 70 °C. Je heißer das Wasser, desto weniger Wärme liefert jede Kilowattstunde Strom. Braucht Ihr Haus regelmäßig so viel, lassen Sie zuerst Heizkörper, Abgleich und Dämmung prüfen.

Welche Vorlauftemperatur braucht eine Fußbodenheizung mit Wärmepumpe?

Weniger als ein Haus mit Heizkörpern, weil der ganze Boden Wärme abgibt. Wer eine neue Flächenheizung als Heizungsoptimierung vom BAFA fördern lassen will, muss mit höchstens 35 °C Systemvorlauf auskommen. Beim Einstellen braucht es Geduld, denn nass verlegte Böden reagieren träge.

Ein Raum wird nicht warm: Soll ich die Heizkurve anheben?

Besser nicht dauerhaft. Eine höhere Kurve macht das Wasser für alle Räume heißer, obwohl nur ein Raum zu kühl ist. Bleiben einzelne Räume kalt, reicht nach Einschätzung der Verbraucherzentrale vermutlich ein größerer Heizkörper; lassen Sie außerdem den Abgleich prüfen.

Kann ich die Heizkurve selbst einstellen?

Teilweise. Die Raumsolltemperatur ändern Sie am Regler jederzeit, die Heizkurve selbst liegt bei manchen Reglern im Menü für Fachhandwerker. Lassen Sie sich bei der Einweisung zeigen, welche Werte Sie ändern können, und notieren Sie vor jeder Änderung die alten.