Wärmepumpe: Was sie ist, was sie kostet und welche zu Ihrem Haus passt
Was eine Wärmepumpe ist, welche Art zu Ihrem Haus passt, was Kauf und Betrieb kosten, wie viel die KfW dazugibt und was das Gesetz verlangt: der Überblick, an einem Beispielhaus durchgerechnet.
Eine Wärmepumpe ist eine Heizung, die Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser aufnimmt und mit Strom auf Heiztemperatur bringt. Im Ein- und Zweifamilienhaus ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der Normalfall; im Feldtest des Fraunhofer ISE machte sie in bestehenden Häusern aus 1 kWh Strom im Mittel 3,4 kWh Wärme. Mit Einbau kostete sie in 160 Angeboten, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, im Median 34.898 € vor Förderung; die KfW gibt bei einem Antrag bis 31. Dezember 2026 30 % Zuschuss auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten und Eigentümern, die selbst im Haus wohnen, unter Bedingungen mehr. In unserem Beispielhaus (Baujahr 1975, 140 m², 20.000 kWh Gas im Jahr) kostet Wärmepumpenstrom bei JAZ 3,3 und BDEW-Preisen 2026 jährlich 2.035 €, Gas bisher 2.446 €.
Auf einen Blick
- Prinzip. Strom treibt den Verdichter an, die meiste Wärme stammt aus der Umgebung: Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 kommen 2,4 von 3,4 kWh aus der Außenluft.
- Arten. 283.000 der 299.000 Heizungswärmepumpen, die 2025 verkauft wurden, waren laut Bundesverband Wärmepumpe Luftwärmepumpen. Erdwärme arbeitet effizienter, kostet aber deutlich mehr.
- Beispielhaus. Vom Median-Angebot bleiben nach 12.880 € KfW-Zuschuss (46 % inklusive Klimageschwindigkeitsbonus auf höchstens 28.000 €, Antrag bis 31. Dezember 2026) 22.018 €. Günstiger als Gas heizt die Wärmepumpe dort ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 2,75 (BDEW-Preise 2026).
- Gesetz. Eine Pflicht zur Wärmepumpe gibt es nicht: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) lässt die Wahl aus zehn Optionen, die 65-%-Regel galt bis 28. Juli 2026.
Was ist eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe heizt mit Umweltwärme: Sie nimmt Wärme aus einer Quelle mit niedriger Temperatur auf, hebt sie mit Strom auf ein höheres Temperaturniveau und gibt sie an das Heizungswasser ab.
Wie gut das gelingt, zeigt die Jahresarbeitszahl (JAZ): die Wärme eines ganzen Jahres geteilt durch den Strom, den die Anlage dafür braucht. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern der Baujahre 1826 bis 2001 vermessen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel 3,4, bei einer Spanne von 2,6 bis 4,9; erdgekoppelte Anlagen kamen auf 4,3 (3,6 bis 5,4). Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht.
So funktioniert eine Wärmepumpe
Technisch ist eine Wärmepumpe eine Kältemaschine wie der Kühlschrank, nur dass ihre warme Seite genutzt wird. In einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert ein Kältemittel und durchläuft immer wieder vier Stationen:
- Verdampfer: Das Kältemittel nimmt Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser auf und verdampft.
- Verdichter: Ein elektrisch angetriebener Verdichter presst den Dampf zusammen, Druck und Temperatur steigen deutlich.
- Verflüssiger: Der heiße Dampf gibt seine Wärme an das Heizungswasser ab und wird wieder flüssig.
- Expansionsventil: Das flüssige Kältemittel strömt zurück in den Verdampfer, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Das Heizungswasser versorgt wie beim alten Kessel Heizkörper oder Fußbodenheizung und den Warmwasserspeicher. Je niedriger die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Wassers auf dem Weg zu den Heizflächen, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe. Kältekreislauf, Abtauen im Winter und Datenblattwerte erklärt der Ratgeber Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Wie viel der Wärme aus dem Netz und wie viel aus der Außenluft kommt, zeigt die Grafik für unser Beispielhaus.
Woher die 18.000 kWh Wärme im Jahr kommen
Die Wärmepumpe nimmt Strom aus dem Netz und Wärme aus der Außenluft und gibt beides zusammen als Wärme ans Haus.
Je 10 kWh Wärme: 3 kWh Strom + 7 kWh aus der Luft
- Heizung
- 15.840 kWh
- Warmwasser
- 2.160 kWh
- Anteil aus der Luft
- 70 %
- Jahresarbeitszahl
- 3,3
Wie viel Strom die Wärmepumpe im Beispielhaus braucht, wie viel Wärme sie aus der Außenluft holt und wie viel Wärme für Heizung und Warmwasser herauskommt.
Ganzes Jahr: 5.455 kWh Strom und 12.545 kWh Wärme aus der Luft ergeben 18.000 kWh Wärme, 15.840 kWh für die Heizung und 2.160 kWh für Warmwasser; 3,3 kWh Wärme je kWh Strom.
Welche Wärmepumpe passt zu Ihrem Haus?
Die Wahl hängt von Grundstück, Heizlast und Zweck ab:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: der Normalfall im Ein- und Zweifamilienhaus. Sie holt die Wärme mit einem Außengerät aus der Luft und versorgt Heizung und Warmwasser; laut Verbraucherzentrale ist sie günstiger und weniger aufwendig als die anderen Systeme und fast überall umsetzbar.
- Erdwärmepumpe (Sole-Wasser): wenn Sie bohren dürfen oder viel Garten haben. Die Wärme kommt aus einer Erdwärmesonde im Bohrloch oder aus einem Flächenkollektor unter dem Rasen; Bohrungen sind nicht überall erlaubt.
- Hybridheizung: wenn die Wärmepumpe allein an sehr kalten Tagen nicht genug Leistung bringt. Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, ein Gas-Brennwertkessel springt bei sehr niedrigen Außentemperaturen ein. Die KfW fördert nur den Anteil der Wärmepumpe und verlangt, dass das Haus danach zu mindestens 65 % erneuerbar beheizt wird; solange Gas mitheizt, entfällt der Klimageschwindigkeitsbonus in der Regel. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
- Luft-Luft-Wärmepumpe: für einzelne Räume oder als Ergänzung. Sie erwärmt die Raumluft direkt über Innengeräte und kann kühlen, macht aber kein Warmwasser; als alleinige Heizung hält die Verbraucherzentrale sie für begrenzt geeignet.
- Warmwasser-Wärmepumpe: wenn die Heizung vorerst bleibt. Sie ist nur für das Trinkwasser zuständig; neben einer bestehenden Heizung mit Warmwasserspeicher kann der Kessel dann in den wärmeren Monaten lange ausgeschaltet bleiben.
Heizungen für das ganze Haus im Vergleich:
| Heizung | Preis (Ø)Durchschnittspreise 2026 laut Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale unter ihren Energieberatern, vor Förderung, mit Entsorgung der alten Heizung und betriebsfertigem Anschluss, ohne neue Heizleitungen und Heizflächen | JAZ im Feldtest | Braucht |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 36.000 € | 3,4 (2,6–4,9) | Platz für das Außengerät |
| Erdwärme mit Sonde | 56.000 € | 4,3 (3,6–5,4) | Bohrung, nicht überall erlaubt |
| Erdwärme mit Kollektor | 54.000 € | 4,3 (3,6–5,4) | rund 40 m² Fläche je kW Heizleistung |
| Hybrid: Luft-Wasser und Gas-Brennwert | 49.000 € | nicht gemessen | Gasanschluss |
| Gasheizung, zum Vergleich | 16.000 € | – | Gasanschluss; ab 2029 Bio-Anteil |
Die Durchschnittspreise stammen aus einer anderen Erhebung als der Median im nächsten Abschnitt; beide sind Richtwerte und lassen sich nicht verrechnen.
Was eine Wärmepumpe kostet und wie viel die KfW zahlt
Was echte Angebote kosten, zeigt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern, erstellt von September 2025 bis April 2026, lagen zwischen 21.099 und 54.168 €, im Median bei 34.898 € vor Förderung. Das ist eine Orientierung aus einem Bundesland, kein Preis für Ihr Haus. Die einzelnen Kostenposten zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Die KfW fördert die Wärmepumpe mit dem Zuschuss 458, für einen Antrag bis 31. Dezember 2026 mit 30 % Grundförderung. Wer als Eigentümer selbst im Haus wohnt, erhält 16 Prozentpunkte Klimageschwindigkeitsbonus für den Tausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer funktionierenden, mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung, wenn danach keine fossile oder mit Gas betriebene Heizung mehr mitheizt; dazu kommt bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 50.000 € ein Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozentpunkten. Zusammen sind höchstens 70 % möglich, bei einem Einkommen bis 30.000 € sind es 80 %, gerechnet auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit; mit minderjährigem Kind im Haushalt liegen die Einkommensgrenzen 10.000 € höher. Einen Effizienzbonus gibt es nicht mehr.
Beispielhaus, Antrag bis 31. Dezember 2026: selbst bewohnt, funktionierende Gasheizung, die vor mindestens 20 Jahren in Betrieb ging, kein Einkommensbonus.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Angebotspreis | Median der 160 Angebote | 34.898 € |
| Förderfähige Kosten | höchstens 28.000 € | 28.000 € |
| KfW-Zuschuss | (30 % + 16 %) × 28.000 € | 12.880 € |
| Eigenanteil | 34.898 € − 12.880 € | 22.018 € |
Weil der Höchstbetrag greift, deckt der Zuschuss hier 36,9 % der Kosten, nicht 46 %. Ab 1. Februar 2027 sinken Klimageschwindigkeitsbonus und Höchstbetrag schrittweise; für Anträge ab dem ersten Quartal 2027 soll die Grundförderung laut Förderrichtlinie auf 15 % fallen, plus 15 Prozentpunkte für Geräte mit Ursprung in der EU. Ein Startdatum dafür ist nicht veröffentlicht.
Entscheidend ist die Reihenfolge: erst der Vertrag mit Bedingung zur KfW-Zusage, dann der Antrag, danach die Arbeiten (vor der Zusage auf eigenes Risiko). Alle Boni und den Zeitplan bis 2030 erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung.
Betriebskosten: Wärmepumpe und Gasheizung im Beispielhaus
Unser Beispielhaus von 1975 ist teilweise saniert und hat Heizkörper. Bei einem Nutzungsgrad des alten Kessels von 90 %, unserer Annahme, werden aus 20.000 kWh Gas 18.000 kWh Heizwärme.
Strom: 18.000 kWh ÷ JAZ 3,3 = 5.455 kWh
Kosten: 5.455 kWh × 0,373 €/kWh = 2.035 € im Jahr
Mit 3,3 rechnen wir etwas vorsichtiger als der Feldtest-Mittelwert. Die Preise sind BDEW-Durchschnittswerte 2026 mit anteiligem Grundpreis: 37,3 ct/kWh für Haushaltsstrom ohne Wärmepumpentarif, 12,23 ct/kWh für Gas im Einfamilienhaus. Das Gas kostet damit 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 € im Jahr.
Energiekosten pro Jahr
| Heizung | Gasheizung | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Gasheizung | 2.446 € | |
| JAZ 2,8 | 2.398 € | |
| JAZ 3,3 | 2.035 € | |
| JAZ 4,0 | 1.679 € |
Gleich teuer wie Gas ist die Wärmepumpe hier bei einer JAZ von etwa 2,75 (18.000 kWh × 0,373 €/kWh ÷ 2.446 €). Bei 3,3 kostet sie 411 € weniger im Jahr, bei 4,0 sind es 767 €, bei 2,8 nur 48 €: Der größte Hebel ist die Effizienz.
Wärmepumpen mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind, sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Mit einer solchen Anlage akzeptieren Sie, dass der Netzbetreiber ihren Strombezug drosseln darf, wenn eine Beschädigung oder Überlastung des Netzes droht, übergangsweise auch vorbeugend, aber nicht unter 4,2 kW. Dafür sinkt Ihr Netzentgelt, im Modul 1 je nach Netzgebiet um 110 bis 190 € im Jahr (Spanne der Bundesnetzagentur von 2023; Ihren Betrag nennt das Preisblatt Ihres Netzbetreibers). Im Beispielhaus lägen die Stromkosten dann bei rund 1.845 bis 1.925 €.
Steht ohnehin eine neue Heizung an, kostet die Wärmepumpe nach 12.880 € Zuschuss rund 7.120 € mehr als eine neue Gasheizung (Durchschnittspreise der Verbraucherzentrale, gleicher Gasverbrauch, gleichbleibende Energiepreise). Bei JAZ 3,3 ist dieser Mehrpreis nach gut 17 Jahren eingespielt, bei 4,0 nach gut 9 Jahren. Die ganze Rechnung zeigt der Ratgeber Lohnt sich eine Wärmepumpe?
Heizungsgesetz: Was für Wärmepumpen gilt
Das sogenannte Heizungsgesetz wurde reformiert und heißt seit 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG); die 65-%-Regel für neue Heizungen galt bis 28. Juli 2026. Wer eine Heizung ersetzt, wählt frei aus zehn Optionen in § 42, darunter die elektrisch angetriebene Wärmepumpe, an die das Gesetz keine eigenen Bedingungen knüpft. Vorgeschrieben ist sie nicht, und eine funktionierende Gas- oder Ölheizung darf weiterlaufen.
Bedingungen gelten für neue fossile Heizungen: Wird nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude eingebaut, muss ab 2029 ein steigender Teil ihrer Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder bestimmten Wasserstoffarten stammen: mindestens 10 %, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Eine Hybridheizung mit ausreichend großer Wärmepumpe erfüllt diese Pflicht. Details im Ratgeber Heizungsgesetz.
Wärmepumpe im Altbau: drei Prüfungen
Ein altes Haus schließt eine Wärmepumpe nicht aus. Entscheidend ist, ob die Räume an kalten Tagen mit Heizungswasser von höchstens 55 °C warm werden; dieses Mindestziel nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, weniger ist besser. Mit Fußbodenheizung ist eine Wärmepumpe laut Bundesverband Wärmepumpe immer möglich, mit Heizkörpern prüfen Sie in drei Schritten:
- Verbrauch je Quadratmeter. Wirtschaftlich laufen Wärmepumpen nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vor allem bis etwa 150 kWh pro m² und Jahr, Warmwasser eingeschlossen; darüber sind die Betriebskosten relativ hoch. Das Beispielhaus liegt mit 20.000 kWh ÷ 140 m² bei rund 143 kWh.
- Heizkörpertest. Als erste Orientierung empfiehlt die Energieberatung der Verbraucherzentrale, an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur der jetzigen Heizung auf 55 °C zu begrenzen und alle Thermostate auf „3“ zu stellen. Werden alle Räume warm, ist eine Wärmepumpe möglich; bleiben einzelne kühl, reichen dort vermutlich größere Heizkörper; bleiben alle zu kühl, ist ohne zusätzliche Dämmung kein wirtschaftlicher Betrieb zu erwarten.
- Raumweise Heizlast. Verbindlich ist erst die Berechnung Raum für Raum nach DIN EN 12831, die die KfW ohnehin verlangt, zusammen mit einem hydraulischen Abgleich nach Verfahren B.
Oft reicht es, einzelne Heizkörper zu tauschen: Alte sind laut Verbraucherzentrale überraschend oft überdimensioniert. Mehr im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Lautstärke und Aufstellung des Außengeräts
Entscheidend ist, was vom Außengerät am Fenster des Nachbarn ankommt, gemessen an den Richtwerten der TA Lärm und vor allem nachts. Für die KfW-Förderung muss es mindestens 10 dB leiser sein als die Grenzwerte der EU-Ökodesign-Verordnung. Dazu kommen ein frostfreier Kondensatablauf und bei Geräten mit Propan ein Schutzbereich nach Herstellerangabe, in dem keine Fenster, Türen, Lichtschächte oder Zündquellen wie Steckdosen liegen und der nicht über die Grundstücksgrenze reicht. Genehmigung und Grenzabstand regelt die Bauordnung Ihres Landes. Standort, Fundament und Bauantrag je Land erklärt der Ratgeber Aufstellort der Wärmepumpe.
Vor- und Nachteile der Wärmepumpe
Für die Wärmepumpe sprechen im Beispielhaus 411 € weniger Energiekosten im Jahr als mit Gas (JAZ 3,3) und weniger CO2: Im Haus verbrennt sie nichts, und mit dem Strommix 2025 (Schätzung des Umweltbundesamts: 344 g CO2 je kWh) verursacht sie rund 1,9 t CO2 im Jahr, die Gasheizung rund 3,6 t. Dagegen stehen drei Nachteile:
- Höherer Kaufpreis. Laut Umfrage der Verbraucherzentrale im Schnitt 20.000 € mehr als eine Gasheizung, vor Förderung.
- Effizienz hängt an der Planung. Im Feldtest reichte die JAZ der Luft-Wasser-Anlagen von 2,6 bis 4,9; viel hängt an Heizlastberechnung, Vorlauftemperatur und Einstellung.
- Abhängig vom Strompreis. Jeder Cent mehr je kWh kostet das Beispielhaus bei JAZ 3,3 rund 55 € im Jahr.
Was dagegen hilft, zeigt der Ratgeber Nachteile der Wärmepumpe.
Ihr Weg zur Wärmepumpe
- Verbrauch auswerten. Den Jahresverbrauch in kWh aus den letzten drei Abrechnungen mitteln und durch die Wohnfläche teilen.
- Heizkörpertest machen. An einem kalten Tag mit 55 °C Vorlauftemperatur heizen, kühle Räume notieren.
- Heizlast berechnen lassen. Raum für Raum nach DIN EN 12831, durch den Fachbetrieb oder einen Energieeffizienz-Experten.
- Angebote vergleichen. Mehrere Angebote mit gleichem Leistungsumfang einholen; die Verbraucherzentralen vergleichen bis zu drei Wärmepumpen-Angebote kostenlos.
- Vertrag mit Förderbedingung. Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung zur KfW-Zusage und dem voraussichtlichen Datum der Umsetzung.
- KfW-Antrag stellen. Mit der Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten im Portal „Meine KfW“, vor Beginn der Arbeiten.
- Einbau und Anmeldung. Die Inbetriebnahme wird dem Netzbetreiber vorab mitgeteilt; für die Förderung bestellen Sie ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung, falls noch keines eingebaut ist.
- Nachweis einreichen. Das Vorhaben muss binnen 36 Monaten nach der Zusage abgeschlossen sein; die Nachweise gehen innerhalb von sechs Monaten nach der letzten Rechnung an die KfW.
Werte, die sich ändern
| Was | Wert | gilt |
|---|---|---|
| KfW-Grundförderung | 30 % | Antrag bis 31. Dezember 2026; ab dem ersten Quartal 2027 sollen 15 % gelten, plus 15 Prozentpunkte für Geräte mit Ursprung in der EU |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 Prozentpunkte | Antrag bis 31. Januar 2027, danach je Halbjahr 4 Punkte weniger, ab 1. August 2028 keiner |
| Höchstbetrag förderfähiger Kosten | 28.000 € für die erste Wohneinheit | Antrag bis 31. Januar 2027, danach je Halbjahr 750 € weniger |
| Angebotspreise Luft-Wasser | 21.099–54.168 €, Median 34.898 € | 160 Angebote aus Rheinland-Pfalz, September 2025 bis April 2026, vor Förderung |
| Durchschnittspreise | Luft-Wasser 36.000 €, Erdwärme 54.000–56.000 €, Hybrid 49.000 €, Gas 16.000 € | Umfrage der Verbraucherzentrale 2026, vor Förderung |
| Haushaltsstrompreis | 37,3 ct/kWh | Durchschnitt 2026 laut BDEW |
| Gaspreis Einfamilienhaus | 12,23 ct/kWh | Durchschnitt 2026 laut BDEW |
| Netzentgelt-Rabatt § 14a EnWG, Modul 1 | 110–190 € im Jahr | je Netzgebiet, Spanne der Bundesnetzagentur von 2023; nur für steuerbare Wärmepumpen (siehe Betriebskosten) |
So haben wir gerechnet
Alle Beispielzahlen gelten für unser Beispielhaus, ein selbst bewohntes Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m², Heizkörpern und 20.000 kWh Gasverbrauch, eine Annahme zur Veranschaulichung: 90 % Nutzungsgrad des alten Kessels, JAZ 3,3 (Varianten 2,8 und 4,0), BDEW-Preise 2026, gleichbleibend, Median der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Wartung, Schornsteinfeger und Finanzierung sind nicht eingerechnet; mehr in unserer redaktionellen Methode.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Luft-Luft- und Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Beide nutzen die Außenluft. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erwärmt Heizungswasser und damit auch Ihr Warmwasser; die Luft-Luft-Wärmepumpe bläst warme Luft über Innengeräte in einzelne Räume und kann kühlen, braucht für Warmwasser aber eine eigene Lösung.
Erdwärme oder Luftwärmepumpe: Was lohnt sich mehr?
Mit den Mittelwerten des Feldtests, JAZ 4,3 statt 3,4, braucht eine Erdwärmepumpe im Beispielhaus rund 1.108 kWh weniger Strom, das sind 413 € im Jahr. Sie kostet laut Umfrage der Verbraucherzentrale aber 18.000 bis 20.000 € mehr, und weil beide Preise über dem Höchstbetrag von 28.000 € liegen, gleicht der Zuschuss den Abstand nicht aus. Die Ersparnis holt ihn erst nach 44 bis 48 Jahren herein.
Kann ich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik betreiben?
Ja, zum Teil. In Simulationen der HTW Berlin für ein teilsaniertes Einfamilienhaus mit 7-kWp-Anlage und ohne Batteriespeicher kam rund ein Drittel des Wärmepumpenstroms vom Dach, wenn eine Steuerung Solarüberschüsse über Wärmepumpe und Heizstab als Wärme speichert. In den Wintermonaten stammt laut Verbraucherzentrale fast der gesamte Heizstrom aus dem Netz. Auf das Beispielhaus übertragen wären ein Drittel rund 1.800 kWh, zu 37,3 ct/kWh rund 680 € im Jahr, vor Abzug der entgangenen Einspeisevergütung.
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen setzt man bei Wärmeerzeugern rund 20 Jahre an, einen Orientierungswert nach VDI 2067, keine Zusage für ein bestimmtes Gerät. Regelmäßige Wartung kann die Lebensdauer laut Verbraucherzentrale verlängern; in 22 Angeboten aus Rheinland-Pfalz kostete ein Termin im Median 360 €. Einen Schornsteinfeger braucht sie nicht, da sie weder Feuerstätte noch Abgasanlage hat.
Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Frost?
Ja. Bei Außentemperaturen von einigen Grad über null und darunter setzt sich Eis am Verdampfer des Außengeräts ab, das die Wärmepumpe automatisch abtaut; das ist normaler Betrieb. Auf den elektrischen Heizstab, der an sehr kalten Tagen hilft, entfielen im Feldtest bei Luft-Wasser-Anlagen nur 1,3 % des Stroms, bei vergleichsweise milder Witterung.