Wärmepumpe im Altbau: So prüfen Sie, ob Ihr Haus geeignet ist
Eine Wärmepumpe heizt auch im Altbau effizient, wenn die Heizkörper die Räume mit höchstens 55 °C warm bekommen. So prüfen Sie das in drei Schritten, mit Messwerten des Fraunhofer ISE und einem Beispielhaus von 1975 mit Strom, Kosten und Zuschuss.
Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau mit Heizkörpern effizient heizen. In Feldmessungen des Fraunhofer ISE in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001 erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, machten also aus 1 kWh Strom 3,4 kWh Wärme; mit dem Baujahr hing das nicht zusammen. Entscheidend ist, ob Ihre Heizkörper die Räume mit Heizungswasser von höchstens 55 °C warm bekommen. In unserem Beispielhaus von 1975 kostet die Wärme mit Wärmepumpe rund 2.035 € im Jahr statt 2.446 € mit Gas (JAZ 3,3, nur Energiekosten, Preise 2026).
Auf einen Blick
- Messwerte. Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern kamen in den Feldmessungen des Fraunhofer ISE auf Jahresarbeitszahlen von 2,6 bis 4,9, im Mittel 3,4.
- 55 °C als Ziel. Je kühler das Heizungswasser, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe; oft genügt es, einzelne Heizkörper zu tauschen.
- Drei Prüfungen. Verbrauch auswerten, Heizkörpertest an einem kalten Tag, dann die raumweise Heizlastberechnung, die die KfW-Förderung ohnehin verlangt.
- Kosten. In 160 Angeboten, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, lag der Preis im Median bei 34.898 € vor Förderung. Im Beispielhaus bleiben nach 12.880 € Zuschuss (46 % von höchstens 28.000 € förderfähigen Kosten; Annahmen: selbst bewohnt, Gaskessel mindestens 20 Jahre alt und danach ohne Gas, Antrag bis Ende 2026) 22.018 € Eigenanteil.
- Hybrid. Gaskessel und Wärmepumpe lassen sich kombinieren, kosten aber in der Regel den Klimageschwindigkeits-Bonus, solange Gas mitheizt; Zuschuss gibt es nur für die Wärmepumpe und nur bei mindestens 65 % erneuerbarer Wärme.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja, wenn die Vorlauftemperatur passt. Das zeigen nicht nur Berechnungen, sondern Messungen in bewohnten Häusern: Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „WP-QS im Bestand“ vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern untersucht, gebaut zwischen 1826 und 2001, mit 90 bis 370 m² beheizter Fläche. Die Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4; die schwächste Anlage kam auf 2,6, die effizienteste auf 4,9. Erdwärmepumpen lagen im Mittel bei 4,3. Einen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forscher nicht.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die Wärme, die eine Anlage in einem Jahr liefert, geteilt durch den Strom, den sie dafür braucht. Eine JAZ von 3,4 heißt: Aus 1 kWh Strom werden im Jahresmittel 3,4 kWh Wärme. Verwechseln Sie sie nicht mit den Werten im Datenblatt: Die Leistungszahl (COP) gilt für einen einzelnen Prüfpunkt, der SCOP für eine Heizperiode unter durchschnittlichen Klimaverhältnissen; die JAZ beschreibt Ihre Anlage in Ihrem Haus. Für die KfW-Förderung muss der Fachbetrieb die Wärmepumpe so auslegen, dass sie rechnerisch eine JAZ von mindestens 3,0 erreicht, nachgewiesen mit einer Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1.
Förderbedingung: geplante JAZ mindestens 3,0
Jahresarbeitszahl
| Messwert | Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand |
|---|---|
| niedrigster Wert | 2,6 |
| Mittelwert | 3,4 |
| höchster Wert | 4,9 |
Über die Effizienz entscheidet vor allem der Temperaturunterschied zwischen der Wärmequelle und dem Heizungswasser: Je kleiner er ist, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe. Die wichtigste Größe im Altbau ist deshalb die Vorlauftemperatur, die Temperatur des Heizungswassers, das zu den Heizkörpern fließt. Die Effizienz von Wärmepumpen wird bei zwei Vorlauftemperaturen angegeben, 35 °C und 55 °C, und die Förderung verlangt von Luft-Wasser-Wärmepumpen eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs, steht im Datenblatt) von mindestens 150 % bei 35 °C und 125 % bei 55 °C; Niedertemperatur-Wärmepumpen müssen nur den Wert bei 35 °C erreichen. Als Mindestziel nennt die Verbraucherzentrale eine Vorlauftemperatur von höchstens 55 °C; weniger ist besser, denn jedes Grad weniger spart einige Prozent Strom.
Wie warm das Wasser an kalten Tagen werden muss, hängt vom energetischen Zustand des Hauses und von Größe und Art der Heizflächen ab. Dabei haben alte Häuser einen Vorteil: Ihre Heizkörper sind nach Erfahrung der Energieberatung der Verbraucherzentrale „überraschend oft überdimensioniert“; häufig müssen deshalb nur einzelne getauscht werden. Mit einer Fußbodenheizung ist eine Wärmepumpe laut Bundesverband Wärmepumpe immer möglich, und ausreichend dimensionierte Heizkörper können nach den Messungen des Fraunhofer ISE im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden wie Flächenheizungen.
In drei Schritten prüfen, ob Ihr Haus passt
Die ersten beiden Schritte erledigen Sie selbst, mit Ihren Abrechnungen und an einem kalten Wintertag. Den dritten übernimmt der Fachbetrieb, am besten bevor Sie Angebote vergleichen.
Schritt 1: Verbrauch auswerten
Legen Sie die Gas- oder Ölabrechnungen der letzten drei Jahre nebeneinander und bilden Sie den Durchschnitt; ein milder oder ein strenger Winter verzerrt einen einzelnen Wert. Daraus schätzen Sie drei Dinge.
Ob der Verbrauch im üblichen Rahmen liegt. Teilen Sie den Verbrauch durch die beheizte Fläche: im Beispielhaus 20.000 kWh ÷ 140 m² ≈ 143 kWh pro m² und Jahr. Nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz arbeitet eine Wärmepumpe vor allem bis etwa 150 kWh pro m² und Jahr wirtschaftlich, Warmwasser eingeschlossen. Darüber ist sie ebenfalls möglich, die Betriebskosten liegen dann aber relativ hoch.
Wie viel Strom die Wärmepumpe brauchen würde. Ein Kessel macht nicht aus jeder kWh Gas eine kWh Wärme; im Beispielhaus rechnen wir mit 90 %. Die Wärme, die im Haus ankommt, teilen Sie durch die Jahresarbeitszahl:
Wärme: 20.000 kWh Gas × 0,9 = 18.000 kWh
Strom: 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh
Sobald ein Fachbetrieb die JAZ für Ihr Haus berechnet hat, setzen Sie seinen Wert ein.
Welche Leistung ungefähr nötig ist. Der Bundesverband Wärmepumpe nennt als grobe Einstiegsrechnung: Gasverbrauch in m³ pro Jahr ÷ 250 = Heizlast in kW, bei Öl Liter pro Jahr ÷ 250; wird Warmwasser mitberücksichtigt, teilt die sogenannte Schweizer Formel durch 300. Ein Haus mit 2.000 m³ Gas im Jahr käme so auf 2.000 ÷ 250 = 8 kW. Das ist eine Plausibilitätsprüfung für Angebote, keine Auslegung. Die größte Gruppe der 160 Angebote, die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewertet hat, lag bei 10 bis 12 kW.
Bei Öl steht meist nur die Literzahl auf der Rechnung: Die Leistungsschätzung oben funktioniert direkt mit Litern, die Umrechnung in kWh für die beiden anderen Schätzungen übernimmt der Heizungsbauer.
Planen Sie lieber knapp als großzügig. In den Feldmessungen des Fraunhofer ISE waren viele Wärmepumpen gemessen am Verbrauch überdimensioniert, und einige schalteten sehr häufig ein und aus. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät deshalb zu einer eher knappen Auslegung, weil Sicherheitszuschläge die Wärmepumpe unnötig teuer machen und die Effizienz verringern.
Schritt 2: der Heizkörpertest an einem kalten Tag
Für eine erste Orientierung empfiehlt die Energieberatung der Verbraucherzentrale einen Praxistest. Er ist eine praktische erste Prüfung, keine feste Regel: Begrenzen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer jetzigen Heizung auf 55 °C und stellen Sie alle Heizkörperthermostate auf „3“. So lesen Sie das Ergebnis:
- Alle Räume werden warm: Eine Wärmepumpe ist möglich.
- Einzelne Räume bleiben kühl: Vermutlich reicht es, dort größere Heizkörper einzubauen.
- Alle Räume bleiben zu kühl: Ohne zusätzliche Dämmung erwartet die Verbraucherzentrale keinen wirtschaftlichen Betrieb.
Aussagekräftig ist der Test nur, wenn es draußen wirklich kalt ist; darauf weist auch der Bundesverband Wärmepumpe hin. Wie Sie die Vorlauftemperatur begrenzen, steht in der Anleitung Ihres Kessels; im Zweifel stellt sie der Heizungsbauer ein. Notieren Sie, welche Räume zuerst kühl werden. Diese Liste brauchen Sie im dritten Schritt.
Schritt 3: Heizlast und Heizkörper Raum für Raum prüfen lassen
Verbindlich ist erst die Rechnung. Der Fachbetrieb berechnet für jeden Raum die Heizlast, also die Wärmeleistung, die der Raum bei der Norm-Außentemperatur für Ihren Ort braucht, und vergleicht sie mit der Leistung des vorhandenen Heizkörpers bei 55 °C Vorlauftemperatur. Wo der Heizkörper nicht reicht, wird er gegen ein größeres Modell getauscht. Für die KfW-Förderung ist diese raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ohnehin Bedingung, zusammen mit einem hydraulischen Abgleich nach Verfahren B und einer an das Haus angepassten Heizkurve; außerdem verlangt die KfW, dass dabei das gesamte Heizungsverteilsystem optimiert wird.
Wie viele Heizkörper tatsächlich getauscht werden müssen, zeigt sich erst in dieser Detailplanung. Lassen Sie die raumweise Heizlast deshalb vor dem Angebotsvergleich berechnen oder verlangen Sie sie mit dem Angebot. Wie die Rechnung abläuft, erklärt der Ratgeber Heizlast berechnen.

Mit dem Fachbetrieb legen Sie in diesem Schritt auch den Aufstellort der Außeneinheit fest. In Reihenhaus und Doppelhaushälfte ist der Weg zum Fenster des Nachbarn kurz; achten Sie deshalb schon im Angebot auf den Schallleistungspegel: Für die KfW-Förderung muss die Außeneinheit mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen, das entspricht höchstens 55 dB(A) bis 6 kW und 60 dB(A) über 6 bis 12 kW Heizleistung. Welchen Abstand der LAI-Leitfaden je nach Baugebiet empfiehlt, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Lautstärke.
Rechenbeispiel: unser Beispielhaus von 1975
Das Beispielhaus ist eine Annahme, kein reales Gebäude: Baujahr 1975, teilweise saniert, 140 m² beheizte Fläche, Heizkörper und ein funktionierender Gaskessel, der vor mindestens 20 Jahren in Betrieb ging. Es verbraucht 20.000 kWh Gas im Jahr; bei 90 % Nutzungsgrad kommen 18.000 kWh als Wärme an. Für die Wärmepumpe rechnen wir vorsichtig mit einer JAZ von 3,3, knapp unter dem Mittel der Feldmessungen des Fraunhofer ISE, und zeigen 2,8 und 4,0 als Spanne. Strom kostet 37,3 ct/kWh (0,373 €/kWh), der Durchschnitt für Haushalte 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse. Wärmepumpentarife sind darin nicht enthalten; wir nehmen den Haushaltsstrompreis deshalb als vorsichtigen Ersatzwert für einen Wärmepumpentarif. Gas kostet 12,23 ct/kWh (0,1223 €/kWh), der BDEW-Durchschnitt 2026 für Einfamilienhäuser.
| Heizung | Rechnung | EnergiekostenEnergiepreise des BDEW mit anteiligem Grundpreis; ohne Wartung und Schornsteinfeger |
|---|---|---|
| Gaskessel heute | 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh | 2.446 € |
| Wärmepumpe, JAZ 2,8 | 18.000 kWh ÷ 2,8 = 6.429 kWh × 0,373 €/kWh | 2.398 € |
| Wärmepumpe, JAZ 3,3 | 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh × 0,373 €/kWh | 2.035 € |
| Wärmepumpe, JAZ 4,0 | 18.000 kWh ÷ 4,0 = 4.500 kWh × 0,373 €/kWh | 1.679 € |
Was das für das Beispielhaus heißt:
- Die JAZ entscheidet über die Ersparnis. Mit JAZ 3,3 kostet die Wärme rund 411 € im Jahr weniger als mit Gas, mit JAZ 4,0 rund 767 € und mit JAZ 2,8 nur rund 48 €. Jede Maßnahme, die die Vorlauftemperatur senkt, schiebt das Haus in Richtung der unteren Tabellenzeilen.
- Steuerbare Wärmepumpe, niedrigeres Netzentgelt. Für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG sinkt das Netzentgelt im Modul 1 pauschal um 110 bis 190 € im Jahr, je nach Netzgebiet (Werte der Bundesnetzagentur von 2023). Mit JAZ 3,3 läge das Beispielhaus dann bei rund 1.845 bis 1.925 €. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung zeitweise begrenzen, auf nicht weniger als 4,2 kW; das gilt für Wärmepumpen über 4,2 kW, die seit 1. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind.
- Was enthalten ist. Die BDEW-Preise enthalten den Grundpreis anteilig, beim Gas für 20.000 kWh im Jahr, beim Strom für 3.500 kWh. Wartung und Schornsteinfeger fehlen in der Tabelle und gehören als eigene Posten in jeden Vergleich.
Wenn Räume kalt bleiben: Heizkörper, Flächenheizung, Dämmung
Zeigen Test oder Rechnung, dass einzelne Räume bei 55 °C zu kühl bleiben, gibt es mehrere Wege. Sie lassen sich kombinieren; setzen Sie dort an, wo der Engpass liegt, also bei den Räumen, die zuerst kalt werden.
| Maßnahme | Was sie bewirkt | FörderungFörderweg; ob Ihr Vorhaben die Bedingungen erfüllt, klären Sie vor dem Auftrag | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| Größere Heizkörper oder Niedertemperaturheizkörper | mehr Heizfläche, der Raum wird mit kühlerem Wasser warm | vorab klären; BAFA-Heizungsoptimierung 15 %, nur bei Heizungen, die älter als 2 Jahre sind (Gas, Öl: höchstens 20 Jahre) | einzelne Räume kühl bleiben |
| Wand- oder Fußbodenheizung in einzelnen Räumen | große Fläche für niedrige Vorlauftemperaturen | wie Heizkörper (BAFA-Heizungsoptimierung 15 %, gleiche Bedingungen) | ein Raum ohnehin renoviert wird |
| Dämmung der Heizungsrohre in unbeheizten Räumen | weniger Wärmeverlust auf dem Weg zu den Heizkörpern | wie Heizkörper (BAFA-Heizungsoptimierung 15 %, gleiche Bedingungen) | Rohre im Keller oder Dachboden offen liegen |
| Dämmung von Fenstern, Dach, oberster Geschossdecke oder Fassade | weniger Heizlast und Wärmebedarf, niedrigere Vorlauftemperatur | BAFA, Gebäudehülle 15 % | alle Räume kühl bleiben oder ohnehin saniert wird |
| Hochtemperatur-Wärmepumpe | höhere Vorlauftemperaturen, bei einigen Geräten bis 70 °C, zu Lasten der Effizienz | KfW 458; die geplante JAZ muss mindestens 3,0 erreichen | sich die Heizkörper nicht tauschen lassen |
| Hybrid mit Gaskessel | der Kessel übernimmt die Spitzen an sehr kalten Tagen | KfW 458 nur für die Wärmepumpe und nur, wenn das Haus danach zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt wird (Förderbedingung); in der Regel ohne Klimageschwindigkeits-Bonus | mehr als 55 °C nötig bleiben |

Heizkörper. In einer früheren Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (160 Angebote, Oktober 2024 bis Mai 2025) enthielten nur 18 Angebote einen Heizkörpertausch; die Angebotspreise je Heizkörper lagen bei 326 bis 1.207 €, im Median bei 642 €. Niedertemperaturheizkörper und Flächenheizungen stehen in der Förderrichtlinie unter der Heizungsoptimierung, die das BAFA in Häusern mit höchstens fünf Wohnungen mit 15 % fördert. Gefördert wird diese Optimierung aber nur an Heizungen, die älter als zwei Jahre sind, bei Gas- und Ölheizungen nur bis zu einem Alter von 20 Jahren, und nur in einem hydraulisch abgeglichenen System. Im Beispielhaus mit seinem über 20 Jahre alten Gaskessel greift dieser Weg vor dem Tausch deshalb nicht, und eine neue Wärmepumpe ist in den ersten zwei Jahren ebenfalls ausgeschlossen. Neue Heizkörper, die Sie zusammen mit der Wärmepumpe einbauen lassen, zählen laut KfW-Infoblatt zu den förderfähigen Kosten des KfW-Zuschusses, Heizkörper jeder Bauart samt Gebläsekonvektoren, zum selben Fördersatz und innerhalb desselben Höchstbetrags; dieselbe Kostenposition dürfen Sie nur einmal beantragen, entweder bei der KfW oder beim BAFA. Welche Heizkörper sich eignen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern.
Dämmung. Was Dämmung bringt, schätzen Sie mit derselben Formel wie oben. Angenommen, neue Fenster und eine gedämmte oberste Geschossdecke senken den Wärmebedarf des Beispielhauses um 2.000 kWh im Jahr (eine Annahme zur Veranschaulichung): Dann braucht die Wärmepumpe bei JAZ 3,3 rund 2.000 ÷ 3,3 = 606 kWh weniger Strom, das sind 606 × 0,373 € = 226 € weniger im Jahr. Weil zugleich die nötige Heizleistung sinkt, kommen die Heizkörper mit kühlerem Wasser aus. Stehen Fenster oder Dach ohnehin an, legen Sie das vor der Heizlastberechnung fest, sonst rechnet der Fachbetrieb mit dem unsanierten Haus.

Dämmung fördert das BAFA als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle mit 15 %, wenn ein Energieeffizienz-Experte den Antrag begleitet; mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen 5 Prozentpunkte dazu, aber nur auf förderfähige Kosten über 30.000 €. Höchstgrenzen und Bedingungen erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung.
Hydraulischer Abgleich. Zu jeder Variante gehört der hydraulische Abgleich. Ohne ihn werden Heizkörper nahe am Wärmeerzeuger überversorgt und entfernte unterversorgt; oft wird dann die Vorlauftemperatur erhöht, und die Wärmepumpe läuft ineffizienter. Für die KfW-Förderung ist er nach Verfahren B Bedingung; das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) schreibt ihn nach dem Heizungseinbau nur für Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen vor. In der Auswertung der Verbraucherzentrale kostete er im Median 1.071 € (89 Angebote mit Einzelpreis). Ablauf und Nachweis erklärt der Ratgeber Hydraulischer Abgleich.
Hybridheizung oder Wärmepumpe allein?
Bei einer Wärmepumpen-Hybridheizung erzeugt in der Regel die Wärmepumpe die Raumwärme, und ein Gas- oder Ölkessel schaltet sich nur bei stark erhöhtem Wärmebedarf dazu. Das GModG nennt die Hybridheizung ausdrücklich als eine von zehn Optionen beim Heizungstausch; welche Sie wählen, entscheiden Sie selbst. Der Bundesverband Wärmepumpe sieht Hybride und Hochtemperatur-Wärmepumpen für Häuser, die tatsächlich mehr als 55 °C brauchen.
| Option | Pflicht ab 2029Anteil Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff nach § 43 GModG für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden | KfW-ZuschussKfW 458 bei Antrag bis Ende 2026 | Gemessene JAZMittelwert und Spanne in den Feldmessungen des Fraunhofer ISE in Bestandshäusern |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | keine | 30 % plus Boni, höchstens 70 % (80 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, mit Kind unter 18 bis 40.000 €), auf bis zu 28.000 € | 3,4 (2,6–4,9) |
| Erdwärmepumpe | keine | wie Luft-Wasser | 4,3 (3,6–5,4) |
| Hybrid mit neuem Gaskessel | gilt als erfüllt, wenn die Wärmepumpe bei parallelem oder teilparallelem Betrieb mindestens 30 % der Kesselleistung bringt, bei alternativem Betrieb 40 % (Teillastpunkt A nach DIN EN 14825) | nur für die Wärmepumpe, nur bei mindestens 65 % erneuerbarer Wärme (Förderbedingung), in der Regel ohne Klimageschwindigkeits-Bonus | – |
| Neuer Gaskessel allein | 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040 | keiner; nur die Mehrkosten eines zu 100 % wasserstofffähigen Kessels, und nur bei mindestens 65 % erneuerbarer Wärme (Förderbedingung) | – |
Für den Hybrid spricht, dass der Kessel die kältesten Tage übernimmt. Dagegen spricht vor allem die Förderung: Der Klimageschwindigkeits-Bonus setzt voraus, dass der alte Kessel fachgerecht ausgebaut und entsorgt wird und danach keine fossile oder mit Gas betriebene Heizung das Haus mehr versorgt; ausgenommen sind nur Brennstoffzellen- und wasserstofffähige Heizungen im Sinne der Förderrichtlinie. Für den Zuschuss selbst verlangt die Förderrichtlinie außerdem, dass das Haus nach dem Einbau zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt wird; das ist eine Förderbedingung, keine gesetzliche Pflicht. Im Beispielhaus kostet ein Hybrid deshalb mindestens 4.480 € Zuschuss (16 % von 28.000 €), wenn die förderfähigen Kosten die Höchstgrenze erreichen und der Antrag bis Ende 2026 gestellt wird. Erreicht die Wärmepumpe die Leistungsgrenze nicht, gilt für den neuen Kessel ab 2029 die Anteilspflicht aus der Tabelle. Prüfen Sie den Hybrid deshalb erst, wenn Heizkörpertest und Raumrechnung zeigen, dass auch nach dem Tausch einzelner Heizkörper mehr als 55 °C nötig bleiben.
Was eine Wärmepumpe im Altbau kostet
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet, erstellt zwischen September 2025 und April 2026. Die Angebotspreise lagen vor Förderung zwischen 21.099 und 54.168 €, im Median bei 34.898 €. Die Unterschiede führt die Verbraucherzentrale auf technische und bauliche Gegebenheiten, aber auch auf Leistungsumfang und Preisgestaltung zurück; die Werte sind eine Orientierung, die sich nicht ohne Weiteres auf ganz Deutschland übertragen lässt. Im Altbau achten Sie besonders auf drei Posten: Heizkörper, hydraulischer Abgleich und Zählerschrank, dessen Umbau in den 34 Angeboten mit Einzelpreis im Median 2.966 € kostete und nur in 31 % aller Angebote ausdrücklich enthalten war.
So rechnet sich der Zuschuss für das Beispielhaus, wenn alle Kosten förderfähig sind und der Antrag bis Ende 2026 gestellt wird:
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Angebotspreis (vor Förderung) | Median der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz | 34.898 € |
| Förderfähige Kosten | Höchstgrenze für die erste Wohnung | 28.000 € |
| Zuschuss | 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeits-Bonus = 46 % × 28.000 € | 12.880 € |
| Eigenanteil | 34.898 € − 12.880 € | 22.018 € |
Den Klimageschwindigkeits-Bonus erhält das Beispielhaus, weil die Eigentümer selbst darin wohnen und einen funktionierenden Gaskessel ersetzen und fachgerecht entsorgen lassen, der vor mindestens 20 Jahren in Betrieb ging. Weil die Höchstgrenze unter dem Angebotspreis liegt, deckt der Zuschuss 12.880 ÷ 34.898 = 36,9 % des ganzen Preises. Mit dem Einkommens-Bonus kämen 10, 30 oder 40 Prozentpunkte dazu, je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 50.000 €; der Zuschuss ist aber auf 70 % begrenzt, bei Einkommen bis 30.000 € auf 80 %. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, liegen alle diese Einkommensgrenzen um 10.000 € höher. Ab dem ersten Quartal 2027 wird die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 % sinken, und Geräte mit Ursprung in der EU werden dann zusätzlich 15 Prozentpunkte Wertschöpfungs-Bonus erhalten; Starttermin und Herkunftsregeln sind noch nicht veröffentlicht.
Alle Bedingungen und Boni erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung, alle Preisposten der Ratgeber Wärmepumpe Kosten. Ob Ihr Haushalt einen Bonus erhält, bestätigt Ihnen die KfW oder ein Energieeffizienz-Experte für Ihren Fall.
Schließen Sie den Vertrag mit dem Fachbetrieb mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung, die an die Zusage der KfW geknüpft ist, mit dem voraussichtlichen Datum der Umsetzung, und stellen Sie den Antrag vor Vorhabenbeginn. Ein Vertrag ohne diese Klausel oder der Start der Bauarbeiten vor Ort gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. In der Auswertung der Verbraucherzentrale enthielten nur 33 % der Angebote eine solche Klausel. Einen Anspruch auf den Zuschuss gibt es nicht; die KfW entscheidet im Rahmen der verfügbaren Mittel.
Checkliste: Altbau prüfen und Angebote vergleichen
Gehen Sie die Punkte in dieser Reihenfolge durch und lassen Sie sich die Angaben schriftlich geben.
- Verbrauch. Durchschnitt der letzten drei Abrechnungen, je m² beheizter Fläche und umgerechnet in Wärme und in Strom bei JAZ 2,8, 3,3 und 4,0.
- Heizkörpertest. An einem kalten Tag die Vorlauftemperatur auf 55 °C begrenzen, Thermostate auf „3“, kühle Räume notieren.
- Raumweise Heizlast. Berechnung nach DIN EN 12831 für jeden Raum, mit der Leistung jedes Heizkörpers bei der geplanten Vorlauftemperatur.
- Heizkörper. Welche getauscht werden, als eigene Position mit Preis je Heizkörper.
- Hydraulischer Abgleich. Nach Verfahren B, mit dem Bestätigungsformular, das die Förderung verlangt.
- Jahresarbeitszahl. Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1 für Ihr Haus, mindestens 3,0.
- Gerät. Modell auf der Wärmeerzeugerliste „Wärmepumpen“ des BAFA, Leistung passend zur Heizlast, nicht großzügig aufgerundet.
- Außeneinheit. Aufstellort und Schallleistungspegel aus dem Datenblatt; für die Förderung mindestens 10 dB unter dem Grenzwert der EU-Ökodesign-Verordnung, das entspricht höchstens 55 dB(A) bis 6 kW und 60 dB(A) über 6 bis 12 kW.
- Zählerschrank. Umbau enthalten, ausgeschlossen oder offen.
- Vertrag und Antrag. Aufschiebende oder auflösende Bedingung und voraussichtliches Umsetzungsdatum im Vertrag, Antrag bei der KfW vor Vorhabenbeginn.
- Weitere Förderung. Dämmung und Fachplanung beim BAFA mit einem Energieeffizienz-Experten, Heizkörper als Teil des KfW-Antrags oder beim BAFA vor dem Auftrag klären; jede Kostenposition nur einmal beantragen.
Werte, die sich ändern
| Was | Wert | gilt |
|---|---|---|
| KfW-Grundförderung für Wärmepumpen | 30 % | Antrag bis Ende 2026; ab dem ersten Quartal 2027 15 %, plus 15 Prozentpunkte für Geräte mit Ursprung in der EU (Starttermin noch nicht veröffentlicht) |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | 16 Prozentpunkte | Antrag bis 31. Januar 2027; danach 12, 8 und 4 Prozentpunkte je Halbjahr, ab 1. August 2028 keiner |
| Höchstgrenze förderfähiger Kosten, erste Wohnung | 28.000 € | Antrag bis 31. Januar 2027; danach jedes Halbjahr 750 € weniger, ab 1. August 2030 22.000 € |
| Strompreis Haushalte | 37,3 ct/kWh | BDEW-Durchschnitt 2026, 3.500 kWh im Jahr, Grundpreis anteilig enthalten |
| Gaspreis Einfamilienhaus | 12,23 ct/kWh | BDEW-Durchschnitt 2026, 20.000 kWh im Jahr, Grundpreis anteilig enthalten |
| Angebotspreis Luft-Wasser-Wärmepumpe | 34.898 € (Median) | Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 160 Angebote, September 2025 bis April 2026 |
| Hydraulischer Abgleich | 1.071 € (Median) | Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 89 Angebote, September 2025 bis April 2026 |
| Umbau Zählerschrank | 2.966 € (Median) | Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 34 Angebote, September 2025 bis April 2026 |
| Tausch eines Heizkörpers | 642 € (Median) | Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, 18 Angebote, Oktober 2024 bis Mai 2025 |
| Netzentgelt Modul 1 (§ 14a EnWG) | 110–190 € weniger im Jahr | je nach Netzgebiet, Werte von 2023 |
So haben wir gerechnet
Alle Beispiele gehören zu unserem Beispielhaus, einer Annahme: Baujahr 1975, 140 m², Heizkörper, funktionierender Gaskessel seit mindestens 20 Jahren, 20.000 kWh Gas bei 90 % Nutzungsgrad, Wärmepumpe mit JAZ 3,3 (Spanne 2,8 bis 4,0), Energiepreise des BDEW für 2026, Angebotspreis als Median der Verbraucherzentrale-Auswertung und alle Kosten als förderfähig angenommen. Die Energiepreise enthalten den Grundpreis anteilig; Wartung, Schornsteinfeger und Finanzierung fehlen. Es ist eine Modellrechnung, kein Angebot. Wie wir Quellen auswählen und rechnen, beschreibt unsere redaktionelle Methode.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung?
Ja, wenn die Heizkörper das Haus mit höchstens 55 °C warm bekommen. Ob das gelingt, zeigt der Heizkörpertest an einem kalten Wintertag. Dämmung wird vor allem dann zur Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb, wenn bei diesem Test alle Räume kühl bleiben; in diesem Fall klären Sie mit einem Energieberater, welche Maßnahme zuerst kommt.
Geht eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?
Ja. Gut bemessene Heizkörper kamen in den Feldmessungen des Fraunhofer ISE im Mittel mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen aus wie Flächenheizungen. Ob Ihre reichen, zeigt die raumweise Heizlastberechnung; oft betrifft ein Tausch nur einzelne Räume.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Altbau?
Teilen Sie die Wärme, die Ihr Haus heute braucht, durch die Jahresarbeitszahl. Das Beispielhaus mit 18.000 kWh Wärme braucht bei JAZ 3,3 rund 5.455 kWh Strom im Jahr, bei JAZ 2,8 rund 6.429 kWh und bei JAZ 4,0 rund 4.500 kWh. Mit 37,3 ct/kWh sind das 1.679 bis 2.398 € Energiekosten im Jahr.
Welche Erfahrungen gibt es mit Wärmepumpen im Altbau?
Die belastbarsten Daten stammen aus Messungen: Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in bewohnten Bestandshäusern vier Jahre lang untersucht. Luft-Wasser-Geräte kamen im Mittel auf eine JAZ von 3,4, Erdwärmepumpen auf 4,3. Ein häufiger Mangel war eine zu große Auslegung; eine genaue Heizlastberechnung vor dem Kauf beugt dem vor.
Muss ich im Altbau auf eine Wärmepumpe umsteigen?
Nein, eine Pflicht zur Wärmepumpe gibt es nicht. Das Heizungsgesetz wurde reformiert und heißt seit Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz; es lässt beim Heizungstausch zehn Optionen zu, und die 65-%-Regel galt bis 28. Juli 2026. Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 einen steigenden Anteil Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff nutzen (Tabelle im Abschnitt Hybrid).
Welche Heizkörper eignen sich für eine Wärmepumpe im Altbau?
Jeder Heizkörper, der seinen Raum bei höchstens 55 °C Vorlauftemperatur warm bekommt; wie Sie das prüfen, welche Lösungen es für zu kleine Heizkörper gibt und was sie kosten, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern.
Wann ist eine Hybridheizung im Altbau sinnvoll?
Wenn Ihr Haus an kalten Tagen auch mit größeren Heizkörpern mehr als 55 °C Vorlauftemperatur braucht, ist der Hybrid eine der beiden Lösungen, die der Bundesverband Wärmepumpe nennt; die andere ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe. Beim Zuschuss rechnen Sie mit weniger: Die KfW bezuschusst nur die Wärmepumpe, und nur, wenn das Haus danach zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt wird; der Klimageschwindigkeits-Bonus entfällt in der Regel, solange Gas mitheizt. Im Beispielhaus sind das mindestens 4.480 € weniger Zuschuss bei einem Antrag bis Ende 2026.