Erdwärmepumpe: Sonde oder Flächenkollektor, Kosten und wann sie sich lohnt
Wie eine Erdwärmepumpe arbeitet, worin sich Erdwärmesonde, Flächenkollektor und Grundwasser unterscheiden, was Sie anzeigen müssen und ob sich der Mehrpreis gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Beispielhaus bezahlt macht.
Eine Erdwärmepumpe nutzt Erdwärme statt Außenluft: Sie holt die Wärme über eine Erdwärmesonde im Bohrloch oder über einen Flächenkollektor unter dem Garten aus dem Boden. In Bestandshäusern erreichten solche Sole-Wasser-Wärmepumpen im Feldtest des Fraunhofer ISE im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 4,3, Luft-Wasser-Wärmepumpen 3,4. Dafür kostet sie laut einer Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale vor Förderung im Schnitt 56.000 € mit Erdsonde und 54.000 € mit Flächenkollektor, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 36.000 €. Die Stromersparnis allein gleicht diesen Mehrpreis im Beispielhaus dieser Seite nicht aus; wann sich Erdwärme trotzdem lohnt, zeigt das Rechenbeispiel.
Auf einen Blick
- Effizienz. Die Erdwärmepumpen im Feldtest erreichten Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 3,6 bis 5,4; im Mittel machten sie aus 1 kWh Strom 4,3 kWh Wärme.
- Kosten. Nach den Durchschnittspreisen der Verbraucherzentrale kostet Erdwärme vor Förderung 18.000 bis 20.000 € mehr als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.
- Lohnt es sich? Im Beispielhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf spart sie mit den Feldtest-Mittelwerten gegenüber Luft-Wasser 1.108 kWh Strom, bei 37,3 ct/kWh rund 413 € im Jahr. Den durchschnittlichen Mehrpreis von 18.000 bis 20.000 € holt das erst in 44 bis 48 Jahren herein.
- Genehmigung. Bohrungen, die das Grundwasser berühren können, sind der Wasserbehörde einen Monat vorher anzuzeigen; wie tief Sie bohren dürfen, hängt vom Standort ab.
- Förderung. Für neue Sondenbohrungen verlangt die KfW eine nach DVGW W 120-2 zertifizierte Bohrfirma und eine verschuldensunabhängige Versicherung.
Erdwärme oder Wärmepumpe? So arbeitet die Sole-Wasser-Wärmepumpe
Die Frage „Erdwärme oder Wärmepumpe?“ hat einen Haken: Eine Erdwärmepumpe ist eine Wärmepumpe. Gemeint ist die Wahl der Wärmequelle, Erdreich oder Außenluft; das Prinzip ist gleich, wie der Ratgeber Wie funktioniert eine Wärmepumpe? erklärt.
In Rohren im Boden zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf die Sole, meist ein Gemisch aus Wasser und Glykol. Sie nimmt die Temperatur des Bodens an, die Wärmepumpe hebt diese Wärme auf Heiztemperatur und gibt sie an das Heizungswasser ab, daher der Name Sole-Wasser-Wärmepumpe. Laut Verbraucherzentrale ist das Erdreich im Winter nicht besonders kalt, und seine Temperatur schwankt über das Jahr kaum, während die Außenluft im Winter erheblich kälter ist.
Das Gerät steht in der Regel im Heizungskeller oder Hauswirtschaftsraum, ein Außengerät mit Ventilator gibt es nicht. Von 299.000 Heizungswärmepumpen, die 2025 in Deutschland verkauft wurden, waren laut Bundesverband Wärmepumpe 16.000 Erdwärmepumpen. Fachleute sprechen von oberflächennaher Geothermie; das Geothermie-Beschleunigungsgesetz rechnet dazu Anlagen bis 400 m Tiefe.

Erdwärmesonde, Flächenkollektor oder Grundwasser
Die Wärme im Boden lässt sich auf drei Wegen erschließen. Welcher auf Ihrem Grundstück möglich ist, entscheiden vor allem Untergrund, freie Fläche und Wasserrecht.
| Merkmal | Erdwärmesonde | Flächenkollektor | Grundwasser |
|---|---|---|---|
| Was gebaut wird | Bohrloch mit Sondenrohren, meist 40–150 m tief | Rohre auf großer Fläche in 1,2–1,5 m Tiefe | zwei Brunnen: einer fördert, einer leitet zurück |
| DurchschnittspreisUmfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale, Preise vom Juni 2026, vor Förderung | 56.000 € | 54.000 € | nicht erhoben |
| Wasserrecht | Anzeige, oft Erlaubnis; in Wasserschutzgebieten oft ausgeschlossen | bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten erleichtert | genehmigungspflichtig, nicht überall erlaubt |
| KfW-Zusatzbedingung | zertifizierte Bohrfirma, Versicherung | keine | keine |

Erdwärmesonde: die Tiefenbohrung
Für eine Sonde bohrt eine Fachfirma ein senkrechtes Loch und setzt U-förmige Kunststoffrohre ein; bei kleineren Anlagen ist es nach Angaben des Landesamts in Baden-Württemberg meist 40 bis 150 m tief. Braucht das Haus mehr Wärme, wird tiefer gebohrt oder es kommen Sonden hinzu, in Anlehnung an VDI 4640 mindestens 6 m voneinander entfernt. Die Verbraucherzentrale rät, nicht an der Sondenlänge zu sparen: Eine zu kleine Wärmequelle kühlt das Erdreich immer stärker aus, Leistung und Effizienz sinken, und eine spätere Erweiterung ist deutlich teurer. Wie viel Wärme der Boden hergibt, hängt von seiner Zusammensetzung ab, und nicht überall darf gebohrt werden, etwa bei zu instabilem Gestein oder in Wasserschutzgebieten.
Flächenkollektor: Rohre unter dem Rasen
Ein Flächenkollektor besteht aus waagerechten Rohren, nach VDI 4640 unterhalb der Frostgrenze in 1,2 bis 1,5 m Tiefe. Die entzogene Wärme liefern vor allem die Sonne im Sommer und versickerndes Regenwasser nach; lehmige, gut durchfeuchtete Böden eignen sich gut, trockene, sandige oder steinreiche weniger. Die große Fläche wird beim Bau aufgegraben und darf später nicht überbaut werden. Wo Bohrungen begrenzt oder verboten sind, ist der Kollektor oft die Alternative.
Grundwasser: die Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser, das laut Verbraucherzentrale auch im Winter selten kälter als 10 °C ist. Aus einem Förderbrunnen fließt es zur Wärmepumpe, über einen Schluckbrunnen zurück ins Grundwasser. Die Brunnen sind genehmigungspflichtig; dafür ist in der Regel ein hydrologisches Gutachten nötig. Zu viel Eisen oder Mangan kann die Filter verstopfen, ein sinkender Grundwasserspiegel die Anlage ausfallen lassen. Wo die Bedingungen stimmen, bietet sich Grundwasser an: Für die Münchner Schotterebene nennt das Wasserwirtschaftsamt München die Grundwasserwärmepumpe in der Regel die günstigere Form der Erdwärmenutzung.

Genehmigung und Anzeige: was vor dem Bohren gilt
Für Sonde, Kollektor und Brunnen zählen vor allem Wasser- und Bergrecht:
- § 49 Wasserhaushaltsgesetz: Arbeiten, die das Grundwasser beeinflussen können, sind der zuständigen Behörde einen Monat vor Beginn anzuzeigen. Eine Erlaubnis ist nötig, wenn dabei Stoffe ins Grundwasser gelangen, die seine Beschaffenheit nachteilig verändern können.
- Kollektoren bis 4 m Tiefe: Seit 23. Dezember 2025 vermutet das Gesetz für Erdwärmekollektoren bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten, dass sie das Grundwasser nicht nachteilig verändern, wenn sie die Anforderungen der Anlagenverordnung AwSV erfüllen, etwa eine Leckageüberwachung, die bei einem Leck die Pumpe abschaltet, und einen zulässigen Wärmeträger. Eine Erlaubnis ist dann nach Bundesrecht in der Regel nicht erforderlich. Das gilt nicht, wo viele Anlagen dicht beieinander das Grundwasser thermisch belasten können, und die Länder dürfen abweichen; Bayern hat eigene Regeln.
- § 127 Bundesberggesetz: Soll eine Bohrung mehr als 100 m tief werden, ist ihr Beginn der Bergbehörde mindestens zwei Wochen vorher anzuzeigen; als Unternehmer gilt auch die Bohrfirma. Bei Erdwärmebohrungen bis 400 m prüft die Behörde die Unterlagen innerhalb von vier Wochen; äußert sie sich nicht, ist kein Betriebsplan nötig.
Wer zuständig ist und wie das Verfahren läuft, regeln die Länder:
| Land | Zuständig | Was gilt |
|---|---|---|
| Bayern | Landratsamt oder kreisfreie Stadt | Anzeige; reicht die Sonde ins Grundwasser, ist eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig, deren Antrag zugleich als Anzeige gilt. In Wasserschutzgebieten sind Sonden grundsätzlich nicht zulässig. |
| Baden-Württemberg | Untere Wasserbehörde des Stadt- oder Landkreises | Anzeige, in unproblematischen Fällen Erlaubnis im vereinfachten Verfahren; die Bohrfirma meldet die Bohrung spätestens zwei Wochen vorher beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau. In den Wasserschutzzonen I, II und III/IIIA in der Regel verboten, in Zone IIIB mit Einschränkungen möglich. |
| Andere Länder | meist die Untere Wasserbehörde des Kreises oder der kreisfreien Stadt | Verfahren und zulässige Tiefe dort erfragen; in Wasserschutzgebieten sind Bohrungen oft ausgeschlossen. |
Was eine Erdwärmepumpe kostet: Tiefenbohrung oder Flächenkollektor
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ermittelt bundesweite Durchschnittspreise, 2026 aus 47 bis 129 Rückmeldungen von Energieberatern je Heizungsart. Enthalten sind die Entsorgung der alten Heizung und der betriebsfertige Anschluss, nicht aber neue Heizleitungen und Heizflächen.
| Heizung | Durchschnittspreis | Mehrpreis gegenüber Luft-Wasser |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 36.000 € | – |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenkollektor (in der Umfrage „Erdkollektor“) | 54.000 € | 18.000 € |
| Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde | 56.000 € | 20.000 € |
Durchschnittspreise laut Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale, Preise vom Juni 2026, vor Förderung; den Mehrpreis haben wir daraus berechnet.
Was die Tiefenbohrung allein kostet, weist die Umfrage nicht aus; einen Preis pro Bohrmeter nennen wir deshalb nicht. Lassen Sie sich die Erschließung als eigenen Posten nennen, mit Bohrtiefe und Zahl der Sonden oder der Kollektorfläche. Preisspannen und Angebotsposten aller Bauarten zeigt der Ratgeber Was kostet eine Wärmepumpe?.
Die KfW zählt Erdsondenbohrungen samt Probebohrungen und Versicherung, Erdflächenkollektoren und Brunnenbohrungen zu den förderfähigen Kosten der Wärmepumpe, Maßnahmen an Außenanlagen und Freiflächen wie dem Garten dagegen nicht. Weil sie Erd- und Luftwärmepumpen mit denselben Sätzen fördert und für Anträge bis 31. Dezember 2026 höchstens 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohnung ansetzt, ist der Zuschuss bei Angeboten über dieser Grenze für beide gleich hoch: Den Mehrpreis der Erdwärme tragen Sie dann selbst. Welche Sätze und Boni für Sie gelten, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Förderung.
Effizienz: was der Feldtest zeigt
Das Fraunhofer ISE hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen, darunter 16 mit Erdreich als Wärmequelle; ausgewertet wurden Häuser der Baujahre 1826 bis 2001.
| Bauart | Anlagen im Projekt | JAZ im Mittel | Spanne |
|---|---|---|---|
| Erdwärmepumpe | 16 | 4,3 | 3,6–5,4 |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 61 | 3,4 | 2,6–4,9 |
Im Mittel arbeiteten Erdwärmepumpen also gut ein Viertel effizienter. Auch der elektrische Heizstab, der an sehr kalten Tagen aushilft, spielte kaum eine Rolle: Bei den Erdwärmepumpen lag sein Anteil am Strom nahe null Prozent, bei den Luft-Wasser-Geräten bei 1,3 %, in einem vergleichsweise milden Messzeitraum. Doch die Erdwärme-Gruppe ist mit 16 Anlagen klein, und die Spannen überlappen: Die Luft-Wasser-Anlage mit dem höchsten Wert (4,9) lag über der schwächsten Erdwärmepumpe (3,6). Was die JAZ einer Anlage bestimmt, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl.
Die KfW fordert von Erdwärmepumpen auch mehr Effizienz auf dem Datenblatt: eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz (ηs) von mindestens 180 % bei 35 °C und 140 % bei 55 °C, bei Luft-Wasser-Geräten sind es 150 % und 125 % (Niedertemperatur-Wärmepumpen: nur bei 35 °C).
Rechenbeispiel: Betriebskosten im Beispielhaus
Unser Beispielhaus ist ein teilweise saniertes Einfamilienhaus von 1975 mit 140 m² und Heizkörpern. Es heizt mit einem funktionierenden, mehr als 20 Jahre alten Gaskessel und verbraucht 20.000 kWh Gas im Jahr; bei 90 % Kesselwirkungsgrad sind das 18.000 kWh Wärme. Haus und Wirkungsgrad sind unsere Annahme, die Preise Durchschnitte 2026 aus den Analysen des Energieverbands BDEW: 37,3 ct/kWh (0,373 €/kWh) für Haushaltsstrom und 12,23 ct/kWh (0,1223 €/kWh) für Gas im Einfamilienhaus. Damit der Vergleich fair ist, rechnen wir für beide Wärmepumpen mit den Mittelwerten des Feldtests.
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 18.000 kWh ÷ 3,4 = 5.294 kWh Strom × 0,373 €/kWh = 1.975 €.
- Erdwärmepumpe: 18.000 kWh ÷ 4,3 = 4.186 kWh Strom × 0,373 €/kWh = 1.561 €.
- Unterschied: 5.294 kWh − 4.186 kWh = 1.108 kWh × 0,373 €/kWh = 413 € im Jahr.
- Erdwärmepumpe mit dem schwächsten Feldwert: 18.000 kWh ÷ 3,6 = 5.000 kWh × 0,373 €/kWh = 1.865 €.
- Gaskessel zum Vergleich: 20.000 kWh × 0,1223 €/kWh = 2.446 €.
Energiekosten im Jahr
| Heizung | Gas | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Gaskessel | 2.446 € | |
| Luft-Wasser, JAZ 3,4 | 1.975 € | |
| Erdwärme, JAZ 3,6 | 1.865 € | |
| Erdwärme, JAZ 4,3 | 1.561 € |
Bei der Erdwärmepumpe sind das im Jahresmittel rund 130 € Strom im Monat und 885 € weniger als mit Gas. Mit dem vorsichtigeren Wert 3,3, den wir auf unseren anderen Seiten ansetzen, käme die Luft-Wasser-Wärmepumpe auf 2.035 €. Die Luft-Wasser-Anlage mit der höchsten JAZ im Feldtest (4,9) läge mit rund 1.370 € sogar unter der schwächsten Erdwärmepumpe (1.865 €): Die einzelne Anlage kann also mehr ausmachen als die Bauart. Wartung, Schornsteinfeger und Wärmepumpentarife sind nicht eingerechnet.
Wann sich die Erdwärmepumpe gegenüber Luft-Wasser lohnt
Kurz gesagt: Mit Durchschnittspreisen holt die Stromersparnis den Mehrpreis der Erdwärme nicht herein. Die Rechnung lautet Mehrpreis ÷ Ersparnis im Jahr = Jahre bis zum Ausgleich. Mit den Durchschnittspreisen der Verbraucherzentrale und 413 € Ersparnis im Beispielhaus ergibt sich:
- Erdsonde: 20.000 € ÷ 413 € = rund 48 Jahre.
- Flächenkollektor: 18.000 € ÷ 413 € = rund 44 Jahre.
Der Zuschuss ändert daran nichts, solange beide Angebote über der förderfähigen Obergrenze liegen; Zinsen, Wartung und Preisänderungen sind nicht eingerechnet. Als Nutzungsdauer eines Wärmeerzeugers nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rund 20 Jahre, einen Orientierungswert nach VDI 2067. In dieser Zeit spart die Erdwärmepumpe im Beispielhaus 8.260 € (20 × 413 €), weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Mehrpreises.
Anders kann es aussehen, wenn:
- Ihr Mehrpreis klein ist. Liegt das Angebot für Erdwärme höchstens rund 8.300 € über dem für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, holt die Ersparnis des Beispielhauses ihn in etwa 20 Jahren herein. Vergleichen Sie deshalb zwei konkrete Angebote statt Durchschnittswerten.
- Ihr Wärmebedarf höher ist. Doppelter Wärmebedarf heißt bei gleichen Jahresarbeitszahlen doppelte Ersparnis, allerdings auch eine längere Sonde oder einen größeren Kollektor.
- Der Strompreis steigt. Jeder Cent pro kWh verschiebt die Ersparnis im Beispielhaus um rund 11 € im Jahr (1.108 kWh × 0,01 €/kWh), ein günstigerer Tarif verkleinert sie.
- Sie im Sommer kühlen möchten. Passiv, also ohne laufenden Verdichter, kühlen laut Bundesverband Wärmepumpe nur erd- und grundwassergekoppelte Anlagen; Strom brauchen dann vor allem Pumpen und Regelung. Die Leistung ist begrenzt, am besten geht es über Fußboden- oder Wandheizung, mit Taupunktüberwachung in der Regelung.
- Ein Außengerät schlecht passt. Die Erdwärmepumpe hat keinen Ventilator im Freien, und die KfW-Schallvorgabe für Außengeräte gilt nur für Luft-Wasser-Wärmepumpen.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe bleibt die naheliegende Wahl, wenn das Budget knapp ist oder am Standort weder gebohrt werden darf noch Platz für einen Flächenkollektor ist. Was sie kann und wo ihre Grenzen liegen, zeigt der Ratgeber Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Bevor Sie bohren lassen
Diese Punkte entscheiden über Genehmigung, Effizienz und Förderung.
- Behörde zuerst. Fragen Sie die Untere Wasserbehörde (in Bayern Landratsamt oder kreisfreie Stadt), ob und wie tief Sie bohren dürfen.
- Auslegung. Lassen Sie die Heizlast Raum für Raum nach DIN EN 12831 berechnen und Sonde oder Flächenkollektor danach bemessen, nicht knapp.
- Bohrfirma. Für geförderte neue Sondenbohrungen: Zertifikat nach DVGW W 120-2 sowie Versicherungsschein und Zahlungsnachweis der verschuldensunabhängigen Versicherung.
- Angebot. Bohrtiefe und Sondenzahl oder Kollektorfläche, Probebohrung und Gartenarbeiten als eigene Posten; Letztere fördert die KfW nicht.
- Gerät. Modell in der BAFA-Wärmeerzeugerliste mit berechneter JAZ von mindestens 3,0 nach VDI 4650; ab 1. Januar 2028 förderfähig nur mit natürlichem Kältemittel.
- Grundwasser. Vor dem Brunnenbau Wasseranalyse auf Eisen und Mangan und hydrologisches Gutachten zum Grundwasserstand.
- Reihenfolge. Erst den Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung schließen, dann den KfW-Antrag stellen, dann bohren; die Schritte erklärt der Ratgeber KfW-Antrag für die Wärmepumpe.
Werte, die sich ändern
| Was | Wert | gilt |
|---|---|---|
| Durchschnittspreise Erdsonde / Flächenkollektor / Luft-Wasser | 56.000 € / 54.000 € / 36.000 € | Umfrage der Energieberatung der Verbraucherzentrale, Preise vom Juni 2026 |
| Förderfähige Kosten, erste Wohnung | 28.000 € | KfW, Anträge bis 31. Dezember 2026 |
| Natürliches Kältemittel | Förderbedingung | ab 1. Januar 2028 |
| Strompreis Haushalte | 37,3 ct/kWh | BDEW, Durchschnitt 2026 |
| Gaspreis Einfamilienhaus | 12,23 ct/kWh | BDEW, Durchschnitt 2026 |
So haben wir gerechnet
Beispielhaus und Kesselwirkungsgrad sind unsere Annahme, die Jahresarbeitszahlen stammen aus dem Feldtest des Fraunhofer ISE, die Preise von BDEW und Verbraucherzentrale; Zinsen und Wartung sind nicht eingerechnet. Mehr in unserer redaktionellen Methode.
Häufige Fragen
Wie funktioniert Erdwärme?
Rohre im Boden, als Sonde oder Kollektor, nehmen mit der Sole die Wärme des Erdreichs auf, das im Winter deutlich wärmer ist als die Außenluft. Die Wärmepumpe im Haus bringt diese Wärme mit Strom auf die Temperatur, die Ihre Heizung braucht.
Was kostet eine Erdwärmepumpe im Monat?
Vor allem Strom: Unser Beispielhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf braucht bei einer JAZ von 4,3 rund 4.186 kWh im Jahr. Bei 37,3 ct/kWh sind das 1.561 € oder im Schnitt etwa 130 € pro Monat, im Winter mehr, im Sommer weniger. Die Wartung kommt hinzu.
Welche Nachteile hat eine Tiefenbohrung?
Sie muss angezeigt, oft auch erlaubt werden und ist in vielen Wasserschutzgebieten ausgeschlossen. Eine schlecht abgedichtete Bohrung kann Grundwasserstockwerke verbinden und das Grundwasser beeinträchtigen; laut Landesamt in Baden-Württemberg nehmen Bohrrisiken oft mit der Tiefe zu.
Was kostet eine Tiefenbohrung für eine Erdwärmepumpe?
Einen Preis pro Bohrmeter weist die Umfrage der Verbraucherzentrale nicht aus, nur Preise für die ganze Anlage. Vor Förderung kostet eine Wärmepumpe mit Erdsonde dort im Schnitt 56.000 €, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 36.000 €, also 20.000 € mehr. Lassen Sie Bohrtiefe, Sondenzahl und Probebohrung im Angebot einzeln ausweisen.
Brauche ich für einen Flächenkollektor eine Genehmigung?
Kann der Kollektor das Grundwasser berühren, ist er der Wasserbehörde einen Monat vorher anzuzeigen. Liegt er höchstens 4 m tief und außerhalb eines Wasserschutzgebiets, vermutet das Gesetz seit Ende 2025, dass er das Grundwasser nicht beeinträchtigt, sofern er die Vorgaben der AwSV erfüllt; eine wasserrechtliche Erlaubnis braucht er dann nach Bundesrecht in der Regel nicht. Weil die Länder abweichen dürfen, fragen Sie die Untere Wasserbehörde.
Kann eine Erdwärmepumpe im Sommer kühlen?
Ja, mit passender Ausstattung sogar passiv: Nur eine Umwälzpumpe läuft und bringt Raumwärme in den kühleren Boden. Die Kühlleistung ist dabei begrenzt. Gefördert wird Kältetechnik zur Raumkühlung nur in Nichtwohngebäuden; im Wohnhaus fördert die KfW die Wärmepumpe als Heizung.