Jahresarbeitszahl, COP und SCOP: So lesen Sie die Effizienz einer Wärmepumpe
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Jahr aus 1 kWh Strom macht. Hier lesen Sie, welche Werte Wärmepumpen in Bestandshäusern erreichen, wie Sie COP und SCOP im Datenblatt deuten, was die KfW verlangt und wie Sie Ihre eigene JAZ ausrechnen.
Die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe (JAZ) sagt, wie viel Wärme Ihre Anlage in einem ganzen Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht: JAZ = abgegebene Wärme ÷ eingesetzter Strom. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE in Bestandshäusern kamen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel auf 3,4 und Erdwärmepumpen auf 4,3; für die KfW-Förderung muss eine Anlage auf mindestens 3,0 ausgelegt sein. Leistungszahl (COP) und die jahreszeitbedingte Leistungszahl (SCOP) im Datenblatt beschreiben dagegen das Gerät unter Normbedingungen, nicht Ihr Haus.
Auf einen Blick
- Formel. JAZ = Wärme im Jahr ÷ Strom im Jahr. Unser Beispielhaus braucht 18.000 kWh Wärme; bei JAZ 3,3 sind das 5.455 kWh Strom.
- Messwerte. 77 Wärmepumpen in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001: Luft-Wasser-Geräte erreichten im Mittel 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9), Erdwärmepumpen 4,3 (3,6 bis 5,4).
- Datenblatt. Der COP gilt für einen Prüfpunkt nach EN 14511, etwa 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauf, der SCOP für eine genormte Heizperiode im Klima von Straßburg.
- Förderung. Die KfW verlangt eine nach VDI 4650 Blatt 1, dem Berechnungsverfahren des Vereins Deutscher Ingenieure, berechnete JAZ von mindestens 3,0; Luft-Wasser-Geräte brauchen eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Effizienz ηs von mindestens 150 % bei 35 °C und in der Regel 125 % bei 55 °C.
- Selbst rechnen. Geförderte Anlagen erfassen Wärme und Strom. Nach zwölf Monaten teilen Sie die Differenz am Wärmemengenzähler durch die am Stromzähler.
Was die Jahresarbeitszahl angibt
Die Jahresarbeitszahl vergleicht zwei Energiemengen aus demselben Jahr: die Wärme, die die Wärmepumpe an Heizung und gegebenenfalls Warmwasser abgibt, und den Strom, den sie dafür aufnimmt. Eine Arbeitszahl von 4 heißt nach der Erklärung des Bundesverbands Wärmepumpe, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme entstehen; den Rest holt die Anlage aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser.
Aus der JAZ folgt direkt der Stromverbrauch: Strom im Jahr = Wärme im Jahr ÷ JAZ. Unser Beispielhaus, ein teilsaniertes Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m² und Heizkörpern, verbraucht 20.000 kWh Gas; bei 90 % Nutzungsgrad kommen 18.000 kWh als Wärme an. So viel Strom bräuchte eine Wärmepumpe dort:
| JAZ | BezugMesswerte: Feldmessungen des Fraunhofer ISE in Bestandshäusern. Mindestwert: Planungsvorgabe der KfW-Förderung. 3,3: unsere Annahme für das Beispielhaus. | Je 1.000 kWhStrom in kWh je 1.000 kWh Wärme | Strom im Beispielhaus |
|---|---|---|---|
| 2,6 | niedrigster Messwert, Luft-Wasser | 385 kWh | 6.923 kWh |
| 3,0 | Mindestwert der Planung für die KfW-Förderung | 333 kWh | 6.000 kWh |
| 3,3 | unsere Annahme für das Beispielhaus | 303 kWh | 5.455 kWh |
| 3,4 | Mittelwert, Luft-Wasser | 294 kWh | 5.294 kWh |
| 4,3 | Mittelwert, Erdwärmepumpen | 233 kWh | 4.186 kWh |
| 4,9 | höchster Messwert, Luft-Wasser | 204 kWh | 3.673 kWh |
Von JAZ 2,6 auf 3,0 sinkt der Strombedarf des Beispielhauses um 923 kWh, von 4,3 auf 4,9 nur um 513 kWh, obwohl der zweite Schritt größer ist: Bei einer schwachen Anlage bringt jedes Zehntel am meisten. Die Spalte „Je 1.000 kWh“ passt auf jedes Haus; bei 15.000 kWh Wärme und JAZ 3,4 sind es 15 × 294 kWh, rund 4.400 kWh Strom. Zum BDEW-Durchschnittspreis für Haushaltsstrom 2026 von 37,3 ct/kWh kosten die 5.455 kWh des Beispielhauses rund 2.035 € im Jahr; Kosten bei anderen Werten und mit Wärmepumpentarif zeigt der Ratgeber Stromverbrauch einer Wärmepumpe.
COP, SCOP und JAZ: die Kennzahlen im Vergleich
Datenblatt, Förderliste und Anzeige nennen verschiedene Effizienzwerte, die Verschiedenes messen.
So lesen Sie die Kürzel. Vor dem Schrägstrich steht die Wärmequelle, dahinter das Heizungswasser: A für Außenluft, B für Sole aus dem Erdreich, W für Wasser, jeweils mit der Temperatur in °C. A7/W35 heißt also 7 °C Außenluft und 35 °C Vorlauftemperatur.
| Kennzahl | Was sie misst | Grundlage | Bedingungen | Fundort |
|---|---|---|---|---|
| Leistungszahl (COP) | Wärmeleistung ÷ elektrische Leistung in einem Betriebspunkt | EN 14511 | ein Prüfpunkt, etwa A7/W35 | Datenblatt, BAFA-Liste |
| SCOP (jahreszeitbedingte Leistungszahl) | Wärme ÷ Strom über eine genormte Heizperiode | EN 14825, Verordnung (EU) 813/2013 | durchschnittliches Klima, Vorlauf 35 oder 55 °C, nur Raumheizung | Datenblatt, BAFA-Liste |
| ηsJahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz nach der Ökodesign-Verordnung | der SCOP geteilt durch 2,5 (Faktor für die Stromerzeugung), abzüglich kleiner Korrekturen, in Prozent | Verordnung (EU) 813/2013 | wie beim SCOP | Datenblatt, BAFA-Liste, KfW-Mindestwerte |
| JAZ, berechnet | erwartete Wärme ÷ Strom für Ihr Haus | VDI 4650 Blatt 1 | Ihre Temperaturen, Warmwasser, Heizstab | Nachweis des Fachbetriebs |
| JAZ, gemessen | tatsächliche Wärme ÷ Strom eines Jahres | Wärmemengen- und Stromzähler | Ihr Haus, Ihr Wetter, Ihre Einstellungen | Anzeige der Wärmepumpe |
Durchschnittliches Klima meint in der Ökodesign-Verordnung die Temperaturverhältnisse von Straßburg, mit einer Auslegung bei −10 °C. Ihr Ort kann kälter oder milder sein; der Fachbetrieb plant mit der Norm-Außentemperatur, die DIN/TS 12831-1 für Ihre Postleitzahl festlegt.
Das Datenblatt lesen: ein Beispiel
Vaillant nennt für die Luft-Wasser-Wärmepumpe aroTHERM plus VWL 105/8.1 Leistungszahlen an sechs Prüfpunkten nach EN 14511, jeweils als Heizleistung geteilt durch Stromaufnahme, bei A−7/W35 zum Beispiel 10,58 kW ÷ 3,52 kW = 3,01.
Leistungszahl (COP)
| Außenluft | Vorlauf 35 °C | Vorlauf 55 °C |
|---|---|---|
| −7 °C | 3,01 | 2,03 |
| 2 °C | 4,40 | |
| 7 °C | 5,29 | 3,19 |
- Kältere Luft, kleinere Leistungszahl. Bei 35 °C Vorlauf liefert das Gerät bei 7 °C Außenluft 5,29 kWh Wärme je kWh Strom, bei −7 °C noch 3,01.
- Heißeres Wasser, kleinere Leistungszahl. Bei 7 °C Außenluft sind es mit 55 °C Vorlauf 3,19 statt 5,29, rund 40 % weniger.
- Andere Heizleistung je Prüfpunkt. Das Datenblatt nennt bei A−7/W35 10,58 kW Heizleistung, bei A7/W35 nur 5,69 kW; die Leistungszahlen gehören also zu verschiedenen Betriebspunkten. Vergleichen Sie zwei Geräte deshalb nur am selben Prüfpunkt.
SCOP und ηs. Für die genormte Heizperiode nennt Vaillant einen SCOP von 5,13 bei 35 °C und 3,86 bei 55 °C, dazu eine Raumheizungs-Effizienz ηs von 202 % und 151 %. Beides ist derselbe Normwert in zwei Schreibweisen: Die Ökodesign-Verordnung teilt den SCOP durch 2,5, einen Faktor für den Wirkungsgrad der Stromerzeugung, und zieht kleine Korrekturen ab, etwa für die Temperaturregelung. Die technische FAQ von KfW und BAFA nennt für Luft-Luft-Geräte bis 12 kW die Formel ηs = (SCOP ÷ 2,5 − 0,03) × 100 %; mit den Vaillant-Werten ergibt sie 202 % und 151 %, genau die Angaben im Datenblatt. Für die KfW-Mindestwerte lesen Sie ηs trotzdem direkt ab, statt umzurechnen.
BAFA-Liste. Die Wärmeerzeugerliste des BAFA, die die förderfähigen Wärmepumpen führt, nennt für das Beispielgerät dieselben Werte: ηs 202 % und 151 %, SCOP 5,13 und die drei Leistungszahlen bei 35 °C Vorlauf. Sie zeigt auch, ob ein Gerät einen Wärmemengenzähler und eine Effizienzanzeige hat; hier ist beides vorhanden. Für das Gerät im Paket mit dem Speicherturm uniTOWER nennt Vaillant andere Werte (ηs 210 % und 145 %). Achten Sie im Angebot deshalb darauf, ob die Werte für das Gerät allein oder für das Paket gelten.
Warum das Datenblatt nicht die JAZ Ihres Hauses ist
Ein SCOP von 5,13 heißt nicht, dass dieses Gerät in Ihrem Haus eine JAZ von 5,13 erreicht. Der SCOP stammt aus einer genormten Rechnung, die JAZ aus Ihrem Alltag:
| Einfluss | Im SCOP | In Ihrer JAZ |
|---|---|---|
| Klima | Straßburg, Auslegung bei −10 °C | Wetter an Ihrem Ort |
| Vorlauftemperatur | genormt: 35 °C oder 55 °C bei der Auslegungstemperatur | Ihre Heizkurve und Ihre Heizkörper bestimmen sie |
| Warmwasser | nicht enthalten | enthalten, wenn die Wärmepumpe es bereitet |
| Betrieb und Einbau | Normbedingungen | Auslegung, Einstellungen, Abgleich, Heizstab |
Der SCOP taugt deshalb zum Vergleich von Geräten, die JAZ zur Bewertung Ihrer Anlage.
Welche Jahresarbeitszahl ist realistisch? Gute Werte bei Luft-Wasser-Wärmepumpen
Belastbare Vergleichswerte aus bewohnten Häusern liefern die Feldmessungen des Fraunhofer ISE: Über vier Jahre wurden 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern gemessen, 61 mit Außenluft und 16 mit dem Erdreich als Wärmequelle, in Gebäuden der Baujahre 1826 bis 2001.
| Vergleichswert | JAZ |
|---|---|
| Niedrigster Messwert, Luft-Wasser | 2,6 |
| Planungsvorgabe der KfW | 3,0 |
| Mittelwert Luft-Wasser, Vorgängerprojekt bis 2019 | 3,1 |
| Mittelwert Luft-Wasser | 3,4 |
| Mittelwert Erdwärmepumpen (Vorgängerprojekt 4,1) | 4,3 |
| Höchster Messwert, Luft-Wasser | 4,9 |
Ihr Maßstab bleibt die berechnete JAZ für Ihr Haus. Mit dem Baujahr hing die Effizienz in der Messung nicht zusammen; die vor 1977 gebauten Messhäuser waren allerdings etwas umfangreicher saniert als im Bundesdurchschnitt.
Was die Jahresarbeitszahl beeinflusst
Je kleiner der Abstand zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der des Heizungswassers, desto höher die JAZ, so fasst es die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zusammen.
Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger macht die Wärmepumpe nach Angaben der Verbraucherzentrale einige Prozent effizienter; als Mindestziel empfiehlt sie höchstens 55 °C. Wie Sie die Heizkurve einstellen, erklärt der Ratgeber Vorlauftemperatur und Heizkurve.
Wie Außen- und Vorlauftemperatur die Leistungszahl zweier Geräte verändern, zeigt die Grafik.
1 kWh Strom → 3,1–3,2 kWh Wärme
bei 2 °C draußen und 45 °C Vorlauftemperatur
- Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1
- COP 3,23,2 kWh Wärme je kWh Strom
- Viessmann Vitocal 250-A 08
- COP 3,13,1 kWh Wärme je kWh Strom
Wie viel Wärme drei Wärmepumpen aus einer Kilowattstunde Strom machen, je nach Außentemperatur und Vorlauftemperatur, nach den Prüfwerten der Hersteller (EN 14511).
- Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 bei 35 °C Vorlauf: COP 2,94 bei -7 °C, COP 4,10 bei 2 °C, COP 4,94 bei 7 °C.
- Viessmann Vitocal 250-A 08 bei 35 °C Vorlauf: COP 2,11 bei -20 °C, COP 2,31 bei -15 °C, COP 2,70 bei -7 °C, COP 3,70 bei 2 °C, COP 4,90 bei 7 °C, COP 5,09 bei 10 °C.
- Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 bei 45 °C Vorlauf: COP 2,29 bei -7 °C, COP 3,17 bei 2 °C, COP 3,54 bei 7 °C.
- Viessmann Vitocal 250-A 08 bei 45 °C Vorlauf: COP 1,84 bei -20 °C, COP 2,04 bei -15 °C, COP 2,37 bei -7 °C, COP 3,12 bei 2 °C, COP 3,73 bei 7 °C, COP 4,05 bei 10 °C.
- Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 bei 55 °C Vorlauf: COP 2,13 bei -7 °C, COP 2,52 bei 2 °C, COP 2,93 bei 7 °C.
- Viessmann Vitocal 250-A 08 bei 55 °C Vorlauf: COP 1,64 bei -20 °C, COP 1,79 bei -15 °C, COP 2,08 bei -7 °C, COP 2,74 bei 2 °C, COP 3,14 bei 7 °C, COP 3,41 bei 10 °C.
Bei 2 °C und 45 °C Vorlauf: Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 COP 3,2, Viessmann Vitocal 250-A 08 COP 3,1.
Heizflächen. Ob 55 °C oder weniger genügen, hängt von der Größe Ihrer Heizkörper ab, und ältere Heizkörper sind häufig größer als nötig. Wie Sie das Raum für Raum prüfen, steht im Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern.
Auslegung. Viele gemessene Wärmepumpen waren, bezogen auf den Verbrauch, zu groß, einige schalteten sehr häufig. Die Verbraucherzentrale rät, eher knapp auszulegen, um das Takten zu vermeiden; Sicherheitszuschläge senken die Effizienz. Grundlage ist eine raumweise Heizlastberechnung, die die Förderung ohnehin verlangt: Heizlast berechnen.
Hydraulik und Speicher. Ohne hydraulischen Abgleich wird oft die Pumpe stärker gestellt oder die Vorlauftemperatur erhöht, und das steigert nur den Verbrauch; wie der Abgleich abläuft, zeigt der Ratgeber Hydraulischer Abgleich. Bei einem Teil der gemessenen Anlagen mit Kombispeicher waren die Temperaturen für Heizung und Warmwasser nicht zuverlässig getrennt; fragen Sie im Angebot, wie der Speicher Heizung und Warmwasser trennt.
Warmwasser. Der größere Temperaturhub für Trinkwasser senkt die JAZ. Das Umweltbundesamt zitiert dazu eine Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus: Mit 48 °C ohne Zirkulation erreicht die Warmwasserbereitung eine JAZ von 3,22, mit 60 °C und laufender Zirkulation nur 2,19; der Unterschied geht also auf beides zurück. Einfach absenken sollten Sie die Temperatur trotzdem nicht: Zum Schutz vor Legionellen empfiehlt das Umweltbundesamt durchgängig über 55 °C.
Heizstab. Er macht aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme, die Wärmepumpe gewinnt dieselbe Wärme nach Angaben der Verbraucherzentrale aus einem Viertel des Stroms, was einer Arbeitszahl von 4 entspricht. Jede Kilowattstunde aus dem Heizstab geht also mit einer Arbeitszahl von 1 in die JAZ ein.
Vor dem Kauf: die JAZ-Berechnung für die Förderung
Für den Zuschuss der KfW muss die Wärmepumpe so ausgelegt werden, dass sie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 erreicht. Nachgewiesen wird das mit einer Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1, nicht mit einer Messung. Was hineingehört, beschreibt die technische FAQ von KfW und BAFA:
- Ihre Temperaturen. Anzusetzen sind die Bedingungen vor Ort, etwa die Temperatur der Wärmequelle und die Vor- und Rücklauftemperatur der Heizung.
- Der Warmwasseranteil. Bereitet die Wärmepumpe auch Warmwasser, muss ein passender Anteil am Wärmebedarf eingehen. Der JAZ-Rechner des Bundesverbands Wärmepumpe setzt standardmäßig 18 % an; je nach Haus kann der Anteil höher sein.
- Der Heizstab. Er wird je nach Betriebsweise und Bivalenzpunkt eingerechnet, also der Außentemperatur, unterhalb derer die Wärmepumpe die Heizlast nicht mehr allein deckt.
- Der Rechner. Bis 60 °C Vorlauftemperatur kann der JAZ-Rechner des Bundesverbands Wärmepumpe verwendet werden, der auf VDI 4650 Blatt 1 beruht.
Lassen Sie sich die Berechnung mit dem Angebot geben und prüfen Sie vor allem die eingesetzte Vorlauftemperatur: Setzt sie 35 °C an, wo Ihr Haus an kalten Tagen 55 °C braucht, fällt die JAZ zu hoch aus.
Dazu kommen Anforderungen an das Gerät: ein Eintrag in der Wärmeerzeugerliste des BAFA und bei durchschnittlichem Klima ein ηs von mindestens 150 % bei 35 °C und 125 % bei 55 °C (Luft) beziehungsweise 180 % und 140 % (Erdreich, Wasser). Niedertemperatur-Wärmepumpen, die nach der Ökodesign-Verordnung bei −7 °C Außenluft kein Heizungswasser mit 52 °C liefern können, müssen nur den Wert bei 35 °C erreichen. Außerdem müssen geförderte Anlagen alle Energieverbräuche und erzeugten Wärmemengen messen und Verbrauch und Effizienz anzeigen. Zuschuss und weitere Bedingungen erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung.

Jahresarbeitszahl berechnen: Ihre JAZ nach dem ersten Jahr
Ob die Anlage die berechnete JAZ erreicht, zeigt ein Jahr Betrieb. Sie brauchen die Stände von Wärme- und Stromzähler zu Beginn und nach zwölf Monaten, im Beispielhaus etwa so (frei gewählt):
| Zähler | 1. Oktober | ein Jahr später | Differenz |
|---|---|---|---|
| Wärmemengenzähler | 2.410 kWh | 20.410 kWh | 18.000 kWh |
| Stromzähler der Wärmepumpe | 1.205 kWh | 6.660 kWh | 5.455 kWh |
JAZ = 18.000 kWh ÷ 5.455 kWh = 3,30. Das Beispielhaus läge damit auf unserer Annahme, über der Planungsvorgabe von 3,0 und knapp unter dem Mittel der Feldmessungen.

Welche Verbraucher zählen. Wärmemengenzähler und Stromzähler müssen dasselbe Teilsystem erfassen. Fragen Sie deshalb, welche Verbraucher an dem Stromzähler hängen, den Sie ablesen. Läuft der Heizstab über einen eigenen Stromkreis, gehört sein Verbrauch in die Rechnung: Angenommen, er hat 150 kWh gebraucht, sind es 18.000 ÷ (5.455 + 150) = 3,21 statt 3,30. Umgekehrt fällt die JAZ zu niedrig aus, wenn der Wärmemengenzähler nur den Heizkreis erfasst, der Strom für das Warmwasser aber mitgezählt wird.
Ein ganzes Jahr. Einzelne Wochen bilden nur einen Ausschnitt ab, weil die Leistungszahl mit der Außentemperatur schwankt, und ein kalter Winter drückt die JAZ. Weicht das Jahresergebnis deutlich von der berechneten JAZ ab, ist das ein Anlass für einen Termin mit dem Fachbetrieb.
Checkliste: Effizienzwerte im Angebot und im Betrieb
Die ersten Punkte gehören zum Angebot, die letzten zur Inbetriebnahme.
- JAZ-Berechnung. Eine Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1 liegt bei; ihr Ergebnis beträgt mindestens 3,0.
- Eingaben. Vor- und Rücklauftemperatur passen zu Ihrem Haus; Warmwasseranteil und Heizstab sind berücksichtigt.
- Gerät. Das Modell steht in der Wärmeerzeugerliste des BAFA; ηs bei 35 und 55 °C liegt über den Mindestwerten.
- Datenblatt. Leistungszahlen nur am selben Prüfpunkt vergleichen; braucht Ihr Haus eher 55 °C Vorlauf, den SCOP bei 55 °C ansehen.
- Messung. Wärmemengenzähler und Stromerfassung sind vorhanden; geklärt ist, ob der Heizstab mitgezählt wird.
- Startwerte. Zählerstände bei der Inbetriebnahme notieren und einen festen Ablesetag für das nächste Jahr wählen.
Werte, die sich ändern
| Was | Wert | gilt |
|---|---|---|
| Planungsvorgabe JAZ, KfW-Zuschuss | mindestens 3,0, berechnet nach VDI 4650 Blatt 1 | Förderrichtlinie „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ (BEG EM) vom 17. August 2026, Laufzeit bis 31. Dezember 2030 |
| ηs bei 35 / 55 °C | Luft mindestens 150 / 125 %, Erdreich und Wasser 180 / 140 % | ebenda; Niedertemperatur-Wärmepumpen nur 35 °C |
| Strompreis Haushalte | 37,3 ct/kWh | BDEW-Durchschnitt 2026, 3.500 kWh im Jahr, Grundpreis anteilig enthalten |
So haben wir gerechnet
Das Beispielhaus ist eine Annahme: Baujahr 1975, 140 m², Heizkörper, 20.000 kWh Gas bei 90 % Nutzungsgrad, also 18.000 kWh Wärme, und eine JAZ von 3,3, etwas unter dem Mittel der Feldmessungen; die Zählerstände im Messbeispiel sind frei gewählt. Das Datenblattbeispiel nutzt die Werte, die Vaillant und die BAFA-Liste für die aroTHERM plus VWL 105/8.1 nennen; eine Empfehlung für dieses Gerät ist das nicht. Mehr in unserer redaktionellen Methode.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Jahresarbeitszahl bei einer Wärmepumpe?
Als grobe Orientierung für Bestandshäuser: Rund 3,4 ist der Durchschnitt der Luft-Wasser-Wärmepumpen, die das Fraunhofer ISE gemessen hat; Erdwärmepumpen kamen im Mittel auf 4,3. Werte über 4 liegen bei Luft-Wasser-Anlagen im oberen Bereich der Messungen (höchster Wert 4,9). Liegt Ihre Anlage unter 3,0, dem Wert, auf den die KfW-Planung zielt, sprechen Sie mit dem Fachbetrieb über Auslegung und Einstellungen.
Wie berechnet man die Jahresarbeitszahl?
Sie teilen die Wärme, die die Anlage in einem Jahr abgegeben hat, durch den Strom desselben Jahres, beide in kWh. Vor dem Einbau ermittelt der Fachbetrieb den Wert nach VDI 4650 Blatt 1 mit den Temperaturen Ihres Hauses. Danach liefern Wärmemengenzähler und Stromzähler oder die Anzeige der Wärmepumpe beide Zahlen.
Welche JAZ erreicht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau?
In den Messungen des Fraunhofer ISE lagen die Luft-Wasser-Geräte zwischen 2,6 und 4,9. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beschreibt es für Bestandshäuser so: Eine Wärmepumpe kann aus 1 kWh Strom 2,5 bis 4,5 kWh Wärme bereitstellen, in Neubauten auch mehr.
Was ist der Unterschied zwischen COP und Jahresarbeitszahl?
Der COP ist eine Momentaufnahme auf dem Prüfstand: Wärmeleistung geteilt durch Stromaufnahme bei fester Luft- und Wassertemperatur. Die JAZ fasst ein ganzes Jahr in Ihrem Haus zusammen, mit Frost und milden Tagen, Warmwasser und Heizstab.
Garantiert ein hoher SCOP eine hohe Jahresarbeitszahl?
Nein. Ein hoher SCOP zeigt, dass ein Gerät unter genormten Bedingungen effizient arbeitet, und eignet sich gut, um Geräte zu vergleichen. Ob daraus in Ihrem Haus eine gute JAZ wird, hängt von Auslegung, Vorlauftemperatur, Warmwasser und Einstellungen ab.